Rems-Murr-Sport

VfL Wolfsburg als Motivationsfaktor

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Der SV Kaisersbach ist nun nicht gerade Real Madrid, aber er hat unter der Woche – wie die Spanier – erlebt, wie schnell man als Favorit scheitern kann © ZVW

Wolfsburg schlägt Real Madrid und das nicht etwa am 1. April. Das zeigt, was alles möglich ist, und könnte auch dem einen oder anderen Rems-Murr-Verein Mut machen. So mancher hätte es dringend nötig.

Bezirksliga. Der SV Kaisersbach ist nun nicht gerade Real Madrid, aber er hat unter der Woche – wie die Spanier – erlebt, wie schnell man als Favorit scheitern kann. 1:3 im Pokalviertelfinale beim TSC Murrhardt, der eine Klasse tiefer spielt. Für die Kaisersbacher war’s die zweite Niederlage innerhalb von vier Tagen. Schmerzhafter war aber wohl das 1:3 beim TSV Schwaikheim. Die Chancen, wieder auf Platz eins in der Liga zurückzukehren, schwinden. Am Sonntag droht der nächste Rückschlag. Kaisersbach muss zum TSV Nellmersbach, für den es zwar auch alles andere als optimal läuft, der aber zumindest zu Hause recht stark ist. Verliert Kaisersbach erneut, profitiert davon vor allem Spitzenreiter SV Remshalden, der gegen Winterbach favorisiert ist, auch wenn der Vfl das drittbeste Rückrundenteam stellt. Die Schwaikheimer sind spielfrei und können deshalb – nach Punkten zumindest – vom TSV Schorndbach eingeholt werden. Voraussetzung: Der TSV schlägt den SC Korb. Der liegt zwar sechs Punkte zurück, tritt auswärts aber stärker auf als auf eigenem Platz.

Eine Mini-Chance auf Platz eins oder zwei hat auch der VfR Murrhardt noch. Nun ist allerdings auch die gefährdet. Der VfR muss zur SG Schorndorf, die am vergangenen Sonntag den TSV Nellmersbach auf eigenem Platz düpiert hat. In den restlichen Begegnungen geht es um den Abstiegskampf. Der SV Fellbach II braucht dringend Punkte. Am 15. November schlug er die SG Schorndorf, danach gelang gerade mal noch ein mickriger Zähler – und das überraschend in Korb. Zuletzt präsentierte sich der SVF wenig überzeugend in Winterbach. Geht er nun auch gegen den FC Oberrot leer aus, wird die Lage immer dramatischer, denn gleichzeitig deutet viel auf einen Sieg der Allmersbacher (ein Punkt vor Fellbach) bei ASGI Schorndorf hin. Und auch der SV Unterweissach punktet womöglich gegen den TSV Sulzbach-Laufen. Dann bleibt den Fellbachern nur noch Daumendrücken für den TV Oeffingen. Schafft der den Verbleib in der Landesliga (und natürlich auch Fellbach I), müsste aus der Bezirksliga Rems-Murr nur ein Team direkt absteigen, der Vorletzte ginge in die Relegation. Sollte jedoch tatsächlich Fellbach I absteigen, wäre für den SVF II das Kapitel Bezirksliga ohnehin erledigt. Er müsste runter in die Kreisliga A I.

Kreisliga A. In der A I sind die meisten Fragen bereits beantwortet. Real Madrid, um im Bild zu bleiben, ist weit enteilt. Der SV Breuningsweiler ist so gut wie Meister, der SV Hegnach so gut wie abgestiegen. SG Weinstadt und SV Hertmannsweiler sind nur noch schwer zu retten. Bleiben noch die Relegationsplätze nach oben wie nach unten. Weil der SC Urbach den TB Beinstein geschlagen hat, darf auch der FSV Waiblingen trotz der mittlerweile sechsten Niederlage immer noch von der Aufstiegrelegation träumen. Auch vom Sieg am Freitagabend bei der SG Weinstadt. Allerdings: Wer zu Hause gegen Hertmannsweiler verliert ... Ob dem SVH dieser Erfolg jedoch viel gebracht hat, muss sich noch zeigen. Zum Relegationsplatz fehlen sechs Punkte, weil Iraklis Waiblingen – ebenfalls überraschend – den TV Stetten bezwungen hat. Iraklis ist nun jedoch spielfrei, Hertmannsweiler könnte also näher kommen – müsste dazu aber den VfR Birkmanssnweiler schlagen. Ob jedoch gleich der nächste Coup gelingt, erscheint eher unwahrscheinlich. Weil Iraklis pausiert, hat auch der SSV Steinach-Reichenbach die Chance, sich abzusetzen, müsste dazu aber den SC Urbach schlagen. Das ist in diesem Jahr noch keiner Mannschaft gelungen. Erst einmal überhaupt gewonnen hat der SV Hegnach. Dass er die Zahl verdoppelt, ist gegen den TSV Haubersbronn nicht anzunehmen. Genauso wenig, dass der TV Weiler in Beinstein punktet. Und dass der SV Breuningsweiler beim TV Stetten stolpert, wäre zwar keine Riesenüberraschung, eine große allerdings schon. Stetten darf sich die Wolfsburger also durchaus zum Vorbild nehmen. Alles offen dagegen ist in der Partie TSV Schmiden – KTSV Hößlinswart.

Fast so deutlich wie Breuningsweiler in der A I führt die TSG Backnang II in der A II. Mit dem FSV Weiler zum Stein ist am Sonntag zwar der Tabellenfünfte zu Gast, das große Zittern wird die TSG dennoch nicht erfassen. Die besten Chancen auf den Aufstiegsrelegationsplatz hat der SV Hegnach II und wird die gegen die Spvgg Kirchberg sicher auch untermauern. Der TSV Rudersberg dagegen hat sich durch das peinliche 0:1 gegen Oberbrüden erst mal aus dem direkten Anwärterkreis gekickt. Will er überhaupt noch eine Mini-Chance auf Platz zwei haben, muss er nun in Lippoldsweiler gewinnen. Im Abstiegskampf hat der TSV Schwaikheim II mit dem Sieg gegen Lippoldsweiler den TSV Alhütte auf Distanz gehalten. Soll’s dabei bleiben, muss der TSV nun auch den SV Steinbach schlagen. Hoffen kann er gleichzeitig, dass der TSC Murrhardt sich im Ligaspiel gegen Althütte genauso reinkniet wie im Pokal. Immerhin winkt da den Schwaikheimern ein Sechs-Punkte-Polster.

Kreisliga B. Der SV Plüderhausen kann in der Staffel I die letzten acht Spiele – beginnend mit dem TSV Strümpfelbach – genießen. Zumal sich auch diesmal wieder hinter ihm die Verfolger die Punkte gegenseitig wegnehmen: Rommelshausen erwartet Schlechtbach, Höfen-Baach Anagennisis Schorndorf. Der TSV Leutenbach sollte dagegen beim VfL Waiblingen Platz zwei verteidigen. Auch der TSV Miedelsbach in Neustadt und FC Hohenacker gegen Buhlbronn gehen als Favoriten auf den Platz.

In der B II ist an der Spitze noch alles möglich. Vor allem, wenn nun der SV Allmersbach II im Topspiel bei Tabellenführer Spvgg Unterrot gewinnt. Nur aus der Distanz verfolgen kann das der SV Kaisersbach, der diesmal Spiegelberg zu Gast hat. In der B III hält sich Winnenden tapfer an der Spitze und müsste das auch beim VfL Winterbach II fortsetzen können.