Rems-Murr-Sport

Wer schnappt sich den Bezirkspokal?

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Der KTSV Hößlinswart geht zwar als Außenseiter ins Pokalfinale gegen den SV Unterweissach, aber dank der Gefährlichkeit von Faton Sylaj (hier gegen Stefan Reichert vom TSV Oberbrüden ) ist er dennoch nicht chancenlos. © Ralph Steinemann Pressefoto

Zum vierten Mal werden die Pokalfinalspiele des Fußballbezirks Rems-Murr im Stadion der SG Sonnenhof Großaspach ausgetragen; bei Flutlichtatmosphäre und großer Kulisse. Der Bezirksvorsitzende Patrick Künzer hofft auf 2000 Zuschauer. Bei den Männern trifft der SV Unterweissach auf den KTSV Hößlinswart, bei den Frauen der VfR Murrhardt auf die SGM Birkmannsweiler/Steinach.

Männerfinale

SV Unterweissach – KTSV Hößlinswart (Mittwoch, 20 Uhr). „Die Vorfreude ist groß“, sagt SVU-Trainer Giuseppe Iorfida. Sein Team werde sich optimal vorbereiten. Viele Spieler hätten einen halben Tag Urlaub genommen, die Mannschaft treffe sich früh zum gemeinsamen Essen. Angesichts der Rückrundenbilanz (Hößlinswart 14, Unterweissach 21 Punkte) geht der SVU als Favorit ins Spiel. Iorfida sieht das anders. „Wir dürfen die Hößlinswarter nicht ins Spiel kommen lassen“, sagt er. „Die kommen über die individuelle Klasse.“ Beispielsweise die des Toptorjägers Faton Sylaj (18 Treffer). „Den kann man nie ganz ausschalten.“ Deshalb gelte es, den Gegner zu beschäftigen.

Zweimal ist das bereits gelungen. Der SVU hat beide Punktspiele gewonnen. Nach holprigem Start sei die Mannschaft immer besser geworden. Anders als bei Hößlinswart „kommen wir übers Team“. Um zu gewinnen, muss sich jeder einbringen „und die Atmosphäre ausblenden“, sich auf Fußball konzentrieren. Wenn das schließlich zum Sieg führt, dann wäre das für Unterweissach ein besonderer Erfolg. Iorfida: „Wir haben bis ins Jahr 1970 zurückgeschaut und da hat der SVU nicht einmal den Pokal gewonnen.“ 2012 stand er zwar im Finale, unterlag dem TV Oeffingen aber mit 0:3.

Auch für den Gegner wäre ein Pokalsieg ein historisches Ereignis. Serdar Kurt, Spielertrainer des KTSV Hößlinswart, sieht sein Team jedoch in der Außenseiterrolle. „Wir haben seit Wochen personelle Probleme.“ In der Vorrunde bot der Aufsteiger gute Leistungen, lag zwischenzeitlich sogar auf Platz vier. Aber: „Jetzt spielt eine ganz andere Mannschaft.“ So hat Kevin Mezger aus beruflichen Gründen aufgehört, Lucky Akahunde, der Flüchtling im Team, wurde abgeschoben. „Das war ein ganz wichtiger Spieler für uns.“ Fünf, sechs Spieler fehlen dem Spielertrainer bereits seit Wochen aus unterschiedlichsten Gründen. Der KTSV ist deshalb bis auf Platz zehn zurückgefallen und hat den Ligaverbleib noch nicht sicher. Aber auch wenn Kurt die Unterweissacher als Favoriten ansieht: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetzte. Da kann man über sich hinauswachsen.“ Seinen Toptorjäger – Faton Sylaj hat 18-mal getroffen – hat Kurt auf jeden Fall dabei. Muss er nur noch – Kurt ist Torwart – selbst seinen Kasten sauberhalten ...

Für Kurt ist es eines der letzten Spiele für den KTSV. Er hört auf, hat aber noch keinen neuen Verein. „Ich möchte mehr leistungsorientiert arbeiten.“ Der Lehrer hat bisher schon ab und zu bei Nachwuchsteams des DFB als Torwarttrainer mitgeholfen. Das würde er gerne ausbauen.

Frauen-Finale

VfR Murrhardt – SGM Birkmannsweiler/Steinach (Mittwoch, 17.45 Uhr). Die Murrhardterinnen stehen bereits zum dritten Mal in Folge im Finale. Zweimal verloren sie, jetzt gehen sie als Favorit ins Spiel. „Diesmal wollen wir es packen“, sagt Trainer Manuel Holder. Er führte den VfR auf Platz zwei in der Regionenliga. Gegner Birkmannsweiler/Steinach spielt in der Bezirksliga, dennoch stuft Holder ihn als gefährlich ein. Die Spielgemeinschaft zieht sich zum Saisonende zurück und hat die große Chance, sich mit einem Pokaltriumph zu verabschieden. So etwas kann besondere Kräfte freisetzen.