Rems-Murr-Sport

Welzheimer Kugelstoßer Niko Kappel wechselt zum VfB Stuttgart

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Auch Weltrekordhalter Niko Kappel aus Welzheim darf beim ISTAF in Berlin starten. © Ralph Steinemann

In Welzheim hat er angefangen, als Mitglied des VfL Sindelfingen wurde Niko Kappel 2016 Paralympics-Sieger. Nun wechselt er zu seinem Herzensverein: dem VfB Stuttgart; und das nicht nur als Sportler.

VfB-Präsident Claus Vogt gab den Wechsel am Donnerstagnachmittag (22. Oktober) bei einer Pressekonferenz in Fellbach bekannt. Der Paralympics-Sieger von 2016, Weltmeister von 2017 und aktuelle Weltrekordhalter im paralympischen Kugelstoßen der Kleinwüchsigen trägt künftig das Trikot mit dem roten Brustring.

Mit dieser Kooperation geht, so betonen Vogt und auch Kappel, für beide Seiten ein Wunsch in Erfüllung. Kappel, der seit 2011 Mitglied des VfB Stuttgart ist, wird sportlich für die Leichtathletikabteilung des VfB Stuttgart 1893 im Einsatz sein, den Club aufgrund seiner großen Popularität aber auch an weiteren Stellen als Repräsentant und Botschafter bereichern.

VfB Präsident Claus Vogt: „Wir gewinnen mit Niko Kappel nicht nur einen Ausnahmeathleten und ein Aushängeschild des Para-Sports.“ Er habe durch seine eigene Lebensgeschichte eindrucksvoll bewiesen, wie viel man trotz körperlicher Einschränkungen mit Ehrgeiz und der richtigen Einstellung im Leben und im Leistungssport erreichen kann. „Er ist auch menschlich ein Vorbild“, sagt Vogt. „Er ist gesellschaftlich stark engagiert, und wir werden gemeinsam mit ihm ein weiteres klares Bekenntnis für gelebte Inklusion im Spitzensport setzen.“

Niko Kappel bestätigt, dass der VfB für ihn seit Kindesbeinen an eine Herzensangelegenheit ist. Der Welzheimer sieht die Zusammenarbeit mit dem VfB Stuttgart als „klares Bekenntnis des Vereins für die Bedeutung des Para-Sports – gerade auch in so schweren Zeiten wie in dieser Pandemie“.

Auch für Jasmina Hostert, Präsidentin des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (WBRS), ist die Zusammenarbeit ein starkes Signal für den Paralympischen Sport. Der VfB Stuttgart sei einer der wenigen großen Bundesligavereine, der einen solchen Schritt gehe.

Für Kappel fiel in diesem Jahr der Saison-Höhepunkt, die Olympischen Spiele in Tokio, aus. Er würde deshalb mit Blick auf die derzeitige Pandemie-Entwicklung auch Paralympische Spiele ohne Zuschauer in Kauf nehmen. „Für einen Athleten gibt es nichts Schöneres, als wenn Leute im Stadion sind und einen anfeuern. Aber wenn es die Situation nicht zulässt, ist es eben so“, sagte Kappel am Donnerstag. „Wenn es für die Gesundheit der Menschheit ist, dann ist es auch richtig so. Dann nehmen wir das an.“

Er sei aber „sehr, sehr zuversichtlich“, dass die in den Sommer 2021 verschobenen Paralympics in Tokio stattfinden. „Wie, wird man sehen - ob mit Zuschauern oder ohne, wie die Hygienekonzepte aussehen, ob es ein paralympisches Dorf gibt. Man hat viel Zeit, um nach Möglichkeiten zu suchen. Dass sie ausfallen, glaube ich nicht.“