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WFV-Präsident zur Lage im Amateurfußball: Auch ein Abbruch ist nicht ausgeschlossen

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Fußball - wann wird es das auf den Amateurplätzen wieder geben? © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Amateurfußballer haben coronabedingt weiterhin Pause. Wann es weitergeht, ist völlig offen. Auch Verbandspräsident Matthias Schöck kann dazu nichts Konkretes sagen. Im Interview mit WFV-Pressesprecher Heiner Baumeister will er auch einen Abbruch der Saison nicht ausschließen, aber: „Uns ist bewusst, dass die Unsicherheit für alle Beteiligten unbefriedigend ist. Wir stehen jedoch in der Verantwortung gegenüber unseren Vereinen, eine sportliche Wertung der Meisterschaftsrunden zu ermöglichen, solange dies zumutbar erscheint.“

Wann geht es mit dem Amateurfußball weiter?

„Es gibt aktuell leider (noch) keine klare Antwort auf diese Frage. Ob und wann es zu Öffnungen kommt, ist nicht absehbar, eine verlässliche Prognose ist angesichts der Pandemie-Dynamik nicht seriös zu treffen. Wie in anderen Lebensbereichen gilt daher ebenso für den Amateurfußball: Abwarten, auch wenn es schwerfällt.“

Ist es noch realistisch, die Spielzeit 2020/21 ganz zu Ende zu bringen?

„Oberstes Ziel ist und bleibt, die Saison zu einer möglichst gerechten sportlichen Wertung zu führen und Auf- und Absteiger zu ermitteln. Maßgeblich für die zur Verfügung stehenden Optionen sind die noch verbleibenden Spieltage und die jeweiligen Staffelgrößen. Das Absolvieren einer kompletten Hin- und Rückrunde ist insofern ehrlicherweise für die meisten Staffelgrößen bereits zum jetzigen Zeitpunkt als unrealistisch bzw. nicht zumutbar zu betrachten.“

Welche alternativen Modelle gibt es?

„Bereits vielfach diskutiert ist die sicherlich spannende Option, eine Staffel nach komplett absolvierter Hinrunde in eine Auf- und Abstiegsrunde einzuteilen. Zugegebenermaßen benötigt man eine große Portion Optimismus, um zum jetzigen Zeitpunkt an diese Variante zu glauben. Sollten sich auch Auf- und Abstiegsrunden als zeitlich nicht durchführbar erweisen, verfolgen wir als realistisches Minimalziel den sportlichen Abschluss der Hinserie.

Eine konkrete Aussage über den Fortgang ist jedoch nicht möglich und auch nicht sinnvoll, solange kein verlässlicher Termin für die Wiederaufnahme im Raum steht. Zu berücksichtigen ist zudem eine ausreichende Vorbereitung von mindestens zwei bis drei Wochen.“

Wer entscheidet, ob und wie es mit der Saison weitergeht?

„Alle genannten Optionen und die dahinterstehenden Terminpläne werden laufend mit allen Beteiligten besprochen. Beispielsweise wurden die Meinungen der Vereine im Rahmen von Videokonferenzen mit den Bezirksspielleitern und Bezirksvorsitzenden eingeholt. Der WFV-Beirat wird sich rechtzeitig mit einem spieltechnisch sowie rechtlich abgestimmten Vorschlag der Experten beschäftigen und alle notwendigen Vorbereitungen dafür treffen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Vereine bis Ende Februar über die Ergebnisse der laufenden Beratungen zu informieren.“

Steht ein Saisonabbruch zur Diskussion?

„Eine Diskussion über einen vorzeitigen Saisonabbruch, wie sie andere Landesverbände teilweise führen, halten wir für verfrüht. Wir sind mit unserem Prinzip, auf Sicht zu fahren und flexibel zu bleiben, bisher gut gefahren. Gänzlich ausschließen lässt sich ein Saisonabbruch aber nicht.“

Ist der WFV auf eine vorzeitige Beendigung oder gar einen Abbruch vorbereitet?

„In einer vorläufigen Ordnungsänderung hat der WFV-Beirat bereits im Juli 2020 vorgesorgt und das Vorgehen skizziert, sollte die Meisterschaftsrunde nicht wie geplant ausgetragen werden können. Im Falle höherer Gewalt kann der Beirat beispielsweise beschließen, dass eine nicht vollständig abgeschlossene Meisterschaftsrunde auf Grundlage der Quotienten-Regelung gewertet wird und so direkte Aufsteiger, ggf. direkte Absteiger sowie Platzierungen, die zur Teilnahme an Aufstiegsspielen berechtigen, ermittelt werden.“

Wie geht es nun weiter?

„Am 14. Februar ist die nächste Bund-Länder-Konferenz geplant. Damit verbunden ist die Hoffnung auf eine Lockerung der Maßnahmen, so dass die Wiederaufnahme von Training und Spielen näherrückt. Maßgeblich für die Entscheidungen der Politik wird weiterhin sein, wie sich die Anzahl der Corona-Neuinfektionen und andere wichtige Kennzahlen in den kommenden Wochen entwickeln. Bis dahin bleiben uns allen besonders zwei Dinge zu wünschen: Geduld und vor allem Gesundheit!“