Handball im Rems-Murr-Kreis

Wegen Aufstiegsspielen: Waiblinger Trainer Zeitz stinksauer auf Verband HBF

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Trainer Thomas Zeitz vom Zweitligisten VfL Waiblingen hält die Entscheidung der HBF in Sachen Relegation für „kompletten Schwachsinn“. © Ralph Steinemann

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen sind Tabellenführer in Liga zwei. Und sollten es tunlichst bleiben. Denn dem Zweiten droht die Relegation. Ja, droht: Vor dem Heimspiel des VfL gegen Mainz, dem Beginn der englischen Woche, hat der Verband HBF beschlossen, die beiden Aufstiegsspiele je nach Corona-Lage notfalls auf Mitte oder Ende Juni zu legen. Der Waiblinger Coach Thomas Zeitz schäumt.

In der Liga sieht es derzeit eigentlich exzellent aus für den VfL. Während er beim pandemiebedingt angeschlagenen TSV Nord Harrislee locker mit 38:25 gewann und nun 41:5 Punkte hat, verlor der zweitplatzierte HSV Solingen-Gräfrath überraschend mit 32:36 beim TuS Lintfort. Beim ersten Aufeinandertreffen der Spitzenteams am Mittwoch, 13. April, in der Waiblinger Rundsporthalle (20 Uhr, Nachholspiel) wird der HSV angesichts seiner 37:9 Punkte sehr unter Druck stehen.

Restprogramm des VfL Waiblingen schwieriger als das von FA Göppingen

Allerdings hat auch FA Göppingen, mit zwei absolvierten Spielen weniger auf Platz drei (36:6), noch die Chance auf den Titel und direkten Aufstieg. Das Restprogramm des VfL mit den Krachern gegen Solingen sowie den Aufgaben gegen Regensburg (5.) und Nürtingen (6.) ist schwieriger. Eine knifflige Situation: Wird Waiblingen am Ende nur Zweiter, könnte es sein, dass die Spielerinnen auf ihre Regeneration vor der kommenden Saison verzichten müssen. Grund ist eine Entscheidung der HBF.

Stand jetzt müssen wegen Corona-Infektionen 16 Partien in der 2. und sogar 22 in der 1. Bundesliga nachgeholt werden. Bislang sei es gelungen, alle fraglichen Spiele auf Termine vor dem am 21. Mai geplanten Saisonende zu legen, erläutert HBF-Spielleiter Uwe Stemberg. Die beiden Relegationsspiele zwischen dem Zweitligazweiten und dem Erstliga-13. würden dann am 1. sowie am 4. oder 5. Juni stattfinden. Sollte Corona aber noch mal zuschlagen, müsse die reguläre Saison um zwei oder drei Wochen verlängert werden, um den Abbruch zu vermeiden.

Relegation als Strafe für Handball-Mannschaften

Im schlimmsten Fall finden die Aufstiegsspiele also erst Ende Juni statt. Das käme einer Bestrafung für die beteiligten Mannschaften gleich. Denn die Pläne für die Vorbereitung auf die im September beginnende Saison 2022/23 stehen längst fest.

Die HBF-Entscheidung bringt VfL-Coach Thomas Zeitz auf die Palme. Zwar erschwere Corona dem Verband die Arbeit. „Aber wir haben den Beginn unseres ersten Trainingslagers auf 1. Juli terminiert.“ Weil eine moderne Vorbereitung in Phasen ablaufe, würden auch die anderen Teams in den Bundesligen früh ins Training einsteigen. „Die Relegation auf Ende Juni zu legen, halte ich deshalb für kompletten Schwachsinn. Haben die Verantwortlichen Ahnung vom Sport? Ich gehe davon aus, dass die an der Relegation beteiligten Mannschaften auf die Barrikaden gehen werden.“

Nach einer so langen Saison bräuchten die Spielerinnen mindestens eine dreiwöchige Erholungsphase, auch, um Verletzungen zu vermeiden. „Und zu Spielerinnen, die den Verein wechseln, kann man nicht sagen, du bleibst bei uns bis Ende Juni.“ Zumal es bei den Frauen selbst in der ersten Liga kaum Profis gebe.

Uwe Stemberg von der HBF: Keine Rücksichtnahme auf Urlaub der Handballerinnen  

HBF-Spielleiter Uwe Stemberg wischt die Argumente des Praktikers Zeitz weg. „Ich mache dieses Geschäft seit über 30 Jahren und habe wenig Verständnis dafür, wenn gesagt wird, dass die Spielerinnen in Urlaub fahren müssen. Darauf kann ich zu Corona-Zeiten keine Rücksicht nehmen.“ Zudem sei schon die 2. Liga Profibereich. Schließlich werde für die Spielerinnen an die Berufsgenossenschaft gezahlt.

Akteurinnen, die den Club wechseln, stünden bis zum 30. Juni beim alten Verein unter Vertrag. Kein Problem also. Und zuletzt sei der Beginn der Vorbereitung am 1. Juli fachlich falsch. „Wie lange trainieren die denn? Normalerweise fängt man erst am 20. oder 25. Juli an. Dann hat man sieben Wochen bis zum Saisonbeginn.“

Stembergs Replik macht Thomas Zeitz fassungslos: „Ich stelle mir die Frage, wer professioneller werden muss: der Verband oder die Vereine?“ Beim Vergleich aller Argumente lautet die Antwort: die HBF.

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen sind Tabellenführer in Liga zwei. Und sollten es tunlichst bleiben. Denn dem Zweiten droht die Relegation. Ja, droht: Vor dem Heimspiel des VfL gegen Mainz, dem Beginn der englischen Woche, hat der Verband HBF beschlossen, die beiden Aufstiegsspiele je nach Corona-Lage notfalls auf Mitte oder Ende Juni zu legen. Der Waiblinger Coach Thomas Zeitz schäumt.

In der Liga sieht es derzeit eigentlich exzellent aus für den VfL. Während er beim

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