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Zu Recht ganz oben: Der SC Korb

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Das Meisterteam des SC Korb (hinten von links): Co-Trainerin Heike Kranacher, Torwarttrainer Hartmut Hammer, Caren Hammer, Petra Feucht, Jessica Krug, Alexa Buck, Lea Gruber, Sarah Wachter, Vanessa Nagler, Jasmin Dirmeier, Lisa Fleischer, Physio Britta Küchler, Trainer Jürgen Krause. Vorne: Anja Itterheim, Sandra Staiger, Lana Holder, Hanna Hojczyk, Sina Stumpp, Lena Idler, Melanie Cyklarz. © Privat

Korb. Bester Angriff und beste Tordifferenz in der 3. Liga Süd: Die Handballerinnen des SC Korb sind völlig zu Recht Meister geworden und haben sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga verdient. Den gibt’s jetzt mit der FSG Waiblingen/Korb. Über das Konstrukt der Spielgemeinschaft gibt es hitzige Diskussionen. Die ändern aber nichts an der großartigen Leistung der Korberinnen.

Die zeigten sie nicht erst in dieser Saison. Erst vor zwei Jahren hatte das Team als Aufsteiger in der Baden-Württemberg-Oberliga den Durchmarsch in die 3. Liga geschafft, dort belegte Korb auf Anhieb Rang vier. Und jetzt ist der Sprung an die Spitze gelungen. Der Erfolg ist somit das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. Die Mannschaft ist jung besetzt, aber reifer geworden. Und überdies eingespielt: Einige Protagonisten spielen bereits seit der Jugend zusammen in Korb.

"Super Mannschaftsgefüge"

Auch im Trainerteam stimmt es. Jürgen Krause übernahm den SC vor der Oberliga-Saison 2014/15 von Aufstiegstrainer Dieter Gramer. Ebenso ihren Anteil am Erfolg haben Co-Trainerin Heike Kranacher und Torwarttrainer Hartmut Hammer. Die gewachsenen Strukturen hat Krause als Erfolgsgeheimnis ausgemacht: „Wir sind jetzt Meister geworden, weil wir ein super Mannschaftsgefüge haben und es ein gegenseitiges Vertrauen zwischen Trainern und Mannschaft gibt.“ Außerdem herrsche große Disziplin, taktische Vorgaben würden genau umgesetzt.

Breit besetzter Kader

Und nicht zuletzt sei der Korber Kader auf hohem Niveau breit besetzt. Zwar seien in dieser Saison Vanessa Nagler und – nach überstandenem Kreuzbandriss fast noch mehr – Lea Gruber leistungsmäßig „explodiert“ (Krause). Auch Torhüterin Sarah Wachter sowie Caren Hammer und Routinier Lana Holder hätten zu den Säulen der Mannschaft gehört. Doch das Leistungsvermögen der weiteren Spielerinnen sei nicht weit entfernt gewesen.

Vorbereitung von Verletzungen und Krankheiten geplagt 

So groß jetzt die Freude über Meisterschaft und Aufstieg ist: Vor der Saison hatte Skepsis geherrscht. Zwar zählte Krause Korb außer dem SV Allensbach, dem HCD Gröbenzell und dem TV Möglingen zu den Favoriten. Doch die Vorbereitung lief aufgrund von Krankheiten und Verletzungen äußerst unglücklich. Hinzu kam das schwere Auftaktprogramm mit den Spielen in Möglingen und Gröbenzell sowie bei den heimstarken Regensburgerinnen.

Besser als befürchtet 

Dann lief’s jedoch wesentlich besser als befürchtet. In Möglingen setzte es nur eine hauchdünne 23:24-Niederlage. „Das hat uns positiv überrascht, wir hätten das Spiel sogar gewinnen können.“ Das gab den Korberinnen Selbstvertrauen, in Gröbenzell feierten sie einen 26:24-Erfolg. Es war der Auftakt zu einer Serie von fünf Siegen in Folge. Doch jede Saison ist auch von Rückschlägen geprägt: Am siebten Spieltag kassierte der SC eine schlimme 33:39-Pleite beim SV Allensbach. „Der hatte einen Sahnetag, und wir waren schlecht“, kommentiert Krause trocken. Korb aber zeigte mentale Stärke – und hatte im folgenden Spiel zudem das Quäntchen Glück, das zum Auftakt in Möglingen noch gefehlt hatte. Mit 28:27 wurde das Heimspiel gegen die HSG Freiburg gewonnen. Es folgten ein lockeres 34:25 beim späteren Absteiger Brombach und ein 34:21-Kantersieg zu Hause in der Ballspielhalle gegen den indisponierten VfL Waiblingen.

„Es war blöd, so in die Winterpause zu gehen“

Der Vorrundenabschluss allerdings ging gründlich daneben. Sowohl in der Liga als auch eine Woche darauf im Verbandspokal verlor Korb gegen den späteren Pokalsieger SG BBM Bietigheim II. „Es war blöd, so in die Winterpause zu gehen“, so Krause. Der SC war mit zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Allensbach Vierter.

Im Januar neues Ziel gesetzt: Der Meistertitel soll her

In der Rückrunde drehte Korb dann richtig auf und holte die Big Points gegen die Konkurrenten im Meisterschaftskampf: 28:20 gegen Gröbenzell, 31:28 gegen Allensbach und 32:23 gegen Möglingen. Nur gegen Allensbach verlor der SC den direkten Vergleich, was aber nicht ins Gewicht fiel, da der SVA überraschend mehrfach Federn ließ. Korb dagegen gab in der Rückserie nur drei Punkte ab (28:28 gegen Regensburg, 27:31 in Freiburg). Das war umso bemerkenswerter, weil die Handballabteilung des SC Ende Januar 2017 beschlossen hatte, die erste Mannschaft nicht mehr zu melden und sich auf die Bezirksebene zurückzuziehen. Das Team brach aber nicht ein, sondern setzte sich ein neues Ziel: sich mit dem Meistertitel zu verabschieden.

Gründung FSG Waiblingen/Korb: Wirbel und Kritik 

Nach dem Möglingen-Sieg am fünftletzten Spieltag folgte der Paukenschlag: Mit der Gründung der FSG Waiblingen/Korb sollte der Aufstieg doch noch ermöglicht werden. Die Meldung sorgte für viel Wirbel und Kritik. „Das war ein riesengroßer Druck.“ Doch wieder biss sich die Korber Mannschaft durch, auch im mit Argusaugen beobachteten Derby am vorletzten Spieltag gegen den künftigen FSG-Partner VfL Waiblingen. Ein Punkt hätte dem SC genügt, um beiden Vereinen den Aufstieg in Liga zwei zu sichern, es wurde ein 33:28- Sieg. „Beide Mannschaften haben Vollgas gegeben“, betont Krause.

Verdienter Meistertitel

Das Sahnehäubchen, der Gewinn des Meistertitels, folgte zum Saisonabschluss mit dem 29:26 gegen Bietigheim II. Sechs Spielerinnen der Korber Mannschaft werden in der 2. Bundesliga für die FSG antreten. Es ist der verdiente Lohn.


Die Planungen der FSG Waiblingen/Korb für die 2. Bundesliga und die 3. Liga laufen unter Federführung des VfL auf Hochtouren. Ziel in Liga zwei wird es laut Meistertrainer Jürgen Krause, der das Team künftig gemeinsam mit der bisherigen Waiblinger Trainerin Kerstin Zimmermann coacht, sein, möglichst früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Kader soll bald bekanntgegeben werden

Folgende Spielerinnen aus dem Korber Meisterteam werden in der 2. Bundesliga spielen: Hanna Hojczyk, Lea Gruber, Vanessa Nagler, Sina Stumpp, Jasmin Dirmeier und Caren Hammer. Verabschiedet worden beim SC sind Anja Itterheim, Melanie Cyklarz, Lana Holder, Petra Feucht (Karriereende), Sandra Staiger (Ziel unbekannt), Alexa Buck (HSG Strohgäu), Lena Idler (Handballpause) und Sarah Wachter (TV Nellingen). Für die FSG II in der 3. Liga eingeplant ist Jessica Krug, die in der kompletten abgelaufenen Saison verletzt fehlte. Die Kader sollen bald bekanntgegeben werden.

Zuversichtlicher Trainer

Jürgen Krause ist zuversichtlich, dass die FSG I nicht gleich wieder absteigen muss. Zum einen vertraue er seinen Spielerinnen, zum anderen seien die Rahmenbedingungen künftig viel besser als in der vergangenen Saison. Das Trainingspensum werde von drei- auf viermal wöchentlich erhöht, und anders als bisher stehe eine ganze Halle zur Verfügung. Dank der Teamarbeit mit Zimmermann sei es dann möglich, in den Hallenhälften verschiedene Spielsituationen einzuüben. „Das ist ein Riesenvorteil.“ Mit dabei sein wird auch Hartmut Hammer. Krause schätzt ihn ebenfalls sehr: „Er ist ein hervorragender Torwarttrainer.“

FSG Waiblingen/Korb

Der SC Korb und der VfL Waiblingen haben die FSG Waiblingen/Korb gegründet, um den Aufstieg und die Lizenzen zu sichern. Die FSG I, bisher SC Korb, wird in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga antreten, die FSG II, bisher VfL Waiblingen, in der 3. Liga Süd, die FSG III, bisher SC Korb II, voraussichtlich in der Bezirksklasse.

Nach der Saison 2017/18 soll die Frauen-Spielgemeinschaft aufgelöst werden. Dann gehen die Lizenzen der FSG I und II an den VfL Waiblingen, während sich der SC Korb auf die Bezirksebene zurückzieht.