Leichtathletik in Rems-Murr

Topleistung: Welzheimerin Hanna Klein knackt Olympia-Norm

Klein
Kaum fassen konnte Hanna Klein den Gewinn der Bronzemedaille bei der Hallen-EM im polnischen Torun. Nun hat die Welzheimerin einen weiteren Coup gelandet. © Iris Hensel

(dpa/pm/sch). Die Welzheimerin Hanna Klein hat beim Leichtathletik-Meeting im amerikanischen Irvine über 5000 Meter ihre bisherige persönliche Bestleistung um über 15 Sekunden gesteigert. Mit 15:01,99 Minuten knackte sie die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio (15:10). Klein präsentierte sich also in überragender Form – doch der Auftritt hatte wohl auch etwas mit ihren neuen Spikes-Schuhen zu tun.

Anders als ihr Partner Marcel Fehr kann die 28-Jährige dank ihres Ausrüsters Nike auch auf der Tartanbahn schon auf Schuhe mit Carbon-Einlage zurückgreifen. Pro Kilometer können sie Läuferinnen und Läufer um zwei bis drei Sekunden schneller machen. Das allerdings soll die Leistung der EM-Dritten und Deutschen Meisterin über 1500 Meter nicht schmälern.

Ihre bisherige Bestzeit über 5000 Meter hatte bei 15:17,14 Minuten gelegen, nun steht sie bei 15:01,99. Nur fünf deutsche Läuferinnen waren jemals schneller als Klein, und von den noch aktiven ist das lediglich der deutschen Rekordhalterin Konstanze Klosterhalfen gelungen (14:26,76).

Hanna Klein: "Ich bin total glücklich"

Das Rennen in Irvine, Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) wurde im 30-köpfigen Weltklassefeld Siebte, war für die Welzheimerin der krönende Abschluss eines sechswöchigen Trainingslagers in den USA. „Ich bin total glücklich. Im Ziel habe ich selbst nicht geglaubt, dass ich so schnell war“, sagte sie. „Ich hatte gar nicht mehr gedacht, dass ich unter 15:10 Minuten bleiben würde.“ Den Sieg sicherte sich Weltmeisterin Sifan Hassan (Niederlande) in 14:35,34 Minuten.

Einen großen Erfolg hat auch Jens Mergenthaler von der SV Winnenden verbucht. Er startete bei der 5. Langen Laufnacht in Karlsruhe über 1500 Meter. Mit der persönlichen Bestzeit von 3:41,43 Minuten wurde er als bester Deutscher Vierter, es siegte der für Belgien angetretene Ismael Debjani in 3:39,23 Minuten.

Mergenthaler schlug den mehrfachen Deutschen Meister und aktuellen deutschen Vizehallenmeister Homiyu Tesfaye, der 3:42,92 Minuten für die Strecke benötigte. Der Läufer von der SV Winnenden nutzte die Laufnacht als Tempobestimmung vor dem wichtigen Rennen in Rehlingen am Sonntag, 23. Mai (Continental Tour Bronce). Dieses wird als Nominierungswettkampf über die 3000 Meter Hindernis für die Olympischen Spiele gewertet. Laut Coach Horst Wanek lautet das Ziel dort, eine Zeit um die 8:30 Minuten zu laufen.

Jens Mergenthaler fokussiert sich auf DM

Eine Woche später finden die deutschen Meisterschaften über diese Strecke statt. Darauf wird sich Mergenthaler konzentrieren. „Da fünf Rennen in fünf Wochen zu viel wären und die Chancen auf Olympia reduzieren würden, wird Jens auf den Einsatz beim Teameuropacup verzichten“, erläutert Wanek. Im Hinblick auf die Spiele in Tokio soll sich der Athlet ganz auf den Hindernislauf fokussieren.

Gleich dreimal ist zuletzt Kugelstoßerin Alina Kenzel (VfL Waiblingen), die sich ebenfalls für Olympia qualifizieren will, am Start gewesen. Aufgrund der Kürze der Zeit und weil die Umstellung auf die Drehstoßtechnik nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatte, ist die 23-Jährige zur Angleittechnik zurückgekehrt.

Nach den 17,78 Metern in Bad Boll setzte Kenzel beim „HIFA“ in Bönnigheim ein weiteres Ausrufezeichen: Mit der Weite von 17,71 Metern verbesserte sie ihren eigenen Stadionrekord und gewann deutlich vor Lea Riedel vom VfL Sindelfingen (15,53 Meter).

Nach starken Leistungen schwächelt Alina Kenzel etwas

Nicht so gut lief es für Alina Kenzel bei den Halleschen Werfertagen. In Abwesenheit der WM-Dritten Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) gewann Sara Gambetta (SV Halle) mit 18,71 Metern. Alina Kenzel belegte mit 17,38 Metern Rang vier.

Zum Auftakt der Freiluftsaison haben sich die deutschen Topsprinterinnen beim „Road to Tokyo“-Sportfest in Mannheim getroffen. Die Bundeskaderathletin Lilly Kaden aus Remshalden, die seit diesem Jahr der Altersklasse U 23 angehört und studienbedingt für die LG Olympia Dortmund startet, stellte sich bei nasskaltem Wetter der Frauenkonkurrenz über die 100 Meter. Sie wurde in 11,62 Sekunden Achte. Damit erfüllte Kaden die Norm zur Teilnahme an den deutschen Frauenmeisterschaften, die Anfang Juni in Braunschweig stattfinden werden.

Wilhelm überzeugt als Jüngste

Formtests über die Flachdistanzen absolviert derzeit die U-20-Hürdenläuferin Laura Wilhelm vom VfL Waiblingen. In Mannheim trat sie im hochklassigen Feld über die 400 Meter der Frauen an. In 56,43 Sekunden belegte sie als einzige gestartete U-20-Läuferin Platz 18 und blieb damit nur knapp über ihrer persönlichen Bestleistung.

Auf Einladung des Bundestrainers steht für Wilhelm am kommenden Wochenende das erste Rennen über die 400 Meter Hürden beim internationalen Event in Dessau (Sachsen-Anhalt) auf dem Programm. Ziel ist es, die Norm von 61,00 Sekunden für die deutschen Meisterschaften der Aktiven in Braunschweig zu knacken.