Rems-Murr-Sport

Zeitreise Fußball: Faustschläge und Trainerentlassungen

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Heinz Hahn stürmt für den SC Korb. © ZVW
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Toni Endstrasser
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Hans-Jürgen Schroff

Knatsch in Oeffingen, Trainerrücktritt in Korb und beim Spiel in Haubersbronn spielt ein Schirm eine Hauptrolle – die Saison 1987/88 bietet einige Aufreger und ist der Startschuss für eine fußballerische Revolution.

Der SC Korb hat den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Doch schon Ende Oktober hat Trainer Toni Endstrasser die Nase voll. Trotz zweier Meisterschaften ist das Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet. Die wirft ihm vor, sie nicht motivieren zu können. Spieler Heinz Hahn wird vom Verein schon mal die Rolle als Spielertrainer angeboten, doch er sagt ab. Schließlich aber hat Endstrasser genug. Die Spieler erheben neue Vorwürfe. Vor allem die Art und Weise, wie sie vorgetragen werden, habe ihm gezeigt, „da stimmt etwas nicht“.

Ralf Rangnick soll übernehmen

Walter Egert übernimmt schließlich seinen Posten und führt den Aufsteiger sensationell auf Platz vier. Schon denken die Korber auch an die Verbandsliga. Das soll dann aber ein anderer richten: Ralf Rangnick ist designierter Trainer für die nächste Saison.

Landesligist Spvgg Rommelshausen ist derweil nach einem Aderlass vor der Saison und dem Abgang von Buffy Ettmayer sehr zufrieden mit der Saison. „Harmonischer, ruhiger, lockerer“ verlaufe sie unter Trainer Reinhold Reichert, sagt Torwart Jürgen Schwab.

Ganz anders sieht’s in Oeffingen aus. Im April 1988 präsentiert er mit Roland Bohl einen neuen Trainer. Hans-Jürgen Schroff wird kurzerhand gefeuert. Was vor dem Spiel gegen Vaihingen außer ihm schon alle wissen, wird ihm erst danach mitgeteilt. Schroff bezeichnet das nachvollziehbar als „völlig stillos“.

Treffer mit Schirm und Faust

Auch ein Schirm kann stillos eingesetzt werden. So zum Beispiel im Spiel der Kreisliga A I TSV Haubersbronn - SF Geradstetten. Ein Geradstettener Spieler erhält nach einem Foul eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe, spuckt danach aber in die Richtung des Schiedsrichters und eines Haubersbronner Spielers und wird endgültig vom Platz gestellt. Daraufhin kommt es zu Tumulten neben dem Platz. Von Faustschlägen ist die Rede, ein Zuschauer bekommt einen Regenschirm übergezogen, die Wunde wird mit vier Stichen genäht. Im Spielbericht heißt es: „Nach diesen Vorfällen brach der Schiedsrichter das Spiel aus unerklärlichen Gründen ab.“

Sensationelles tut sich in Urbach. Hier geschieht, was niemand für möglich gehalten hat: FC-TV und TSV fusionieren zum SC Urbach. Der FC-TV bringt als Mitgift in die Hochzeit die Meisterschaft in der Kreisliga A I mit.

Aufsteiger aus der Kreisliga B: TSV Nellmersbach und TSV Großheppach

Das ist die Grundlage für spätere Erfolge in der Landesliga. In derselben Saison legen auch TSV Nellmersbach und TSV Großheppach den Grundstein dazu. Allerdings steigen sie erst einmal nur in die Kreisliga A auf.

Zum Saisonende stehen die Rems-Murr-Teams in der Landesliga auf den Plätzen zwei (Viktoria Backnang), vier (SC Korb), acht (VfL Schorndorf), neun (Spvgg Rommelshausen) und elf (TV Oeffingen). Die TSG Backnang wird 13. in der Verbandsliga.

Die ZVW-Rems-Murr-Landesliga-Auswahl

Tor: Jürgen Schwab (Spvgg Rommelshausen).

Libero: Walter Weingart (VfL Schorndorf).

Verteidiger: Ralf Kropf, Manfred Härer (Vikt. Backnang), Uwe Bösch (TV Oeffingen).

Mittelfeld: Heinz Hahn (SC Korb), Fromund Hoffmann (Spvgg Rommelshausen), George Carter (Vikt. Backnang).

Angriff: Roger Schreiner (Spvgg Rommelshausen), Bernd Riedel (Vikt. Backnang), Awni Ukela (SC Korb).

Ersatz: Walter Weinmann (Tor; Vikt. Backnang), Udo Raith (VfL Schorndorf), Frank Höhne (SC Korb), Attila Kun (VfL Schorndorf), Michael Board (SC Korb).

Trainer: Werner Pasta (VfL Schondorf)

Die Meister und Absteiger

Bezirksliga. Meister: SV Fellbach. Absteiger: FC Oberrot.

Kreisliga A I. Meister: FC-TV Urbach. Absteiger: SV Fellbach II.

Kreisliga II. Meister: SV Unterweissach. Absteiger: Spvgg Kleinaspach-Allmersbach, TSV Oberbrüden.

Kreisligen B. B I: TV Großheppach. B II: TSV Bad Rietenau. B III: TV Nellmersbach.