Rems-Murr-Sport

Unerschütterlich am Tabellenende

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Domenico Rispoli (links) und Klaus Weißhäupl vom FC Winnenden. © Schneider/ZVW

Winnenden. Zwölf Spiele, null Siege, zehn Niederlagen, zwei Unentschieden. 14 selbst erzielten Toren stehen 68 Gegentore gegenüber. Letzter Tabellenplatz. Nein, wir reden nicht über den VfB Stuttgart, sondern über den FC Winnenden.

Liest man diese Statistik, könnte es einem eiskalt den Rücken herunterlaufen. Nicht so ergeht es jedoch Domenico Rispoli und Klaus Weißhäupl. „Die Ergebnisse passen einfach nicht zu den Spielern, die wir haben. Es wäre weitaus mehr drin“, erklärt Klaus Weißhäupl, Sportlicher Leiter des FC Winnenden. Aktuell ist es jedoch der letzte Tabellenplatz. Eine Tatsache, die vielleicht auch den Turbulenzen in der Saisonvorbereitung geschuldet ist.

„Bereits vor der Saison gab es Unstimmigkeiten mit unserem damaligen Trainer, was die Bezahlung, den Vertrag und beruflich bedingte Auszeiten anging. Diese führten leider dazu, dass wir uns von ihm getrennt haben“, erzählt Vorstandsmitglied Domenico Rispoli. Die erste Mannschaft des FC stand also kurz vor der Saison ohne Trainer da. Zu allem Übel solidarisierten sich auch noch zehn Spieler mit dem geschassten Übungsleiter und verließen den Verein. Die fehlenden Spieler wurden durch Personal aus der zweiten Mannschaft ersetzt.

Spieler verlassen den Verein und kehren nach Aussprache zurück

„Hinzu kamen dann aber auch noch einige Verletzte, so dass wir in den ersten Spielen einen starken Spielermangel hatten“, sagt Rispoli, der die erste Mannschaft aktuell gemeinsam mit Weißhäupl interimsmäßig trainiert. Deshalb haben sich die Verantwortlichen des FC nach einem langen Hin und Her dazu entschieden, die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden. Eine harte, wenngleich auch nachvollziehbare Entscheidung. Zum damaligen Zeitpunkt war den Verantwortlichen jedoch auch noch nicht bewusst, dass ein Großteil der Spieler, die sich mit dem ehemaligen Trainer solidarisierten, nach einer Aussprache wieder in den Verein zurückkehren. Ein Umstand, der nun dafür sorgt, dass sich in der ersten Mannschaft bis zu 40 Spieler tummeln.

„Das ist natürlich nicht optimal. Wir müssen Härtefälle treffen, und Spieler, die regelmäßig ins Training kommen, müssen am Spieltag zu Hause bleiben“, sagt Rispoli. Für die nächste Saison plant man im Verein jedenfalls wieder mit einer zweiten Mannschaft. „Ursprünglich war ich für die zweite Mannschaft zuständig. Es wäre quasi mein Projekt gewesen. Nun helfe ich aber in der ersten Mannschaft aus“, erzählt der 34 Jahre alte Domenico Rispoli. Deshalb sind die Verantwortlichen aktuell auf der Suche nach einem neuen Trainer. Trotz des Umstands, dass es sich um eine ehrenamtliche Trainerstelle handelt, geht man beim FC von einer baldigen Vollzugsmeldung aus.

Positives gibt es von der Jugendarbeit zu berichten

Beim Blick auf den bisherigen Saisonverlauf könnte der Eindruck entstehen, dass es in der Mannschaft nicht stimmt oder den Spielern durch die fehlenden Erfolgserlebnisse jegliche Motivation fehlt. „Die Jungs wollen und ziehen im Training voll mit“, sagt Weißhäupl und fährt fort: „Gegen den Tabellenführer aus Miedelsbach haben wir beispielsweise 2:0 geführt und in der letzten Minute das Gegentor zu einer bitteren 2:3 Niederlage kassiert. Auf der anderen Seite bekommen wir dann aber gegen Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle sieben oder acht Gegentore. Das ist für mich unerklärlich, auch wenn man bedenken muss, dass ein Großteil unserer Mannschaft ein Jahr lang keine Spielpraxis hatte.“

Erfreulicheres hat er hingegen von der Jugendarbeit des Vereins zu berichten. „Wir haben aktuell eine Bambini-Mannschaft, eine F-Jugend, zwei E-Jugenden und eine A-Jugend. Wenn man bedenkt, dass wir innerhalb eines Jahres von null auf 100 durchgestartet sind und nach wie vor jeden Tag dazulernen, dann ist das super.“ Wenn es nach Weißhäupl geht, dann soll es mit den positiven Schlagzeilen bald auch bei der ersten Mannschaft weitergehen. „Jetzt wollen wir erst mal eine gute Rückrunde spielen und dort die Basis für eine starke nächste Saison legen.“


90 Euro Strafe

Für die Abmeldung der zweiten Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb wurde dem FC Winnenden eine Strafe in Höhe von 90 Euro aufgebrummt.

Die Aktiven und die A-Jugend des FC Winnenden trainieren jeden Dienstag und Donnerstag von 19.30 bis 21 Uhr. Die Jugendmannschaften trainieren ebenfalls dienstags und donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr (Albertviller Straße 58). Interessierte können einfach vorbeikommen.