Rems-Murr-Sport

Tops und Flops in der Fußball-Landesliga

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Ibrahim Njie stürmt auf und davon – und mit dem SV Fellbach schließlich überraschend in die Verbandsliga. Felix Weiblen (rechts) und der TSV Schwaikheim können mit ihren Leistungen aber auch zufrieden sein. © ZVW / Müller

Ein Überraschungsmeister, ein – erwartbarer – Absteiger, ein Team in ständiger Abstiegsgefahr und zwei Mannschaften jenseits aller Sorgen – die Rems-Murr-Teams in der Fußball-Landesliga decken das gesamte Spektrum ab. In der Rückrunde fiel kein Team ab, die meisten steigerten sich.

Meister SV Fellbach

Nach mehreren Spielzeiten, in denen des SVF die Abstiegsplätze stärker im Auge behalten musste, als ihm lieb war (2017 musste er sogar in die Relegation), spielte er diesmal von Anfang an eine gute Rolle. Zwar gab es einen großen Wechsel im Kader, die Mannschaft ist jung, doch der neue Trainer Giuseppe Greco formte schnell ein erfolgreiches Team. Schon in der Vorrunde lag Platz eins in Reichweite, am Ende aber stand nur Platz fünf. In der Rückrunde aber gelang fast alles. Acht Siege in neun Spielen in Folge (ein Unentschieden), erst als die Meisterschaft in Reichweite war, bekam die Mannschaft das große Flattern. Trotzdem – auch weil die Konkurrenz patzte – stand Fellbach bereits nach dem vorletzten Spiel als Meister fest.

Bilanz: 1. Platz, 60 Punkte; Vorrunde 24 (Platz fünf), Rückrunde 36 (Platz eins). Zu Hause 33 Punkte (Platz eins), auswärts 27 (Platz eins).

TV Oeffingen

Obwohl es im Kader einige Änderungen gegeben hatte und der Kader verjüngt wurde, erlebten die Oeffinger – anders als im Vorjahr – eine ruhige Spielzeit. Sie starteten mit drei Siegen und bekamen im Laufe der Saison auch die Heimschwäche in den Griff. So hielt sich der TVOe immer weit weg von den Abstiegsplätzen. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden in den letzten Spielen überholte er sogar noch den TSV Schwaikheim – wenn auch nur wegen des besseren Torverhältnisses.

Bilanz: 5. Platz mit 48 Punkten, davon 24 in der Vorrunde, 24 in der Rückrunde. Zu Hause 23 Punkte, auswärts 25.

TSV Schwaikheim

Ausgeglichener geht es kaum. Die Schwaikheimer haben nicht nur auswärts und auf eigenem Platz jeweils 24 Punkte geholt, sondern auch in Vor- und Rückrunde. Dabei wäre mehr möglich gewesen, hätte der TSV, nachdem der Ligaverbleib festgestanden hatte, nicht auch Reservisten Einsatzzeiten gegeben – und hätte sich nicht Torjäger Falco Frank verletzt und so Platz eins in der Landesligatorjägerliste noch verloren (hier gibt's die erfolgreichsten Rems-Murr-Torschützen). Die Schwaikheimer können dennoch sehr zufrieden sein. Der Übergang von Toni Guaggenti zu Neutrainer Aleksandar Kalic verlief bestens, der TSV musste sich nur in der Anfangsphase Gedanken um die Abstiegszone machen und bewies erneut, dass er sich beim Ausfall einzelner Stammspieler auch auf seine zweite Reihe verlassen kann. In der Vorrunde gelangen nach schleppendem Start in neun Spielen sieben Siege, in der Rückrunde war’s ähnlich mit 17 Punkten aus acht Spielen (Niederlage nur gegen Meister Fellbach). Einmal war der TSV über Nacht sogar Tabellenführer. Die Schwaikheimer präsentierten sich effektiv und immer dann stark, wenn’s drauf ankam.

Bilanz: 6. Platz mit 48 Punkten, davon 24 in der Vorrunde, 24 in der Rückrunde. Zu Hause 24 Punkte, auswärts 24.

TSV Schornbach

Gerade noch einmal davongekommen. Im Vorjahr gelang den Schornbachern am letzten Spieltag der Ligaverbleib, diesmal mussten sie’s in der Relegation richten. Der 3:2-Erfolg nach Verlängerung über den TSV Nellmersbach zeigte, warum sich der TSV schwertut. Der Bezirksligist machte es ihm zum Teil vor, wie man den Ball laufen lässt, während die Schornbacher allzu viele Pässe ins Niemandsland spielten. Dass die Schornbacher vor allem auch ein mentales Problem haben, zeigte sich in der Vorrunde. Das sollte Klaus Bihlmaier, der noch vor der Winterpause als Co-Trainer geholt wurde, ändern. Konditionell fit sollte er das Team machen – aber auch dem einen oder anderen nicht nur im läuferischen Bereich Beine machen. Das fruchtete. Die Rückrunde war deutlich besser, aber Bihlmaiers kritische Worte kamen bei den Spielern nicht gut an. Weil er schließlich nur noch loben sollte, zog er sich vorzeitig zurück. Am Ende hat es für den TSV zum zweiten Mal gerade noch gereicht, auch weil er in der Rückrunde auf dem kleinen Kunstrasen viele Punkte holte. Er sollte sich nicht darauf verlassen, dass das auch ein drittes Mal gelingt.

Bilanz: 12. Platz mit 34 Punkten, davon 13 in der Vorrunde, 21 in der Rückrunde. Zu Hause 24 Punkte, auswärts 10.

SV Allmersbach

Nur ein Jahr hielt sich der Aufsteiger in der Landesliga. Das war durchaus abzusehen gewesen und der SVA hatte sich darauf eingestellt. Das junge Team sollte sich weiterentwickeln. Das tat es, die Punktausbeute aber war deutlich zu gering. Das lag auch daran, dass der Aufsteiger vor allem in der Vorrunde großes Verletzungspech gehabt hatte. In der Schlussphase zeigte er dann – in Bestbesetzung –, dass auch mehr hätte gelingen können. Nun wird sich in der kommenden Bezirksligasaison weisen, wie sehr der SVA vom Ausflug in die Landesliga profitiert.

Bilanz: 16. Platz mit 27 Punkten, davon 11 in der Vorrunde, 16 in der Rückrunde. Zu Hause 20 Punkte, auswärts 7.