Fußball in Rems-Murr

Wie geht es weiter im Rems-Murr-Fußball? Verbände für Saisonabbruch

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Symbolbild. © pixabay (CC0 Public Domain)

Am 16. Mai geht die Fußball-Bundesliga wieder los. Doch wie geht es im Amateurfußball weiter? Die drei Landesfußballverbände in Baden-Württemberg sprechen sich für den Abbruch der Saison zum 30. Juni aus. Unter den aktuellen Voraussetzungen lasse sich keine Rechtslage für die Rückkehr zum Spielbetrieb in absehbarer Zeit erkennen, teilte der Württembergische Fußballverband (WFV) am Dienstag (12. Mai) mit.

Der WFV hat am Dienstag gemeinsam mit dem Badischen Fußballverband und dem Südbadischen Fußballverband einen Antrag vorgestellt. Dieser sieht im Wesentlichen vor, die Meisterschaftsrunden zum 30. Juni 2020 zu beenden, die direkten Aufsteiger anhand einer Quotienten-Regel zu ermitteln (wie es zum Beispiel auch im Rems-Murr-Handball geschehen ist) und keine Mannschaft absteigen zu lassen. Über diesen Vorschlag des Präsidiums soll der Verbandsvorstand voraussichtlich am 20. Mai entscheiden. Dabei sollen auch Stellungnahmen der Vereine berücksichtigt werden.

Wertung nach Quotienten-Regelung

Die Verordnung der Landesregierung sehe weiterhin umfassende Beschränkungen vor, "die eine Austragung von Fußballspielen unmöglich machen", so der WVF in einer Pressemitteilung am Dienstag. Zwar könnte ein Training unter strengen Vorgaben in Kleingruppen und ohne Körperkontakt stattfinden. Nach dem Stufenplan der Landesregierung sei jedoch weiterhin nicht abschätzbar, wann der Mannschaftssport im eigentlichen Sinne wieder erlaubt sei. Die Gremien aller drei Landesverbände sehen vor diesem Hintergrund keine Möglichkeit, die Meisterschaftsrunden regulär zu beenden.

Nachdem die Runden nicht zu Ende gespielt werden können, sollen die direkten Aufsteiger stattdessen über einen Quotienten aus den erzielten Gewinnpunkten und den ausgetragenen Spielen ermittelt werden. Meister und direkter Aufsteiger ist die Mannschaft mit dem höchsten Quotienten. Absteiger sollen nicht ermittelt werden. In der darauffolgenden Saison soll dafür aber ein verschärfter Abstieg erfolgen.

Offen gelassen werden soll die Möglichkeit, verbleibende Spiele im WFV-Pokal auch noch nach dem 30. Juni auszutragen. "Hier können individuelle Lösungen mit den wenigen im Pokal verbliebenen Vereinen gesucht werden. Dies gilt auch für die Verbandspokal-Wettbewerbe der Jugend und der Frauen sowie die Bezirkspokal-Wettbewerbe", so der Verband.

Wie geht es nun weiter?

Nach den Beschlüssen des Präsidiums wird sich der Beirat am Freitag, den 15. Mai mit dem Sachverhalt befassen und eine Entscheidung treffen. Zuvor sollen die Vereine Gelegenheit haben, sich zu dem Antrag zu äußern. Schließlich soll dann ein Beschluss der Delegierten des Außerordentlichen Verbandstages erfolgen. Im Rahmen dessen soll auch die Möglichkeit bestehen, alternativ für eine Saisonfortsetzung ab dem 1. September zu stimmen. Von den Beteiligten wird bei der Entscheidung viel Geduld abverlangt, weiß auch wfv-Präsident Matthias Schöck: „Mir ist bewusst, dass sich viele Vereine eine frühere verbindliche Entscheidung wünschen. Aber es ist uns wichtiger, dass auch die Delegierten eines Außerordentlichen Verbandstages durch ihr Votum unsere Haltung bestätigen. Und weil insoweit zum einen Fristen zu beachten sind, zum anderen auch hier innerhalb Baden-Württembergs ein gemeinsamer Termin gefunden werden soll, müssen wir noch um ein wenig Geduld bitten. Vorgesehen ist ein Termin zwischen dem 6. und 27. Juni 2020.“

In welchem Spielmodus die Saison 2020/2021 ausgetragen wird, muss offen bleiben.