Rems-Murr-Sport

Trainerschulung des ZVW: Koordination und Rhythmus

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Zu den sieben koordinativen Fähigkeiten gehört die Differenzierungsfähigkeit. Dabei geht es unter anderem darum, angemessen mit unterschiedlichen Bällen umgehen zu können. © Jamuna Siehler

Mehr als sonst gefordert waren die Teilnehmer der ersten Fußball-Jugendtrainerschulung des Zeitungsverlags Waiblingen in diesem Jahr. Mehr als eineinhalb Stunden lang hielt sie Angelos Evangelou auf Trab. Er musste aber auch Übungen zu gleich sieben koordinativen Fähigkeiten in seinem Programm unterbringen. Die nächste ZVW-Schulung – in Schlechtbach oder bei SSV Steinach-Reichenbach – ist für den 30. Mai geplant.

Mehr als sonst gefordert waren die Teilnehmer der ersten Fußball-Jugendtrainerschulung des Zeitungsverlags Waiblingen in diesem Jahr. Mehr als eineinhalb Stunden lang hielt sie Angelos Evangelou auf Trab. Er musste aber auch Übungen zu gleich sieben koordinativen Fähigkeiten in seinem Programm unterbringen.

Die Koordination zählt zu den wichtigsten Fähigkeiten jedes Sportlers. Nichts funktioniert im Sport ohne sie, zumindest nicht gut. Was aber früher im täglichen Leben eines Kindes automatisch beim Toben draußen geschult wurde, muss heute gezielt in Schule und Verein geübt werden. Und zwar schon in jüngsten Jahren. Koordinationsübungen sollten deshalb, so Angelos Evangelou, Leiter der ZVW-Jugendtrainerschulungen, ständiger Bestandteil jeder Trainingseinheit sein.

Eine gute Koordination befähigt den Sportler dazu, Bewegungen in vorhersehbaren und auch überraschenden Situationen schnell zu lernen und danach auch sicher umzusetzen. Das Ziel heißt im Fußball: Situationen schnell erfassen und zielgerichtet darauf reagieren.

An Übungen dazu mangelt es nicht. Jeder Trainer kann sie zudem gezielt auf die sieben wichtigsten koordinativen Fähigkeiten herunterbrechen. Evangelou stellte bei der Schulung auf dem Gelände des FSV Waiblingen zu jeder Fähigkeit vier, fünf Übungen vor, was Zeit kostete und jede Menge Schweißtropfen.

Die sieben koordinativen Fähigkeiten

Bei der Differenzierungsfähigkeit geht es darum, den Muskeleinsatz richtig zu dosieren, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bällen gleichermaßen gut umzugehen oder auf unterschiedlichen Distanzen optimal zu reagieren. Gerade dieses Training sollte möglichst früh beginnen. Bei der Orientierungsfähigkeit geht es darum, zu erkennen, wo stehe ich, meine Mitspieler oder der Gegner, und wie entscheide ich mich bei meiner nächsten Aktion? Reaktionsfähigkeit oder auch Gleichgewichtsfähigkeit erschließen sich jedem schnell, aber wozu ist Rhythmisierungsfähigkeit nötig? Zum Beispiel um den richtigen Bewegungsrhythmus zu finden, flüssig zu laufen. Oder den Spielrhythmus zu finden, nicht in wilden Aktionismus zu verfallen.

Mit Kopplungsfähigkeit ist unter anderem gemeint, beim Sprinten die Teilkörperbewegung der Arme optimal mit der Gesamtbewegung in Einklang zu bringen – und mit der Umstellungsfähigkeit, auf neue Situationen angemessen zu reagieren.

Die sieben koordinativen Fähigkeiten mögen in Einzelteilen scheinbar natürliche Fähigkeiten beschreiben, die nicht eigens trainiert werden müssen. Doch davon berichten Jugendtrainer immer wieder: Was einmal als Bewegung galt, die jedes Kind mehr oder weniger gut ausführen kann, ist heute für immer mehr bereits die erste Hürde, um überhaupt im Training mithalten zu können. Guter Fußball ist davon noch weit entfernt. Umso wichtiger ist es, darauf in jedem Training gezielt einzugehen. Allerdings sollen die einzelnen koordinativen Fähigkeiten nie nur isoliert trainiert werden, der Trainer sollte vielmehr immer mehrere unterschiedliche Übungen einbauen.

Die nächste ZVW-Schulung – in Schlechtbach oder bei SSV Steinach-Reichenbach – ist für den 30. Mai geplant.