Handball im Rems-Murr-Kreis

VfL-Handballerinnen etwas zu gehemmt beim Meister - 23:44

Gisa
So frei wie hier Kimberly Gisa kam der VfL Waiblingen gegen die erwartungsgemäß überlegene SG BBM Bietigheim selten zum Abschluss. Hier schauen (von links) Xenia Smits, Kaba Gassama und Veronika Malá zu. © Heiko Potthoff

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen haben ihr erstes Auswärtsspiel in der ersten Bundesliga erwartungsgemäß verloren. Der Meister SG BBM Bietigheim wurde seiner klaren Favoritenrolle beim 44:23 (21:10) gerecht. Der Neuling dagegen agierte in etlichen Situationen mit zu viel Respekt und lud die SG mit leichten technischen Fehler zu einem Dutzend Gegenstoßtoren ein. Unterm Strich indes darf dieses Spiel gegen die Übermannschaft von Trainer Markus Gaugisch, die ihren 57. Sieg hintereinander feierte, kein Maßstab sein für das Team von Trainer Thomas Zeitz. Dass ausgerechnet der Liga-Neuling die Serie der SG BBM beenden würde, war von vorneherein nahezu ausgeschlossen.

Der Kopf ist klar beim Meister

Markus Gaugisch brauchte kein Understatement betreiben vor dem Derby. „Körperlich und von der Erfahrung her sind wir dem VfL einen Schritt voraus“, sagte der Bietigheimer Trainer. „Die entscheidende Komponente wird sein, ob wir den Kopf für dieses Spiel haben werden.“

Die Sorgen des Coaches waren unbegründet: Sein Team machte vom Start weg mächtig Dampf. Die bewegliche Abwehr störte die VfL-Angreiferinnen früh, die Gäste wirkten verunsichert und leisteten sich etliche Fehlabspiele und Stürmerfouls. Zudem scheiterten sie, wie zum Saisonauftakt gegen Neckarsulm, gleich mehrfach mit guten Chancen. Die SG-Keeperin Melinda Szikora zeigte ihre Klasse.

Abgezockter Gegner schnappt sich immer wieder Bälle

Beim 1:7-Rückstand nach zehn Minuten sah sich der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz zur Auszeit gezwungen. Doch auch danach legte der VfL seine Nervosität nicht ab, die abgezockten Bietigheimerinnen um die starken Karolina Kudlacz-Gloc, Xenia Smits und Antje Döll nutzten jeden noch so kleinen Fauxpas des VfL eiskalt aus. 11:3 stand’s nach einer Viertelstunde, ehe die Gäste ein bisschen besser ins Spiel kamen. Rabea Pollakowski verkürzte auf 6:14 (20.). Anschließend jedoch häuften sich die leichten Fehler wieder. Trine Östergaard erhöhte beim 20:8 auf zwölf Tore Differenz (26.), zur Pause stand’s 10:21 aus Sicht des VfL Waiblingen.

Die Hoffnung der Gäste, dass es die Bietigheimerinnen angesichts des klaren Vorsprungs etwas ruhiger angehen lassen würden, zerschlug sich rasch. Die SG hielt das Tempo hoch, der VfL tat sich weiter schwer gegen die aufmerksame Deckung. Nach 42 Minuten war der Rückstand auf 20 Tore angewachsen (14:34).

Es fehlt an diesem Abend die Passsicherheit

Nach einer Auszeit versuchte der VfL, im Sieben gegen sechs Lösungen zu finden – doch auch darauf war der Meister vorbereitet. Dem VfL fehlte an diesem Abend die Passsicherheit, so hatte Bietigheim weiter leichtes Spiel. In den letzten zehn Minuten indes legte der VfL die Hemmungen ab, hatte einige guten Aktionen und zeigte seine spielerischen Möglichkeiten. Leonie Henkel gelangen von Rechtsaußen tolle Tore, auch der Rückraum suchte mutiger die Lücken in der gegnerischen Deckung.

Ein besonders Erlebnis hatte Magdalena Probst: Die Jugend-Nationalspielerin des VfL, die in der vergangenen Saison noch das Trikot der SG BBM Bietigheim getragen hatte, verwandelte gegen ihren Ex-Club zwei Strafwürfe eiskalt.

Weiter geht’s für den VfL mit dem Heimspiel gegen Bad Wildungen

Am Ende gewann die SG BBM Bietigheim standesgemäß mit 44:23 – allerdings um ein paar Tore zu hoch, weil sich Waiblingen den einen oder anderen Gegentreffer quasi selbst ins Netz legte.

Nun gilt’s für den VfL Waiblingen, das Spiel und die deutliche Niederlage richtig einzuordnen. Es ging darum, sich gut zu präsentieren. Das gelang mal besser und mal weniger gut. Ob des hohen Ergebnisses braucht sich der VfL nicht zu grämen: Im ersten Spiel hatte Bietigheim beim BSV Sachsen Zwickau ebenfalls mit 21 Toren Differenz gewonnen – 36:15.

Weiter geht’s für den VfL am Samstag, 24. September (18 Uhr), mit dem Heimspiel gegen die HSG Bad Wildungen. Ein Gegner, der eher der Waiblinger Kragenweite entspricht.

SG BBM Bietigheim: Szikora, Moreschi; Gassama (6), Döll (7), Meyer (2), Inger Smits (3), Kudlac-Groc (4), Naidzinavicius (1), Dulfer (2), Kelly Smits (6), Östergaard (2), Maidhof (6/3), Behrend (1), Malá (3).

VfL Waiblingen: Zec, Meißner, Wunsch; Nagler (2/1), Probst (2/2), Klingler (2), Brand (1), Hammer (1), Hertha (3), Gisa (2), Henkel (3), Jäger (1), Pollakowski (4), Herbst, Eckardt (2).

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen haben ihr erstes Auswärtsspiel in der ersten Bundesliga erwartungsgemäß verloren. Der Meister SG BBM Bietigheim wurde seiner klaren Favoritenrolle beim 44:23 (21:10) gerecht. Der Neuling dagegen agierte in etlichen Situationen mit zu viel Respekt und lud die SG mit leichten technischen Fehler zu einem Dutzend Gegenstoßtoren ein. Unterm Strich indes darf dieses Spiel gegen die Übermannschaft von Trainer Markus Gaugisch, die ihren 57. Sieg hintereinander

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