Handball im Rems-Murr-Kreis

Ziel des VfL Waiblingen: Schnell Fuß fassen in der Oberliga

Waiblingen
Das Team des VfL Waiblingen, hintere Reihe von links: Niklas Leukert, Mark Leinhos, Henri Konzelmann, Lukas Ader, Marco Kolotuschkin, Frank Ader (Vorstand Männer). Mittlere Reihe von links: Tim Baumgart (Trainer), Alexej Prasolov, Evgeni Prasolov, Sascha Laurenz, Jan Hellerich, Axel Steffens, Robin Stöhr. Vorne von links: Holger Mayer, Jan Hellmann, Sebastian Rica-Kovac, Marco Brecht, Carsten Lehmkühler, Nils Eilers, Arne Baumann (Betreuer). Es fehlen: Maik Hammelmann (Sportlicher Leiter), Patrick Rothe (Co-Trainer), Leon Specic, Luis Westner, Lukas Baumgarten, Philipp Wiedemann, Yannick Seeger, Susanne Leithner (Physiotherapeutin und Athletiktrainerin). © Heiko Potthoff

Souverän mit acht Punkten Vorsprung haben sich die Männer des VfL Waiblingen die Meisterschaft in der Handball-Württembergliga gesichert und hielten dem Druck des Favoriten stand. Mit nur minimal verändertem Kader startet das Team von Trainer Tim Baumgart an diesem Samstag (20.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den TSV Weinsberg in die Baden-Württemberg-Oberliga. „Jetzt geht’s darum, schnell Fuß zu fassen in der neuen Liga“, sagt Baumgart.

46:6 Punkte, nur zwei Niederlagen, am viertletzten Spieltag war der Aufstieg in die vierthöchste Handball-Liga eingetütet: Es war eine durchweg überzeugende Vorstellung des VfL im sechsten Jahr unter der Regie des früheren Oeffingers und Schmideners Tim Baumgart. Es gibt also wenig Grund für den 39-Jährigen, der neuen Aufgabe mit schlotternden Knien entgegenzusehen.

Respekt indes hat er vor der langen Runde. 34 Spiele müssen absolviert werden, acht mehr als in der vergangenen Runde. Er könne sich nur der Meinung vieler seiner Trainerkollegen anschließen, welche die Einteilung der Baden-Württemberg-Oberliga in zwei Staffeln begrüßt hätten mit anschließenden Play-off-Spielen, sagt Baumgart. „Andere Verbände machen das so, jetzt nehmen wir’s halt, wie es kommt.“

Nur ein Abgang und vier neue Spieler

Weil die Liga mit 18 Teams ziemlich groß ist, wird’s eine entsprechende Anzahl Absteiger geben. Wie viele, hängt davon ab, wer aus der dritten Liga absteigt. Fünf Mannschaften wird es voraussichtlich in der Baden-Württemberg-Oberliga erwischen. Auch hier wünschten sich die Vereine künftig ein bisschen mehr Klarheit. „Der ursprüngliche Plan der Reform war ja mal, dass es eine feste Anzahl Absteiger geben wird“, so Baumgart. „Durch Corona hat sich das jetzt um zwei, drei Jahre verschoben.“

Nur ein Spieler hat den VfL Waiblingen verlassen – mit dem Kreisläufer Simon Baumgarten allerdings ein Hochkaräter. Der frühere Bundesligaspieler des TVB Stuttgart schloss sich dem Drittliga-Absteiger TV Plochingen an, damit gibt’s ein Wiedersehen in dieser Saison. Nur vier neue Spieler stoßen hinzu: Vom Oberliga-Konkurrenten TV Bittenfeld kommt der Torhüter Sebastian Rica-Kovac, von der SV Remshalden II der Linksaußen Nils Eilers und vom SV Kornwestheim der Kreisläufer Jan Hellerich. Weil Letzterer dem VfL bis Ende des Kalenderjahres aufgrund eines Auslandssemesters fehlen wird, hat Baumgart einen ehemaligen Mannschaftskollegen beim TSV Schmiden reaktiviert. Der routinierte Marco Kolotuschkin spielte zuletzt in der Landesligamannschaft des TSV.

Der Kader bleibt nahezu gleich

Aufgrund der wenigen Neuzugänge muss sich der VfL nicht großartig einspielen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass wir mit diesem Kader weitermachen, weil wir vergangene Saison zufrieden waren“, sagt Baumgart. „Wir mussten nicht an großen Stellschrauben drehen.“

Alles in allem sei er zufrieden mit dem Kader. „Ein bisschen größer könnte er sein, wir dürfen ja jetzt 16 Spieler einsetzen. „Der Plan sei, den Kader mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft aufzufüllen und sie langsam heranzuführen. „Da haben wir ja den einen oder anderen.“

Evgeni und Alexej Prasolov bringen Erfahrung mit

Gemischt ist die Altersstruktur. Sieben Spieler sind 25 Jahre alt oder jünger, sieben mindestens 30. Allen voran der Linksaußen Holger Mayer (37), Marco Kolotuschkin (36), Axel Steffens (32) und die Prasolov-Brüder Evgeni (34) und Alexej (30) bringen reichlich Erfahrung mit.

Eher zur jüngeren Garde gehört das Torhüter-Trio Sebastian Rica-Kovac (22), Yannick Seeger (24) und Marco Brecht (24). Andere Mannschaften hätten auf dieser Position sicherlich deutlich mehr Erfahrung, so Baumgart. „Wir hoffen, dass sich die drei so weiterentwickeln wie in den vergangenen Jahren, dann werden wir ein starkes Trio haben.“

Etliche Testspiele hat der VfL in der Vorbereitung absolviert – „leider nie mit dem kompletten Kader“. Bedingt durch Urlaube und den einen oder anderen Verletzten. „Ich glaube, ein Trainer ist nie zufrieden mit der Vorbereitung, sie hatte Höhen und Tiefen“, sagt Baumgart. „Entscheidend wird sein, was am 10. September auf der Platte passiert.“

Zum Saisonstart sollten alle fit sein

Robin Stöhr ist nach einem Außenbandriss und drei Wochen Pause wieder zurück, ebenso der zuletzt angeschlagene Evgeni Prasolov. Wenn nichts mehr passiert, hat der Trainer zum Auftakt also seinen aktuell bestmöglichen Kader beisammen. „Das ist sehr wichtig für uns. Wenn wir bei 34 Spielen ohne größere Verletzungen durchkommen, dann sind wir konkurrenzfähig.“ Auch wenn gute Einzelspieler im Kader seien, sei am Ende das Kollektiv entscheidend.

Baumgart setzt auch auf die Zuschauer, die nach längerer Flaute wieder vermehrt den Weg in die Rundsporthalle finden. „Das haben sich die Jungs auch verdient.“

Zudem könnten die Fans in Waiblingen attraktive Gegner sehen – im Umkreis spielten nicht mehr so viele Mannschaften in der Baden-Württemberg-Oberliga. „Da schaut vielleicht der eine oder andere Handballinteressierte bei uns vorbei.“

Überhaupt, so Baumgart, sei der Handball in Waiblingen wieder en vogue. Was natürlich auch am Erfolg der Frauenmannschaft liegt. „Es macht einfach Spaß hier zurzeit“, sagt Baumgart. Er sei auch mit dem Frauentrainer Thomas Zeitz im regen Austausch. „Wir machen auch mal ein Event zusammen.“

Tim Baumgart rechnet mit einer spannenden und ausgeglichenen Baden-Württemberg-Oberliga. „Ich glaube nicht, dass es klare Absteiger geben wird.“ Ganz vorne schätzt er die Drittliga-Absteiger TGS Pforzheim und TV Plochingen sowie den HC Neuenbürg ein.

Souverän mit acht Punkten Vorsprung haben sich die Männer des VfL Waiblingen die Meisterschaft in der Handball-Württembergliga gesichert und hielten dem Druck des Favoriten stand. Mit nur minimal verändertem Kader startet das Team von Trainer Tim Baumgart an diesem Samstag (20.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den TSV Weinsberg in die Baden-Württemberg-Oberliga. „Jetzt geht’s darum, schnell Fuß zu fassen in der neuen Liga“, sagt Baumgart.

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46:6 Punkte, nur zwei Niederlagen, am

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