Rems-Murr-Sport

Zum Auftakt gleich ein Rems-Murr-Derby

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Etwas überraschend ist der TSV Schwaikheim (hier Daniel Charpentier im Spiel gegen Marbach) über die Relegation aufgestiegen. Deshalb fehlen ihm zum Landesligaauftakt einige Spieler. © Ramona Adolf

Saisonauftakt in Verbands- und Landesliga. Der Bezirk Rems-Murr ist hier seit langem mal wieder gut vertreten, stellt in der Landesliga fünf Teams. Zwei davon treffen am ersten Spieltag aufeinander.

Verbandsliga. TSG Backnang - VfL Pfullingen (Sa 15.30). Die TSG hat in der vergangenen Saison nach wechselhaftem Verlauf noch eine sehr gute Endplatzierung belegt. (Fünfter). Im Kader vollzog sich nun ein Umbruch. Trainer Markus Lang ist damit aber sehr zufrieden. Der Kader sei ausgeglichener und in der Breite besser aufgestellt. Er könne nun auch taktisch flexibler agieren. Lang möchte weiterhin offensiv auftreten, gleichzeitig aber im Defensivverhalten kompakter stehen. Im ersten wichtigen Spiel der Saison gelang das schon bestens. Die TSG gewann beim Landesligaspitzenteam SKV Rutesheim mit 5:0. Was das letztlich wert ist, wird sich nun zum Saisonauftakt zeigen.

Landesliga. TSV Schwaikheim – Vikt Backnang (So 16). Ein wenig überraschend ist der TSV Schwaikheim in die Landesliga zurückgekehrt. So überraschend auch für die Mannschaft, dass die Urlaubsplanung nicht darauf ausgerichtet war. Deshalb sind derzeit noch neun Spieler im Urlaub, erst ab dem dritten Spieltag wird der Kader vollständig zur Verfügung stehen. „Das ist dann unser interner Saisonstart“, sagt Spielführer Simon Hieber. Bis dahin tritt der TSV eher als Rumpftruppe auf. „Wir machen das Beste draus.“

Für die Saison insgesamt sieht der Torhüter dennoch nicht schwarz. „Ich gehe optimistisch in die Saison. Die Mannschaft ist weiter als damals und das Korsett noch immer dasselbe.“ Auch die Abgänge der Angreifer Kujtim Sylaj und Michel Disch seien verkraftbar. Der Fokus liege nun ohnehin eher auf der Defensive. Und dass der TSV nun das Spiel nicht mehr selbst gestalten muss, sondern das dem Gegner überlassen kann, „das kommt uns entgegen“. Im Pokalspiel beim TSV Crailsheim, immerhin Dritter der vergangenen Spielzeit, habe das sehr gut funktioniert. Nur ein paar Minuten fehlten zum Überraschungserfolg. Die Neuzugänge passen offenbar auch. Von Defensivspieler Jochen Bartholomä erwartet Hieber viel, Kevin Reeves mache einen guten Eindruck und Alessandro Siciliano hat in der Bezirksliga bewiesen, dass er viele Tore schießen kann. Am Sonntag gegen die Viktoria Backnang wird er das noch nicht zeigen können; er ist einer der fehlenden Spieler: neun im Urlaub (plus Trainer Toni Guaggenti), Fabian Mörtzschky und Florian Schweickhardt krank, Heiko Bernert noch verletzt. Das alles spricht eher für einen Erfolg der Gäste.

Die stehen allerdings auch vor einem Umbruch. Sieben Spieler verlor die Viktoria, zehn kamen hinzu. Auch der Trainer ist neu, zumindest fast. Patrick Köllner (24) war die vergangenen drei Jahre Co-Trainer von Tim Böhringer, nun muss er es alleine richten. Er möchte so schnell wie möglich 40 Punkte erreichen, damit sollte der Klassenverbleib sicher sein. Die Neuzugänge überzeugten bisher. Taktisch soll die Viktoria variabel agieren, mit Vier-, aber auch Dreierkette. Ziel, so Köllner, sei, für den Gegner nicht leicht berechenbar zu sein. Ausschnitte auf zvw.de/sportvideos

TSV Schornbach – Untermünkheim (Sa 15.30). Der TSV Schornbach betritt Neuland. Noch nie hatte er es bisher in die Landesliga geschafft – und doch hat er eine Erfahrung bereits gemacht: Siege sind auch hier möglich. Im Verbandspokal überraschte der Aufsteiger mit einem 4:2-Erfolg beim TSV Heimerdingen. Trainer Giuseppe Greco will das aber nicht überbewerten: „Da haben wir uns auch den Überraschungseffekt zunutze gemacht.“ Allerdings: Auf den hofft Greco auch im Verlauf der Runde, und darauf, dass der Aufsteiger öfter mal unterschätzt wird. Wenn alles so läuft, wie es sich der Trainer vorstellt, sollte das in der Rückrunde nicht mehr passieren. Denn bis dahin fordert er von seinen Spielern: „Mutig in jedes Spiel, immer an die Leistungsgrenze gehen, Respekt haben, aber keine Angst. Wir wollen nicht mauern, sondern mitspielen.“ Dafür müsste der eine oder andere „aus dem Deckungsschatten herauskommen“, also selbst Verantwortung übernehmen, sich nicht hinter jenen verstecken, die schon in höheren Ligen aktiv waren. Dazu zählt er selbst, aber auch Dominik Parham, Timo Morawietz, Christopher Nachtwey, Neuzugang David Milojkovic und vor allem Georgios Mahlelis, bisher Profi-Fußballer in der ersten und zweiten Liga Griechenlands, jetzt in der alten Heimat. Hier will der 25-Jährige beruflich Fuß fassen, einen neuen Beruf erlernen. Der TSV unterstützt ihn dabei. Der wird sicher eine zentrale Rolle einnehmen, im wahrsten Sinne des Wortes: Zwar ist Mahlelis bisher defensiv und offensiv auf der linken Seite im Einsatz gewesen, Greco jedoch will ihn in der Zentrale aufbieten. Vor dem Saisonstart gegen Untermünkheim aber ist Mahlelis wie auch einige ander wichtige Spieler (Parham, Morawietz, Nachtwey und Greco selbst) angeschlagen. Einige sind im Urlaub. Die Mannschaft wird also wenig mit der gemein haben, die den Großteil der Saison bestreiten wird. „Eine richtig schöne Herausforderung“ nennt Greco denn auch die erste Partie. „Ein Punkt wäre schon ein Erfolg.“

TSV Crailsheim – TV Oeffingen (Sa 15.30). Der TV Oeffingen hat in der Saison 2015/16 fast ein Wunder bewirkt. Zur Halbzeit schon fast aussichtslos abgeschlagen, gelang ihm doch noch der Klassenverbleib. Dazu musste er aber bestes Rückrundenteam werden. Ob er dieses Niveau weiter bieten kann? Er hat einige gute Spieler verloren, beispielsweise Dominic Sessa an die TSG Backnang. Und gleich zum Saisonstart wartet ein schwerer Start. Die Crailsheimer zählen zu den Ligafavoriten.

Spvgg Satteldorf – SV Fellbach (So 15). Der SV Fellbach blickt auf eine schwache Saison zurück. Mit neuem Trainer (Marco Fischer) und einem in der Breite stärker aufgestellten Kader (acht Neuzugänge) soll es besser werden. Eine ruhige Saison erhofft sich Fischer – und einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Seine Mannschaft soll dabei jeweils mutig und offensiv auftreten, das Spiel bestimmen. Das kann er jetzt gleich beweisen. In Satteldorf sollte bei dem Anspruch Zählbares geholt werden.