Leichtathletik Rems-Murr

Zwei Waiblinger gewinnen Welzheimer Triathlon

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Start, Ziel und Wechselzone: Am Aichstrutsee war beim Welzheimer Triathlon für Zuschauer einiges geboten. © Ralph Steinemann Pressefoto
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War der schnellste Mann: Maximilian Hoffmann macht sich für den Wechsel aufs Rad bereit. © Ralph Steinemann Pressefoto
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War die schnellste Frau: Lilly Zednikova auf den ersten Metern der Laufstrecke. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Start hallt die Hügel hinauf. Wasser klatscht auf, Badekappen leuchten von weitem. Es ist der Start des 37. Welzheimer Triathlons, der da am Samstagmittag im Aichstrutsee beginnt. Am Ende kommen der schnellste Mann und die schnellste Frau vom VfL Waiblingen.

600 Meter durchs Wasser, 27 Kilometer Rad fahren, sieben Kilometer laufen. Das Wetter an diesem Tag: ideal. „Das sind traumhafte Bedingungen. Es ist nicht zu heiß und es regnet nicht“, sagt Jochen Schultheiß, der Abteilungsleiter der Triathleten der TSF Welzheim. Knapp 300 Athleten haben sich zu dieser Herausforderung angemeldet, Schultheiß schätzt, dass rund 250 dann tatsächlich auch durchs Ziel laufen.

Etwa 25 Helfer wuppen den Tag, schauen, dass es weder Sportlern noch Zuschauern an etwas mangelt. Die Zuschauer haben es sich auf mitgebrachten Decken rund um den Aichstrutsee gemütlich gemacht. Sie haben die Sportler beim Start und beim Wechsel aufs Rad angefeuert, dann kehrt für ein paar Minuten Ruhe am See ein. Kinder spielen im Sand, an den Biertischen nahe der Ziellinie genießen die Zuschauer kühle Getränke, ein Stück Kuchen. Bevor es dann schon bald wieder beginnt, unruhig zu werden. Nicht lange hat es gedauert, bis Moderator Achim Seiter den ersten Radfahrer ankündigt.

Eine längere, aber landschaftlich schöne Laufstrecke

„Wir haben hier superschöne Strecken“, so Schultheiß. „Mit dem schönen Natursee zum Schwimmen, den landschaftlich tollen Rad- und Laufstrecken.“ Der Veranstalter schiebt schmunzelnd hinterher: „Auch wenn die Sportler von diesen Traum-Ausblicken im Wettkampf nur wenig mitkriegen.“ Dafür muss auf den Strecken kein Abschnitt mehrmals gefahren oder gelaufen werden, sondern man kann die Strecken an einem Stück bewältigen. Ein Grund, weshalb die Laufstrecke in Welzheim sieben anstatt wie gewöhnlich fünf Kilometer beträgt.

Der zweite Wechsel

Rund um die Wechselzone wird es voll. Maximilian Hoffmann (VfL Waiblingen) kommt als einer der Ersten angefahren, reißt die Faust in die Luft. Ob er da schon ahnte, dass er später als Erster über die Ziellinie kommen wird? Runter vom Rad, raus auf die Laufstrecke. Helm ab, Cap auf.

Während sich Hoffmann, der mit dem VfL Waiblingen in der Triathlon-Baden-Württembergliga-Liga antritt, bereits schnurstracks auf die sieben Kilometer lange Laufstrecke macht, geht es in der Wechselzone zu wie in einem Taubenschlag. Die Zuschauer empfangen die Radler und geben noch mal Kraft mit auf die letzte Etappe, die zu Fuß erledigt werden muss.

Die Laufstrecke führt ein Stück um den See. „Dann geht es durch den Wald, da ist es angenehm schattig“, weiß Schultheiß. „Das Schöne ist auch, die Athleten hören schon von weitem den Trubel hier am See.“ Er zeigt auf den Wald, die Wiesen und Felder, durch welche die Sportler dann bald Richtung Ziel laufen.

Als dann der erste Läufer vom See aus zu sehen ist, vergrößert sich die Spannung. Wer wird es sein? Und ist das dann auch gleich der Gewinner des Triathlons? Schließlich starteten die Teilnehmer dreimal im Abstand von fünf Minuten.

Maximilian Hoffmann wird Erster

Dann wird klar, das Trikot ist blau, die Startnummer sichtbar. Es ist Maximilian Hoffmann, der nach 1:16,09 Std das Zieltor durchquert. Der 25-Jährige ist mehr als glücklich und erinnert sich daran, als er vor neun Jahren in Welzheim seinen ersten Triathlon absolvierte und ihn wegen eines Sturzes mit dem Fahrrad gar nicht abschließen konnte. „Ich habe mich früher gefragt, wie man so schnell sein kann.“ Damals hätte er nie geglaubt, dass er selbst mal diesen Triathlon gewinnen könnte. An diesem Wochenende war es so weit.

„Ich habe von Anfang an alles gegeben“, sagt Hoffmann. Schon beim Schwimmen wollte er die gute Zeit, beim Radfahren lief es rund - „Ich habe beim Radfahren schon gemerkt, dass ich einige hinter mir lasse“-, erst beim Laufen musste er die Zähne zusammenbeißen und hielt durch.

Es sei ein bisschen eine Revanche dafür gewesen, dass er mit dem VfL-Team vergangene Woche beim Triathlon in Erbach disqualifiziert wurde und damit der Aufstieg in die 2. Triathlon-Liga geplatzt war. Ganz mit dem Kopf dabei war er nicht. Den Erbach-Triathlon im Hinterkopf und die Gedanken bei einem ehemaligen Schulkameraden. „Er hat sich letzte Woche das Leben genommen. Ich habe heute oft an ihn gedacht und wie für viele das Leben einfach weitergeht, nur für einen nicht mehr. Ich wollte diesen Triathlon auch für ihn gewinnen.“

Lilly Zednikova ist die schnellste Frau

Nach 1:32,07 Std kam Lilly Zednikova ins Ziel. Die Vierzigjährige ist glücklich: „Das ist ein Traum! Ich hatte damit gerechnet, unter die Top fünf zu kommen. Jetzt habe ich gewonnen.“ Die Triathletin des VfL Waiblingen hat ihren Fokus auf dem Iron Man auf Hawaii, ein Triathlon mit ganz anderem Umfang. Ein Spaziergang sei das in Welzheim für sie aber ganz sicher nicht gewesen. „Im Gegenteil“, erklärt sie. „Man muss von Anfang an Gas geben.“ Beim Schwimmen habe sie anfangs etwas Probleme gehabt, sei in einen Pulk geraten, habe viel abbekommen. „Ich musste zwischendurch brustschwimmen, um wieder in den Rhythmus zu kommen.“

Das wollte sie aber beim Radfahren wieder aufholen: „Das ist meine Disziplin, da weiß ich, was ich kann.“ Der Seitenwind habe ihr da etwas zu schaffen gemacht. Die Strecke kennt sie gut, hat sie doch schon mehrere Male in Welzheim teilgenommen. „Das ist sozusagen meine Heimstrecke.“

Die Konkurrenz abgehängt

Beim Laufen sei es ab dem dritten Kilometer doch schwerer geworden. Doch man hat ihr auf der Strecke schon mitgeteilt, dass sie bei den Frauen vorne ist. Das hat Kraft gegeben für die letzten Kilometer. „Ich habe immer darauf gewartet, dass mich Julia Leye überholt“, sagt sie über ihre Konkurrentin vom TSV Neustadt. Oft liefern sich die beiden Frauen ein enges Rennen, mal gewinnt die eine, mal die andere. Leye kam nach 1:36,26 Std als fünfte Frau ins Ziel, heute war die Waiblingerin die Schnellere.

Und die freut sich nicht nur für sich, sondern auch, dass gleich zwei Waiblinger solch einen Erfolg feiern können: „Das macht mich auch für Max glücklich. Wir sind befreundet und ich mag ihn sehr.“

Der Start hallt die Hügel hinauf. Wasser klatscht auf, Badekappen leuchten von weitem. Es ist der Start des 37. Welzheimer Triathlons, der da am Samstagmittag im Aichstrutsee beginnt. Am Ende kommen der schnellste Mann und die schnellste Frau vom VfL Waiblingen.

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600 Meter durchs Wasser, 27 Kilometer Rad fahren, sieben Kilometer laufen. Das Wetter an diesem Tag: ideal. „Das sind traumhafte Bedingungen. Es ist nicht zu heiß und es regnet nicht“, sagt Jochen Schultheiß, der

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