Fitness und Gesundheit

Warmes Bier gegen Erkältung? Ernährungsmythen und was dahintersteckt

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Kaffee – welche Wirkung hat er? © Zuern

Abends besser nur wenig essen – Kaffee entwässert, darum zu jeder Tasse ein Glas Wasser trinken – Spinat und Pilze niemals aufwärmen. Diese und andere Ernährungsmythen halten sich seit langem hartnäckig. Aber woher kommen sie, und was ist wirklich dran?

Esse morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Bürger und abends wie ein Bettler: Diese Weisheit stammt noch aus Großmutters Zeiten. Man ist damals davon ausgegangen, dass in der Nacht keine Kalorien verbraucht werden. Und wie sieht es die Ernährungswissenschaft heute? Sie empfiehlt regelmäßige Mahlzeiten, also Frühstück, Mittag- und Abendessen. Ob mit oder ohne kleinere Zwischenmahlzeiten, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Für die Menge gilt: Man sollte immer so viel essen, dass man angenehm gesättigt ist. Zu große Portionen führen dazu, dass der Körper zu sehr mit der Verdauung beschäftigt ist. Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind sonst die Folge. Menschen, die morgens noch nichts essen möchten, können ein späteres Frühstück einnehmen.

Kaffee entzieht dem Körper Wasser: Diese Annahme geht sehr wahrscheinlich auf die Fehlinterpretation einer Studie zurück. Bei dieser wurde die Gesamtwassermenge des Körpers als alleiniges Maß für die Flüssigkeitsversorgung herangezogen. Durch Kaffee verringert sich diese Gesamtwassermenge – allerdings nur kurzfristig. Bei einem moderaten Genuss von drei bis vier Tassen Kaffee am Tag gleicht sich das im Verlauf des Tages von allein wieder aus. Heute gilt: In Maßen getrunkener Kaffee kann wie Wasser zur Flüssigkeitsbilanz dazugezählt werden.

Spinat und Pilze sollte man niemals aufwärmen: Dieser Mythos hält sich seit Jahren und kommt aus einer Zeit, als man noch keine geeigneten Möglichkeiten hatte, Lebensmittel beziehungsweise Essensreste rasch zu kühlen. Entgegen dieser Meinung lassen sich aber Spinat und Pilze sehr wohl wieder aufwärmen, wenn sie nach der Zubereitung schnell wieder abgekühlt werden. Dies kann durch ein Eiswasserbad oder durch rasches Abkühlen im Kühlschrank bei zwei bis vier Grad erfolgen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass beim Aufwärmen eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht wird. Ein zweites Mal sollte man beide Speisen nicht mehr erwärmen.

Warmes Bier hilft bei Erkältung: Das wird seit Jahren als altes Hausmittel empfohlen. Verantwortlich dafür ist der im Bier enthaltene Hopfen. Dieser enthält Bitterstoffe und ätherische Öle. Die Bitterstoffe sollen antibakteriell wirken und unserem Körper helfen, mit der Erkältung besser fertig zu werden. Außerdem wirke Bier einschläfernd, und Schlaf hilft bekanntlich bei der Genesung. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass die Durchblutung durch das Bier angeregt werde. Der Körper kommt ins Schwitzen, und das fördert den Heilungsprozess. Und was stimmt nun tatsächlich?

Alkohol sollte bei einer Erkältung gemieden werden. Der Körper braucht viel Energie, um die Erkältung zu bekämpfen. Der Abbau von Alkohol verbraucht unnötig Kraft. Besser ist es, viel Tee zu trinken, vitaminreiches und gesundes Essen zu sich zu nehmen und vor allem ausreichend zu schlafen.

Schokolade ist ungesund: Dunkle Schokolade mit einem hohen Gehalt an Kakao enthält sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Flavonoide, die die Gefäße stärken und das Herz-Kreislauf-System schützen sollen. Allerdings enthält eine Tafel Schokolade im Durchschnitt 550 Kalorien, die überwiegend aus Zucker und Fett stammen. Auch 43 Milligramm Koffein sind in einer Tafel enthalten. Und: Die Qualität der Fette ist nicht günstig. Schokolade enthält überwiegend gesättigte, also ungünstigere Fette. Hier macht es die Menge: Kleine Portionen sind durchaus in Ordnung. Es sollte aber keinesfalls gleich eine ganze Tafel sein. Besser ist es, weniger Schokolade, sie dafür aber ganz bewusst zu genießen.

Wer mehr über gesunde Ernährung erfahren möchte, kann sich beispielsweise bei der AOK-Kochwerkstatt schlaumachen. Anmeldung und Information unter Telefon 0 71 51/139-300.

Abends besser nur wenig essen – Kaffee entwässert, darum zu jeder Tasse ein Glas Wasser trinken – Spinat und Pilze niemals aufwärmen. Diese und andere Ernährungsmythen halten sich seit langem hartnäckig. Aber woher kommen sie, und was ist wirklich dran?

Esse morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Bürger und abends wie ein Bettler: Diese Weisheit stammt noch aus Großmutters Zeiten. Man ist damals davon ausgegangen, dass in der Nacht keine Kalorien verbraucht werden.

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