Handball im Rems-Murr-Kreis

Zweitligist VfL Waiblingen: Bloß nicht schon ans Topspiel gegen Solingen denken

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Für Sinah Hagen und den VfL Waiblingen gilt es, eine weitere Pflichtaufgabe in der 2. Handball-Bundesliga zu erledigen. © Ralph Steinemann

Die Lage ist nicht ganz einfach für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen. Während alle schon dem Topspiel kommende Woche gegen den Tabellenzweiten HSV Solingen-Gräfrath entgegenfiebern, müssen sie sich voll auf die nächste Aufgabe konzentrieren. In der Partie beim Vorletzten MTV Heide darf sich das Team keinen Patzer leisten.

MTV Heide (15. Platz, 6:28 Punkte) – VfL Waiblingen (3. Platz, 31:5 Punkte; Samstag, 26. Februar, 17 Uhr). Dass die Waiblingerinnen mit dem Druck derzeit exzellent fertig werden, haben sie zuletzt im Derby in der heimischen Rundsporthalle bewiesen. Überraschend deutlich mit 36:23 bezwang die Mannschaft die SG H2Ku Herrenberg. Dabei hatte der Gegner alle drei mit Doppelspielrecht ausgestatteten Talente des Erstliga-Dritten TuS Metzingen aufgeboten.

Trainer Thomas Zeitz ist stolz auf die Handballerinnen des VfL Waiblingen

Drei Partien in Folge hat der VfL nun sehr überlegen gegen schwächere Gegner gewonnen. Das hat Thomas Zeitz in seiner Zeit in Waiblingen noch nie erlebt. Entsprechend stolz ist der Trainer auf die Spielerinnen: „Ich bin absolut zufrieden. Hätte mir vorher einer gesagt, dass wir das auch gegen Herrenberg so souverän runterspielen, hätte ich es nicht geglaubt.“

Erneut konnte es sich Zeitz erlauben, alle Waiblingerinnen einzusetzen. „Und fast alle haben auch getroffen.“

Nun hofft der Coach, dass der VfL die Aufgabe beim MTV Heide ähnlich eindrucksvoll bewältigt. Angesichts der rund zehnstündigen Fahrt nach Schleswig-Holstein wird die Mannschaft bereits am Freitag mit dem Bus nach Schleswig-Holstein reisen. Ausgeruht wird sie also sein. Doch ist sie auch konzentriert?

Kapitänin Caren Hammer fällt fürs Zweitligaspiel des VfL Waiblingen beim MTV Heide aus

In der Vorrunde gewann Waiblingen locker mit 34:25. Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Schlagen kann sich der VfL nur selbst, obwohl mit Caren Hammer die in der Abwehr unersetzliche Kapitänin ausfällt. Sie hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut Zeitz ist ihr Einsatz im Schlagerspiel gegen Solingen am Freitag, 4. März, aber nicht gefährdet.

„Solingen“. Da ist es, das Tabuwort. Die Partie gegen den derzeit punktgleichen Tabellenzweiten wird eine für den Kampf um Meisterschaft und Aufstieg eminent wichtige. Seit Wochen ist das Spiel Gesprächsthema in der Szene.

Nur in den Köpfen der Waiblinger Mannschaft darf der Gegner noch keine Rolle spielen. Denn sonst könnte es bei der Partie in Heide ein böses Erwachen geben. Zeitz und sein Trainerteam haben deshalb unter der Woche jeden Hinweis aufs Schlagerspiel vermieden.

Ein Punktverlust wäre für VfL Waiblingen vor Topspiel gegen HSV Solingen-Gräfrath fatal

Was den Coach positiv stimmt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass sich bei der Mannschaft Lethargie einschleicht. Wir fokussieren uns jetzt voll auf Heide.“ Denn mit einem Punktverlust „würden wir uns in eine blöde Situation bringen“. Dann nämlich stiege der Druck vor dem Heimspiel gegen Solingen noch einmal deutlich.

Dagegen könnten sich die Waiblingerinnen mit einem souveränen Erfolg im hohen Norden noch einmal Selbstbewusstsein holen, bevor es in der Liga richtig ernst wird. Ausfallen im Spiel beim MTV wird beim VfL außer Hammer auch erneut Alina Ridder (Entzündung im Knie).

Sollte der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelingen: Wo spielt der VfL Waiblingen dann?

Bereits seit einiger Zeit mit dem eventuellen Aufstieg des Teams beschäftigen muss sich der Vorstand des Waiblinger Handballvereins. Zwar betont der für den Frauenbereich zuständige Peter Müller, in der 2. Bundesliga könne noch alles passieren.

Mit Tabellenführer FA Göppingen, Solingen, Waiblingen und den Füchsen Berlin haben vier Teams die Chance auf einen der beiden Aufstiegsplätze. Eine Frage aber steht trotzdem im Raum: Wo spielt der VfL, sollte er tatsächlich den Sprung nach oben schaffen?

Laut Regularien ist die Rundsporthalle eigentlich nicht erstligatauglich. „Aber für Aufsteiger gibt es für bis zu zwei Jahre eine Übergangslösung, die man beim Verband HBF beantragen kann“, sagt Müller.

Die Waiblinger Rundsporthalle müsste im Falle des Aufstiegs des VfL Waiblingen umgebaut werden

Allerdings: Ohne bauliche Veränderungen gäbe es keine Genehmigung. Beispielsweise bräuchte es, um irgendwann eine Tribüne auf der anderen Feldseite zu ermöglichen, einen Boden nach Vorgaben der HBF. „Der kann auch ausrollbar sein.“

Der Verein hat sich bereits an die Stadt Waiblingen gewandt, um im Falle des Aufstiegs eine Lösung zu finden. Parallel klärt der VfL laut Müller auch ab, ob bei Heimspielen ein Umzug in die Stuttgarter Scharrena möglich wäre.

Konkret planen kann der Verein jedoch erst, wenn das Team tatsächlich aufsteigt. Zumindest ein wenig klarer sehen werden die Verantwortlichen nach dem Solingen-Spiel. Doch halt: Jetzt geht's erst mal nach Heide.

Die Lage ist nicht ganz einfach für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen. Während alle schon dem Topspiel kommende Woche gegen den Tabellenzweiten HSV Solingen-Gräfrath entgegenfiebern, müssen sie sich voll auf die nächste Aufgabe konzentrieren. In der Partie beim Vorletzten MTV Heide darf sich das Team keinen Patzer leisten.

MTV Heide (15. Platz, 6:28 Punkte) – VfL Waiblingen (3. Platz, 31:5 Punkte; Samstag, 26. Februar, 17 Uhr). Dass die Waiblingerinnen

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