Handball im Rems-Murr-Kreis

VfL Waiblingen: Erstliga-Debüt der Handballerinnen macht trotz Niederlage Mut

Foul05
In der ersten Liga geht’s zur Sache, das spürt hier die Waiblingerin Vanessa Nagler im Zweikampf mit Daphne Gautschi (Mitte Vivien Jäger, rechts Olga Gorshenina). Der VfL steckte aber nicht zurück. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen haben ihr erstes Spiel in der Ersten Bundesliga gegen die Sport-Union Neckarsulm erwartungsgemäß verloren. So deutlich indes, wie es das 23:30 (14:16) vermuten lässt, waren die Kräfteverhältnisse nicht: Der Aufsteiger zeigte vor 723 Zuschauern in der Rundsporthalle eine couragierte Leistung und führte gegen die favorisierten Gäste nach 40 Minuten mit 21:20. Matchwinnerin bei Neckarsulm war in der entscheidenden Phase die frühere Torhüterin des SC Korb: Sarah Wachter nagelte ihren Kasten förmlich zu.

Im Grunde genommen ist das Erstliga-Debüt des VfL Waiblingen genauso verlaufen, wie es sich der Trainer Thomas Zeitz erhofft hatte. Ein Sieg gegen das Top-Team aus Neckarsulm wäre einer Sensation gleichgekommen. Wichtig war, dass sich der Liga-Neuling bei seiner Premiere nicht aus der Halle schießen lässt. Das war nicht der Fall – im Gegenteil: Die Tigerinnen zeigten dem Gegner lange Zeit die Zähne, spielten mutig und konzentriert. Die offensichtlich überraschten Neckarsulmerinnen mussten gar um die fest eingeplanten Punkte bangen.

Am Ende spielt Neckarsulm seine Erfahrung aus

„Wir haben sicherlich nicht unser bestes Spiel gemacht“, sagte die Gästetrainerin Tanja Logvin nach dem Spiel. „Ich bin froh, dass wir gegen Spielende unsere Erfahrung in der ersten Liga gezeigt haben.“ Diese Abgezocktheit und die individuelle Klasse der Sport-Union erkannte auch Thomas Zeitz an, der nach der Partie dennoch ein bisschen hin- und hergerissen war. „Einerseits bin ich sehr stolz, dass wir so lange so gut mitgehalten haben“, sagte er. Andererseits seien die vielen vergebenen freien Chancen bei Gegenstößen „sehr ärgerlich“ gewesen. „Vielleicht wäre Neckarsulm ins Nachdenken gekommen, wenn wir das Spiel länger eng hätten halten können.“

Grübeln, wie er den Aufsteiger auf Distanz halten kann, musste der Favorit von Beginn an. Thomas Zeitz hatte seine Spielerinnen hervorragend eingestellt – taktisch wie mental. Ohne Furcht vor großen Namen ging der VfL forsch ans Werk. Mit 5:2 führte das Heimteam nach sieben Minuten, die begeisterten Zuschauer in der stimmungsvollen Rundsporthalle staunten. Auch die frühe Auszeit der Gästetrainerin änderte wenig daran, dass kaum ein Leistungsunterschied zu erkennen war. Die VfL-Torhüterin Celina Meißner zeigte eine klasse Leistung, die Abwehr störte den Neckarsulmer Spielfluss geschickt. So kam der wurfkräftige Rückraum kaum zu aussichtsreichen Wurfchancen.

Die Gäste versuchen es mit Tempo

Die Gäste versuchten, dem VfL mit hohem Tempo über die erste, zweite und dritte Welle beizukommen. Die Defensive stand aber weiterhin sehr gut, auch der Rückzug stimmte. Natürlich blitzte hin und wieder die individuelle Klasse der Sport-Union um die routinierte Olga Gorshenina auf. Und im Positionsangriff hatte der VfL Waiblingen hier und da seine Schwierigkeiten, verlor aber nicht die Geduld.

Gorshenina brachte ihr Team beim 8:7 (20.) erstmals in Führung, verunsichern indes ließ sich Waiblingen nicht. Im letzten Drittel der ersten 30 Minuten häuften sich die Fehler etwas, sodass die Gäste mit der 16:14-Führung in die Halbzeit gingen.

Neckarsulm versuchte nach der Pause, dem VfL mit zwei Kreisläuferinnen beizukommen. Zu Luisa Schulze gesellte sich Sharon Nooitmeer. Letztere nahm zudem in der Abwehr die offensive Rolle ein. Kurze Zeit schien es so, als fruchtete diese Maßnahme, die Gäste führten mit 18:15 (34.).

Anja Logvin wechselt mit Sarah Wachter den Sieg ein

Der VfL ließ sich aber nicht abschütteln und kam stark zurück. Vanessa Nagler drehte beim 21:20 (40.) die Partie wieder. Zum ersten Mal seit dem 7:6 war Waiblingen wieder im Vorteil. Nach einer Auszeit wechselte Tanja Logvin gewissermaßen den Sieg ein. Wachter, die zwischenzeitlich Valentyna Salamakha Platz machen musste, kehrte zurück zwischen die Pfosten – und wie. Viermal parierte Wachter bei Kontern spektakulär, hinzu kamen drei technische Fehler des VfL und zwei weitere Fehlwürfe. Das nutzte Neckarsulm zu einem 4:0-Lauf und zur 24:21-Führung (50.) – und gewann mehr und mehr an Sicherheit. Waiblingen ließ weiter zu viel liegen, Wachter war schier unüberwindbar. Die Gäste dagegen nutzten ihre Chancen konsequent, spätestens nach dem 27:23 durch Nooitmeer fünf Minuten vor dem Ende war die Partie entschieden. Letztlich fiel die 23:30-Niederlage des VfL um zwei, drei Tore zu hoch aus.

Für den VfL Waiblingen steht an diesem Mittwoch (19 Uhr) bereits die nächste, noch schwierigere, Aufgabe, beim Deutschen Meister SG BBM Bietigheim an.

VfL Waiblingen: Zec, Wunsch, Meißner; Nagler (5/2), Probst, Klingler, Brand (1), Hammer, Hertha (2), Gisa, Henkel (1), Jäger (1), Pollakowski (5), Herbst (4), Eckhardt (4).

Sport-Union Neckarsulm: Salamakha, Wachter; Ihlefeldt, Nooitmeer (3), Mann, Verbraeken (1), Zickero (2), Kükükyldiz, Gorshenina (8/1), Gautschi (1), Bruggeman (4), Schulze (4), Johannsen, Smits, Engel (4), Moser (3).

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen haben ihr erstes Spiel in der Ersten Bundesliga gegen die Sport-Union Neckarsulm erwartungsgemäß verloren. So deutlich indes, wie es das 23:30 (14:16) vermuten lässt, waren die Kräfteverhältnisse nicht: Der Aufsteiger zeigte vor 723 Zuschauern in der Rundsporthalle eine couragierte Leistung und führte gegen die favorisierten Gäste nach 40 Minuten mit 21:20. Matchwinnerin bei Neckarsulm war in der entscheidenden Phase die frühere Torhüterin des SC Korb:

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper