Rems-Murr-Sport

Winnenderinnen holen sich den Pokal

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Die Sektdusche darf nicht fehlen: Die Frauen der SV Winnenden feiern den Pokalsieg. © Ralph Steinemann Pressefoto
Zum dritten Mal stiegen die Endspiele im Bezirkspokal in der Mechatronik-Arena in Großaspach. Zum zweiten Mal war bei den Frauen der VfR Murrhardt dabei, der aber wie vor zwölf Monaten den Kürzeren zog – nun mit 1:3 (0:1) gegen die SV Winnenden. Das Resultat ist okay, weil sich der Spitzenreiter der Regionenliga im Duell mit dem Dritten ein Chancenplus erspielte und im Abschluss kaltschnäuziger war.

Auch Verlieren will gelernt sein. Anders als die Stars aus München, die nach der Pleite im DFB-Pokal-Finale gegen Frankfurt in der Kabine verschwanden, applaudierten Murrhardts Frauen und standen Spalier, als für Winnenden der große Moment gekommen war. „Bei der Siegerehrung dabei zu sein, ist Ehrensache“, sagte VfR-Trainer Bernd Weller. „Das gebietet die Fairness, bei aller Enttäuschung.“

Umgekehrt versäumte es sein Kollege in der Stunde des Triumphes auch nicht, die Leistung des geschlagenen Rivalen zu würdigen. Alexander Jänel verteilte „ein Kompliment an beide Teams. Es waren gefühlt 36, 37 Grad auf dem Platz, das ist komplett ungewohnt. Beide Mannschaften haben sich gut darauf eingestellt. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, aber wir haben sie effektiver genutzt. Am Ende ist den Murrhardterinnen die Zeit davongelaufen“.

Erste Minute - erste Chance

Der VfR hatte die erste dicke Möglichkeit. Noch keine 60 Sekunden waren vorbei, als Katharina Schlageter von Kerstin Karthaus auf die Reise geschickt wurde und an Winnendens Torhüterin Emily Frank scheiterte. Für Murrhardt sollte dies allerdings die klarste Chance in der ersten Halbzeit bleiben, die gefährliche Szene in der zehnten Minute war einem Tohuwabohu im SVW-Strafraum und weniger einer durchdachten Aktion geschuldet. Für die Rivalinnen war mehr zu notieren. In der 13. und 16. Minute schnappte Murrhardts Abseitsfalle nicht zu, und Laura Rotärmel eilte alleine auf den Kasten zu. Beim ersten Mal misslang ihr der Lupfer, beim zweiten Versuch probierte sie es mit der flachen Variante und traf den Außenpfosten. Ein Kopfball von Kim-Jasmin Redelfs ging noch knapp drüber (28.), ehe das verdiente 1:0 für Winnenden folgte. Janina Jänel wurde von Tabea Lüders toll freigespielt, bewahrte die Ruhe und beförderte die Kugel ins lange Eck (31.).

Bei diesem knappen Vorsprung für den Tabellenführer der Regionenliga blieb es bis zur Pause. Zwei Minuten nach Wiederbeginn hatten zwei Spielerinnen das 2:0 auf dem Fuß. Erst kam VfR-Keeperin Melanie Knödler an der Strafraumgrenze gerade noch vor Patrizia Mollo an den Ball, dann setzte Rotärmel den Nachschuss aus etwa 20 Metern übers verwaiste Tor. Kurz darauf hatte Murrhardt die Doppelchance zum 1:1, doch die von Marina Herbst in Szene gesetzte Caroline Gehring scheiterte zweimal, weil Winnenden auf der Linie oder kurz davor klärte.

Der Favorit erhöht

In der 62. Minute erhöhte der leichte Favorit auf 2:0. Der Abschlag von Torhüterin Frank landete bei Rotärmel, die sofort gewaltig Fahrt aufnahm, sowohl Anna Mang als auch Nathalie Hofmann enteilte und souverän einschoss. Vier Minuten später hatte Murrhardt viel Pech. Eine Freistoßflanke von Gehring lenkte Frank an die Latte, den Kopfball von Manuela Schlipf, die sofort nachsetzte, entschärfte die SVW-Keeperin ebenfalls. Winnendens Mollo hätte alles klarmachen können (67.), doch sie scheiterte, und der VfR hoffte weiterhin. Sein Problem war die Abschlussschwäche. Schlipf köpfte nach einem Freistoß von Scarlett Nieswandt an den Pfosten (71.). In der 88. Minute machte Winnenden den Sack mit einem Konter zu. Rotärmel spielte den Ball in den Lauf von Jänel, die mit dem 3:0 einen Doppelpack schnürte. Der VfR-Treffer von Karthaus (90.) bedeutete nur noch etwas Ergebniskosmetik.

SV Winnenden: Frank, Steinwand, Lüders, Marina Müller, Rotärmel, Melissa Müller, Redelfs (68. Scholl), Carrasco (57. Michelle Müller), Mollo (80. Hiss), Jänel, Zelder (60. Sailer).

VfR Murrhardt: Knödler, Nieswandt, Schlipf (85. Betz), Chamoulias (56. Mang), Ehrmann, Galle, Schlageter (63. Kühnle), Bohn (46. Gehring), Herbst, Karthaus, Hofmann.

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