Rems-Murr-Sport

Trotz Platz zwei: Aufstieg ist für den TB Beinstein kein Thema

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Daniel Funk steht dem TB Beinstein wieder zur Verfügung. © ZVW

Zwei Spielzeiten lang hat der TB Beinstein versucht, in der Fußball-Kreisliga A II den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Jetzt ist er in die A I zurückgekehrt, rechnete sich nichts aus und steht doch überraschend auf Platz zwei.

Die Beinsteiner hatten 2013 nach dem Abstieg aus der Bezirksliga ihre zweite Mannschaft stärker besetzt und in der A II das Projekt Wiederaufstieg gestartet. Team eins spielte gleichzeitig in der A I. Das Projekt scheiterte, wenngleich 2013/14 Platz zwei, punktgleich mit Meister SV Allmersbach, heraussprang. In der Rückrunde der vergangenen Saison wurde die Spielerverteilung revidiert. Es galt, Team eins in der Kreisliga A I zu halten, Team II trat freiwillig den Weg in die B IV an. TBB-Spielertrainer Nico Spina: „Es macht eben mehr Spaß, als Beinsteiner gegen Waiblingen zu spielen als gegen Unterrot.“

Das können die Beinsteiner nun wieder. Der Vergleich mit dem FSV Waiblingen ging zwar deutlich in die Hose (0:5), insgesamt aber kann sich die TBB-Bilanz in der aktuellen Saison sehen lassen. Zwei Punkte hinter Spitzenreiter SV Breuningsweiler, aber vier vor dem deutlich höher gewetteten FSV Waiblingen. Gelingt jetzt der Aufstieg, der gar nicht angepeilt worden ist?

„Wir haben definitiv nicht das Ziel Aufstieg“, sagt Spina. „Ich sehe andere Mannschaften wie Breuningsweiler, FSV Waiblingen, Birkmannsweiler und Stetten personell besser besetzt.“ Die Ziele des TBB seien andere. „Beinstein hat über Jahre hinweg mit weitgehend unveränderter Mannschaft gespielt“, sagt Spina. Das Ziel heiße deshalb: „Neues Blut in die Mannschaft.“ Der TBB solle wieder interessant werden für junge Spieler aus der Umgebung.

Die gute Platzierung zeigt offenbar bereits Wirkung. Neu im Kader sind Ivan und Niko Saggio vom Bezirksligisten ASGI Schorndorf und Tolunay Secilmis vom SV Ümmet Stuttgart. Sie alle, so Spina, wohnen in Beinstein. Verlassen haben den TB Adis Skenderovic (Iraklis Waiblingen) und Luigi Indrieri (SG Schorndorf). Philippe Dekelver (31) hat aufgehört, weil sein Knie nicht mehr mitmachte. Spina: „Er fehlt menschlich wie sportlich.“

Womöglich kommt bei fremden Spielern auch die Beinsteiner Spielweise gut an. Er und Co-Trainer Jens Pfeifer legten Wert auf spielerische Mittel, sagt Spina. „Wir wollen viel den Ball haben.“ Das klappe nicht immer, Fehler führten dann oft zu Gegentoren, doch allzu schlecht scheinen die Spieler das Ballbesitzspiel nicht umzusetzen. Niederlagen gab es bisher nur gegen Breuningsweiler (Spina: „Ärgerlich, dass wir das kurz vor Schluss noch verloren haben“) und den FSV („Der war an dem Tag zwei Klassen besser als wir“). Hinzu kamen Unentschieden in Schmiden und gegen Hertmannsweiler. Aber, so der Trainer, „in einigen Spielen ist auch das Glück auf unserer Seite gewesen“.

Im ersten Punktspiel des Jahres empfängt Beinstein am 28. Februar den TSV Haubersbronn. 4:1 schlug er den Aufsteiger in der Vorrunde. Die Vorbereitung verlaufe bisher ordentlich, die positive Serie könnte sich also fortsetzen. Dennoch sei die Bezirksliga vielleicht mittelfristig wieder ein Thema, weil in den kommenden Jahren gute Spieler aus der Jugend nach oben kämen, derzeit allerdings nicht.

Ein aktuelles Thema ist für Spina (33) dagegen, selbst nicht mehr so oft auflaufen zu müssen. Geschadet jedoch hat’s der Mannschaft nicht, siebenmal hat Spina getroffen (wie auch Danni Daubenfeld und Felix Salzer). Angesichts der Neuzugänge – auch Daniel Funk steht nach langer Verletzungspause (Knöchelbruch) wieder zur Verfügung – könne er sich aber jetzt wieder mehr auf seine Aufgabe als Trainer zurückziehen.

Dabei dürfte er genug zu tun haben, auch wenn er derzeit – wirklich? – gar nicht ans Aufsteigen denkt.