Fußball in Rems-Murr

Vorsitzender des TSC Murrhardt bezieht klar Stellung

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Salut-Jubel der türkischen Nationalmannschaft mit (v.l.n.r.) Yusuf Yazici , Cenk Tosun, Merih Demiral, Mehmet Zeki Celik und Hakan Calhanoglu. © ZVW/Danny Galm

„Das wird es in meiner Mannschaft nicht geben.“ Tacettin Samdanli, Vorsitzender des Türkischen Sportclubs (TSC) Murrhardt, bezieht klar Stellung zum Verhalten einiger türkischer Nationalspieler, die wiederholt beim Torjubel einen militärischen Gruß gezeigt haben. „Das ist nicht unsere Sache.“

Der Militärgruß und das damit verbundene Bekenntnis zum Militäreinsatz der türkischen Streitkräfte gegen die Kurden in Syrien hat internationale Kritik hervorgerufen. Auch der Württembergische Fußballverband (WFV) hat, weil es zwei ähnliche Fälle in seinem Bereich gegeben hat (fünf insgesamt in Baden-Württemberg), dazu eine Stellungnahme herausgegeben.

Der einzige türkische Verein im Bezirks Rems-Murr

Der TSC Murrhardt ist innerhalb des Bezirks Rems-Murr der einzige türkische Verein im Spielbetrieb. Innerhalb des Vereins, so der Vorsitzende Tacettin Samdanli, werde über das Thema diskutiert – durchaus auch kontrovers –, in der Mannschaft aber nicht. „Wir spielen Fußball. Und die meisten Spieler sind hier geboren oder leben schon lange in Deutschland.“ Samdanli ist sicher, dass keiner seiner Spieler einen solchen Gruß zeigen wird.

Auch sein Stellvertreter Ekrem Dasdemir sagt: „Das ist verboten, also werden wir das nicht machen.“ Er kann allerdings die Aufregung über den Gruß nicht nachvollziehen. „Das ist ein Gruß, sonst nichts.“ Es sei in der Türkei durchaus üblich, mit diesem Gruß Soldaten, die im Kampf für das Land gestorben sind, seinen Respekt kundzutun. Außerdem würde der Einmarsch sich nicht gegen die Kurden richten, das Ziel sei, Frieden in Syrien zu schaffen.

„Politik hat im Sport nichts zu suchen“

Im Bezirk Rems-Murr hat es bisher keinen Vorfall dieser Art gegeben. Vorsitzender Patrick Künzer: „Ich wüsste nicht, dass etwas vorgefallen wäre.“ Das bestätigt auch Spielleiter Ralph Rolli. Künzer aber macht seine Position klar: „Politik hat im Sport nichts zu suchen.“

Und der WFV schreibt: „Auch in Baden-Württemberg gab es am vergangenen Spieltag vereinzelt Fälle, in denen Spieler mutmaßlich türkischer Abstammung Gesten gezeigt haben, die allgemein als militärischer Gruß angesehen werden – von drei Fällen in Württemberg wissen wir derzeit konkret. (...) Die Unterstützung kriegerischer Handlungen durch entsprechende öffentliche Bekundungen im Rahmen eines Fußballspiels sind mit unseren Verbandsgrundsätzen nicht in Einklang zu bringen. Wir werden die betreffenden Vereine und Mannschaften daher auffordern, davon künftig Abstand zu nehmen.“ Ob die Spieler auch bestraft werden, müsse das Sportgericht entscheiden.