Leichtathletik in Rems-Murr

Welzheimerin Hanna Klein Favoritin auf DM-Titel über 1500 Meter

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Hanna Klein hat wohl bald wieder Grund zum Strahlen: Bei der DM ist sie die Kandidatin für die Goldmedaille. © Iris Hensel

(uws/kas/how). Wohl auch, um zugunsten von TV-Sendezeiten der Fußball-EM aus dem Weg zu gehen, finden diesmal die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Aktiven ungewohnt früh statt: von Freitag, 4., bis Sonntag, 6. Juni, in Braunschweig. Den Titel über 1500 Meter wird sich wohl die Welzheimerin Hanna Klein sichern.

Die Athletin des LAV Tübingen bereitete sich zwei Monate im Höhentraining in den USA vor. In Kalifornien lief sie in den schnellen Carbon-Schuhen ihres Ausrüsters eine fantastische Bestzeit über 5000 Meter und knackte die Olympia-Norm.

In Braunschweig wird Klein als Topfavoritin über die 1500 Meter am Sonntag (15.30 Uhr ) an den Start gehen. Die Vorläufe entfallen mangels Teilnehmerinnen, es wird somit nur ein Finale ausgetragen.

Olympia-Showdown mit Alina Kenzel

Zu einem Olympia-Showdown kommt es am Samstag (12.25 Uhr) im Kugelstoßen der Frauen. Um einen Startplatz streiten sich Alina Kenzel vom VfL Waiblingen und Katharina Maisch vom LV 90 Erzgebirge.

Anders als die fast sicher qualifizierten Christina Schwanitz (ebenfalls LV 90) und Sara Gambetta (SV Halle) haben sie die Norm von 18,50 Metern nicht geknackt. Jedoch ist auch die Qualifikation über das Ranking von World Athletics möglich. Das Olympia-Startfeld wird bis zu Platz 32 aufgefüllt.

Kenzel rangiert aktuell auf Platz 28 und wäre somit, Stand heute, in Tokio mit dabei. Maisch (LV 90 Erzgebirge) hat zwar die Kugel in diesem Jahr bereits 18 Meter weit gestoßen und damit zehn Zentimeter weiter als die Kontrahentin. Aufgrund des Punktesystems, das vergangene Leistungen berücksichtigt, steht Maisch derzeit aber nur auf Rang 36. Das könnte sich noch ändern – auch die DM kommt in die Wertung.

Im Kugelstoßen sind alle Favoritinnen am Start

Alina Kenzel geht als amtierende Deutsche Meisterin in den Wettkampf, doch diesmal sind alle Topathletinnen am Start. Probleme hat allerdings Titelaspirantin Schwanitz. Bei ihrem Saisonauftakt in Großbritannien schaffte sie nur 17,86 Meter, anschließend musste sie wegen der damals neu eingeführten Regelung zum Virusvariantengebiet in Quarantäne. Wie sich der Trainingsrückstand auswirkt, wird sich bei der DM zeigen.

An der Spitze der nationalen Bestenliste steht Sara Gambetta mit 18,86 Metern. Das macht sie zur Favoritin.

Mutige Entscheidung von Jens Mergenthaler

Am Sonntag (16.35 Uhr) nimmt Jens Mergenthaler von der SV Winnenden die 3000 Meter Hindernis in Angriff. Mutig: Es ist erst sein zweiter Wettkampf über diese Strecke. Auf den Start über die 1500 Meter verzichtet er.

Der Hindernislauf wird spannend, weil alle Kaderathleten gemeldet sind. Es geht nicht nur um Medaillen, sondern auch um schnelle Zeiten im Hinblick auf die Olympischen Spiele. Um eine Chance auf die Qualifikation zu haben, muss bei der DM zudem ein Platz auf dem Treppchen erreicht werden. Schwierige Aufgaben für Mergenthaler.

Beschwerlich wird’s auch für Marcel Fehr (LG Filstal). Zunächst war das Rennen über 5000 Meter auf Samstag , 19.45 Uhr, terminiert. Nun aber findet es doch schon von 17.45 Uhr an statt. Das weckt böse Erinnerungen ans vergangene Jahr, als die Athleten ebenfalls am Nachmittag bei 38 Grad im Schatten laufen mussten. Diesmal immerhin sind solche Temperaturen nicht zu erwarten.

Marcel Fehr mit Fieber nach Corona-Impfung

Fehr hat zwei andere Probleme. Er bekam vor drei Wochen seine Corona-Impfung und konnte danach wegen Fiebers eine Woche lang gar nicht und in der folgenden nur geschwächt trainieren. Zu allem Überfluss muss Fehr auch bei der DM auf Carbon-Schuhe verzichten. Sein Ausrüster Adidas stellt sie noch nicht zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund ist die Olympiachance für Fehr, der noch im März bei der Hallen-EM über 3000 Meter mit Platz zehn als einziger Deutscher bei den Männern ein Lauffinale erreichte, ziemlich gesunken.

Für die 100 und 200 Meter der Frauen hat sich die U-23-Athletin Lilly Kaden aus Remshalden qualifiziert. Der Traum der Läuferin von LG Olympia Dortmund ist es, in die Finals (100 m, Samstag, 19.55 Uhr ; 200 m, Sonntag, 17 Uhr ) zu kommen.