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TSV Schornbach: Erst nur Verfolger, dann souveräner Meister

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Meister der Fußball-Bezirksliga: der TSV Schornbach bei der Wimpelübergabe durch Staffelleiter Lothar Holzwarth (ganz rechts) an Spielführer Dominik Parham. Hintere Reihe von links: Betreuer Michael Klasik, Betreuer Siegmund Roser, Spielleiter Tobias Morawietz, Trainer Giuseppe Greco, Ahmet Eren, Deniz Salmond, Süleyman Daylan, Fabian Burkhardt, Alexander Nita, Christopher Nachtweyh, Nico Klasik, Felix Rösch, Abteilungsleiter Werner Müller. Vorne: Timo Morawietz, Koray Yldiz, Konrad Petridis, Fabio Romanello, Mario Cerchia, Dimi Guliamanis, Gürsoy Gebes, Gianluca Tosto, Pascal Hasert. © ZVW

Gleich mit acht Punkten Vorsprung auf den TSV Schwaikheim hat sich der TSV Schornbach die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga gesichert. Dabei waren die Schwaikheimer der Topfavorit gewesen. Die Schornbacher hatten zudem fast die gesamte Saison über nur auf den Verfolgerpositionen gelegen. Zum Glück, meint Spielertrainer Giuseppe Greco.

„Es ist gut, dass wir nicht zu früh den Platz an der Sonne hatten“, sagt Greco. So mussten seine Spieler immer Gas geben, konnten sich nicht ausruhen. Allerdings hatte der Trainer lange Zeit auch das Problem, dass sich der Kader zu wenig zutraute. Können wir es schaffen? Statt: Ja, wir können es schaffen. „Dieses Fragezeichen war in den Köpfen drin.“ Es verabschiedete sich erst nach dem 4:0 beim Mitfavoriten Kaisersbach, dem zweiten Spiel im Jahr 2016. Danach gab’s noch zwei Unentschieden (eins, als der Titel schon feststand) und eine – überraschende – Niederlage in Sulzbach-Laufen, den Rest gewannen die Schornbacher. Als konstanteste und beste Rückrundenmannschaft holten sie sich schließlich sogar vorzeitig die Meisterschaft.

Für Greco war dieser Mentalitätswechsel ausschlaggebend. Natürlich konnte er auch auf einen Kader mit Qualität zurückgreifen: Christopher Nachtweyh und Greco selbst haben bereits in der Regionalliga gespielt, Dominik Parham in der Oberliga und Timo Morawietz in der Verbandsliga. Genauso Torwart Carl Zimmermann, der in der Winterpause von der TSG Backnang kam und den immer wieder von Verletzungen geplagten Dimitrios Guliamanis ablöste.

Nachtweyh spielte zunächst in der Innenverteidigung, später aber im defensiven Mittelfeld (auf der Sechs), konnte sich damit besser nach vorne entfalten. Timo Morawietz, so Greco, habe zwar selbst wenig Tore geschossen oder vorbereitet, sei aber in der Spieleröffnung sehr wichtig gewesen. Ein entscheidender Faktor sei zudem eine taktische Veränderung in der Rückrunde gewesen. Greco hatte in der Hinrunde jeweils die stärkste Elf von Beginn aufgeboten. In der Rückrunde dagegen ließ er oft gute Spieler zunächst auf der Bank und setzte sie erst nach etwa 60 Minuten ein, wenn der Gegner erste Ermüdungserscheinungen zeigte. Das habe oft die Entscheidung gebracht – und die Spieler hätten es immer akzeptiert, wenn sie erst später eingewechselt wurden.

In der Landesliga aber, das ist Greco klar, werde das nicht funktionieren. Ohnehin müsse es bei den Spielern zu einem „großen Umdenken“ kommen. Es gehe künftig zunächst darum, in der Defensive gut zu stehen. Überhaupt in der Liga zu bleiben, werde schwer. Der TV Oeffingen ist vor einem Jahr ohne eine Niederlage aufgestiegen und hat sich durch eine starke Rückrunde gerade noch retten können. „Wir sind gewarnt“, sagt Giuseppe Greco.

Neuzugänge gebe es noch keine zu vermelden. Zumindest der aktuelle Kader bleibt wohl zusammen. Obwohl, so Greco, einige sogar Angebote aus der Verbandsliga bekommen hätten. Das aber werde nicht ausreichen. Der Kader müsse erweitert werden. „Mehr Trainingseinheiten, höhere Intensität in den Spielen – schon in dieser Saison hat sich die Mannschaft oft von alleine aufgestellt“, sagt Greco.

Während die anderen feiern, ist der Trainer deshalb schon im Vorbereitungsstress: mit Spielern sprechen, Vorbereitungsspiele organisieren. „Da merkt man schon den enormen Aufwand.“

Von drei, vier Spielern, die den TSV aber nicht nur ergänzen, sondern weiterbringen müssen, spricht Abteilungsleiter Werner Müller. Der Aufstieg sei für „Schornbach eine Riesensensation“. Aber darauf habe der Verein ja in den letzten Jahren hingearbeitet. Jetzt gilt es, dafür zu sorgen dass die erste Saison des TSV Schornbach nicht auch gleich wieder die – vorerst – letzte ist. Aber wenn der TSV die Neuzugänge, auf die er hofft, bekommt, dann, so Müller, „bin ich sicher, dass wir nicht nur gegen den Abstieg spielen werden.“

Info

Der TSV Schornbach hat erstmals den Sprung in die Landesliga geschafft.

Erst seit 2013 spielt er wieder in der Bezirksliga. Er war über die Relegationsrunde aufgestiegen. Schon von 1995 bis 2000 zählte er zur Bezirksliga.

In der aktuellen Saison brachte er es in der Hinrunde auf 29 Punkte und damit Platz drei, allerdings nur einen Zähler hinter Spitzenreiter SV Kaisersbach und dem Zweitplatzierten, SV Remshalden. Die Rückrundentabelle führt er mit 33 Punkten klar an vor dem TSV Schwaikheim (27) und dem SC Korb (24).

In der Heimwertung liegt er unbesiegt mit 34 Punkten auf Platz eins, in der Auswärtswertung ist er mit 29 Punkten Erster.

Erfolgreichste Torschützen sind Konstantinos Petridis (28 Tore) und Dominik Parham (22).

In der kommenden Spielzeit tritt der TSV mit drei Teams an: Landesliga, Kreisliga B und Reservemannschaft.