Rems-Murr-Sport

Ungleicher Kampf um Platz zwei

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Die Chancen stehen schlecht, doch die Urbacher (hier Arda Cetinkaya im Spiel gegen Beinstein) wollen im Kampf um Platz zwei gegen den FSV Waiblingen noch einmal alles geben. Archivbild. © Ramona Adolf

Es hätte ein Showdown werden können wie in einem Western: SC Urbach – FSV Waiblingen, der Sieger sichert sich Platz zwei in der Fußball-Kreisliga A I. Nach der Urbacher Niederlage in Breuningsweiler aber haben die Waiblinger die deutlich besseren Karten.

Der SC Urbach ist die Mannschaft der Rückrunde. Hätte er in Breuningsweiler nicht verloren, hätte die Partie am Sonntag gegen die Waiblinger noch viel mehr Brisanz. So aber sind die Chancen auf den Relegationsplatz doch deutlich gesunken. Auf nur 20, 30 Prozent, wie SCU-Trainer Ioannis Fotarellis meint. „In Breuningsweiler waren wir gehemmt.“ Dennoch werde seine Mannschaft im Duell mit dem aktuellen Zweitzplatzierten, dem FSV Waiblingen, noch einmal alles geben. „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen, egal, was am Ende dabei rauskommt.“ Nach 26 Punkten nach zehn Spielen in der Rückrunde (besser ist nur der SV Breuningsweiler) waren die Urbacher nah dran an Platz zwei. Fotarellis: „Ich bin mir ganz sicher, wenn wir uns in der Vorrunde schon so gesteigert hätten wie in der Rückrunde, wären wir Zweiter.“ Doch hier reichte es in 15 Spielen nur zu 24 Zählern.

Dennoch ist Fotarellis sehr zufrieden mit seinen Spielern. „Die Jungs haben sich Stück für Stück verbessert.“ Einer sogar so sehr, dass er künftig bei der TSG Backnang in der Verbandsliga spielt. Arda Cetinkaya (37 Tore) wird dem SCU fehlen. „Er muss diesen Schritt jetzt machen“, sagt sein Trainer. Und: „Jetzt entwickeln sich eben andere“ und der Nächste rücke in den Fokus. Am Sonntag ist dies noch einmal die ganze Mannschaft. Fotarellis: „Wir wollen unsere Zuschauer noch einmal begeistern.“

Die Waiblinger haben ihr Publikum nicht so oft begeistert wie erhofft. Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen ist der FSV Waiblingen mittlerweile froh, dass er überhaupt um den Relegationsplatz mitspielen darf – und das sogar mit besten Aussichten. Weil die Urbacher in Breuningsweiler verloren haben, gehen die Waiblinger mit drei Punkten Vorsprung ins vorletzte Spiel und zudem mit dem deutlich besseren Torverhältnis. Das heißt: Selbst bei einer Niederlage in Urbach stehen die Chancen auf die Aufstiegsrunde gut. Aber, so FSV-Trainer Manuel Doll: „Wir wollen kein Zitterspiel am letzten Spieltag.“ Das bedeutet: Auch wenn am Sonntag der SCU die Initiative ergreifen muss (und auch will), „wir wollen gewinnen, wir spielen nach vorne.“

Das tut der FSV die gesamte Runde schon, und zu Beginn schien es, als könne er auf Augenhöhe mit dem SV Breuningsweiler um den Titel spielen. Doch dann, so beschreibt es Doll, setzt sich der SVB ab. „Wir haben uns damit abgefunden, klarer Zweiter zu sein. Damit konnten wir leben.“ Schließlich aber sogar Platz zwei weg. Weil danach aber der TB Beinstein schwächelte und der FSV selbst wieder stärker wurde, sieht es nun wieder gut aus. Doll: „Wir sehen es jetzt als Geschenk an, dass wir wieder um den Relegationsplatz spielen dürfen.“

Dass der FSV so weit zurückfiel, hat mit zwei Dingen zu tun. „Wir sind zu brav“, sagt Doll. „Außer den Namhaften wie Kevin Habermann oder Luigi Nardella haben wir nur junge Spieler im Kader. Da ist Konstanz nicht zu erwarten.“ Seit Wochen beginne er jedes Spiel mit vier A-Jugendspielern. Zudem konnte der FSV den Ausfall von Stürmer Luigi Nardella (Schien-, Wadenbein- und Knöchelbruch) nicht kompensieren. Einige Wochen fiel zusätzlich auch noch Kevin Habermann aus. Deshalb wird der SFV den Kader für die kommende Saison deutlich aufstocken mit erfahrenen Spielern. Egal, in welcher Liga die dann auflaufen werden.

Wir verfolgen das Spiel mit der Kamera. Ausschnitte auf zvw.de/sportvideos

Info

Der FSV Waiblingen vermeldet für die kommende Saison sechs Neuzugänge. Vom Landesligisten SV Fellbach kommt Maurice Klaus zurück, vom Landesligisten TV Oeffingen schließt sich Markus Lyska den Waiblingern an. Tim Kopp kommt vom TV Stetten, Igor Jelic und Kevin Ciapetta stammen aus der FSV-A-Jugend und spielen in dieser Saison bei ASGi Schorndorf. Mit Tobias Veit vom TSV Schwaikheim II schließlich rückt der aktuelle Toptorjäger der Kreisliga A II in den FSV-Kader. Er hat bereits 36-mal getroffen. „Veit, Lyska und Klaus sind die absoluten Wunschspieler vom Trainer, hinter denen er schon einige Zeit her ist“, sagt FSV-Spielleiter Klaus Würtele.

In der A I führt der Urbacher Arda Cetinkaya mit 37 Treffern die Torjägerliste an. Ihn werden die Urbacher verlieren. Er wechselt zum Verbandsligisten TSG Backnang.