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TSG Backnang braucht einen neuen Trainer

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Evangelos Sbonias (links neben Marc Erdmann) verlässt die TSG Backnang zum Saisonende © Tobias Sellmaier

Fußball-Verbandsliga. Die Entscheidung ist gefallen: Evangelos Sbonias verlässt am Saisonende die TSG Backnang. Unabhängig davon, ob der Trainer mit dem Verbandsliga-Spitzenreiter dann den Aufstieg in die Oberliga geschafft hat oder nicht. Der Abschied des erfolgreichen Coaches kommt etwas überraschend. Vor allem, da Sbonias angeblich noch keinen neuen Verein hat.

Der Verein wollte den Trainer halten, hat es aber nicht geschafft, den 37-jährigen Coach vom Bleiben zu überzeugen. Nach gut eineinhalb Jahren trennen sich die Wege. Sbonias will seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Dabei macht der Coach des Spitzenreiters klar, dass seine Entscheidung kein Schnellschuss gewesen, sondern über Wochen hinweg gereift sei. Zum Warum äußert er sich nicht.

Unklarheit über die Gründe

TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann berichtet von einem finalen Gespräch, „das wie gewohnt sehr offen, freundschaftlich und vertrauensvoll verlief“. Schlecht für den sportlichen Leiter der Backnanger Verbandsliga-Elf sowie TSG-Sportvorstand Rüdiger Lüftner war nur, dass sie den Coach nicht vom Verbleib in Backnang überzeugen konnten. Ob ein anderer Club ein verlockenderes Angebot hat, weiß Erdmann nicht. Tatsache sei aber, dass Sbonias immer wieder Anfragen von höherklassigen Vereinen hatte. Fakt ist auch, dass der 37-jährige A-Lizenz-Inhaber, der als Co-Trainer von Oliver Zapel in Großaspach sowie bei Werder Bremen II Erfahrung im Profifußball sammelte, ein weiteres Engagement in der Oberliga und höher nie richtig aus den Augen verloren hat.

Nun hat Evangelos Sbonias Nägel mit Köpfen gemacht. Dabei, so der Trainer, sei die Zusammenarbeit mit seinem Trainerstab, der Mannschaft und den Verantwortlichen außergewöhnlich gewesen und bereite ihm immer noch viel Spaß. Dafür sei er auch dankbar, vor allem gegenüber Erdmann und Lüftner.

Die beiden TSG-Funktionäre geben das Lob zurück: „Wir bedauern seine Entscheidung zutiefst, können sie aber auch nachvollziehen.“ Marc Erdmann berichtet davon, dass er und der Coach von Anfang an einen sehr engen und freundschaftlichen Draht zueinander hatten. Entsprechend froh war Erdmann vor dieser Saison, als der Coach nach dem unglücklichen Abstieg aus der Oberliga nicht von der Fahne ging. Schließlich hatte Sbonias, der nach der Trennung von Andreas Lechner im Herbst TSG-Trainer geworden war, mit der TSG eine klasse Rückrunde hingelegt. Backnang war fünftbestes Team in der zweiten Saisonhälfte.

Sbonias' gute Bilanz

Die gute Bilanz war jedoch auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Erdmann: „Als wir den Vertrag vergangenen Sommer noch einmal um ein Jahr verlängern konnten, stand für mich schon fest, dass der Tag X kommt, an dem er zu neuen Ufern bei noch ambitionierteren Vereinen aufbricht.“ Der 48-Jährige sagt, dass er im Moment zwar traurig, andererseits aber stolz sei, einen solchen Trainer beschäftigt zu haben. Für Marc Erdmann steht fest, dass jeder im Verein alles für die Rückkehr in die Oberliga tun werde, um dem Coach den gebührenden und verdienten Abschied zu ermöglichen. Wobei der Aufstieg momentan in der Warteschleife hängt, ist die Saison doch aufgrund des Coronavirus unterbrochen. Ob die Runde fertiggespielt wird, ist unklar. Bei einem Abbruch wiederum ist zwar nicht gerade unwahrscheinlich, dass die mit elf Punkten Vorsprung vor Hollenbach führende TSG in die Oberliga hochdarf, doch sicher ist das eben nicht.