Rems-Murr-Sport

Zwillinge aus Winterbach träumen vom Profifußball

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Elton (links) und Auron Selimi wollen in den Profifußball. Bruder Valon (Mitte) unterstützt sie. © ZVW/Gisbert Niederführ

Winterbach. Von den Bambini des VfL Winterbach bis zum A-Junioren-Bundesligateam der Stuttgarter Kickers haben die Zwillinge Auron und Elton Selimi immer zusammen in einer Mannschaft gespielt. Das wird sich nun ändern. Zumindest, wenn sich die Wünsche der Brüder erfüllen.

„Wir wollen Profi werden.“ Das steht für die Zwillinge fest. „Und wo, ist uns egal“, sagt Auron. „Wichtig ist nur, dass wir einen Vertrag bekommen“, ergänzt Elton. Dass sie grundsätzlich immer zusammen in einer Mannschaft spielen, sei auch bisher nie das Ziel gewesen. Außer am Anfang, sagt Valon Selimi (26), der ältere Bruder. Aber beim ersten Wechsel zu den D-Junioren des FSV Waiblingen und zwei Jahre später zu den Kickers waren die Winterbacher eben noch ziemlich jung gewesen. Der SSV Reutlingen wollte danach beide für seine U-15-Oberligamannschaft haben und beim erneuten Wechsel zurück zu den Kickers, so Valon Selimi, habe der Trainer die Bedingung gestellt: Ich komme nur zusammen mit den Selimis.

Paco Vaz hieß der Coach, der seit kurzem Co-Trainer beim Bundesligisten VfB Stuttgart ist. Er sei, erzählt Valon Selimi, ein Glücksfall für seine Brüder gewesen. „Bei ihm haben sie sehr viel gelernt.“

Vaz aber trainierte bei den Kickers die U 17 in der Bundesliga, die Selimis mussten zunächst mit dem jüngeren Jahrgang in der Verbandsliga vorliebnehmen. Doch Elton rückte schon in der Rückrunde nach, Auron beendete die Saison ebenfalls in der Bundesliga.

Ungleiche Zwillinge: Elton verteidigt, Auron greift an

Dort spielen die – ungleichen – Zwillinge immer noch gemeinsam in einem Team. Elton ist der Ruhigere der beiden und „ungefähr 1,90 Meter“ groß, Auron lediglich 1,78 Meter. Eltons Stärke ist der Kopfball, aber „auch das Aufbauspiel“; weshalb er gelegentlich als Sechser im defensiven Mittelfeld aufläuft.

Auron ist der Dribbler, der Tore vorbereitet und selbst schießt. Und der einmal in der Zwillingskarriere die zweite Geige hinter dem Bruder spielte. Während Elton – zu D-Junioren-Zeiten – in den DFB-Stützpunkt Rems-Murr aufgenommen wurde, musste Auron draußen bleiben. Als Auron aber mit dem FSV Waiblingen bei einem Hallenturnier mit Stützpunkt- und Bundesliganachwuchsteams in Tuttlingen zum besten Spieler gewählt wurde, fand er sich nur einen Tag später in der WFV-Auswahl wieder. Hier rückte Elton erst später nach.

Den Kickers droht der Abstieg

Im Kickers-Bundesligateam hat Auron in dieser Spielzeit alle Spiele bestritten, Elton saß in der Rückrunde öfter auf der Bank. Die Lage ist schlecht. Drei Spiele stehen noch aus, die Kickers haben fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Das sieht nach Abstieg aus.

Und für die Selimis auf jeden nach Abschied. Die Aktiven der Kickers steigen zwar voraussichtlich in die Regionalliga auf, die Selimis aber wollen mehr. Am liebsten in der zweiten Mannschaft eines Erstligisten einsteigen. Der direkte Sprung in ein Profiteam sei viel zu groß. An Robustheit und Schnelligkeit müsse sich, wer von de A-Junioren kommt, erst gewöhnen, sagt Valon Selimi, der selbst beim Bezirksligisten SG Schorndorf kickt. „Man realisiert dann erst, dass es noch viel stärkere Fußballer und Mannschaften gibt, als man bisher erlebt hat.“

Plan B: Ausbildung im kaufmännischen Bereich

In ihren Traum vom Fußballprofi investieren die Selimi-Brüder viel. Viermal in der Woche ist Training auf Degerlochs Höhen, hinzu kommen zwei Einheiten Frühtraining. Und wenn sie tatsächlich mal neben Training und Schule (im Mai steht das Fachabitur an der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule in Stuttgart an) Freizeit haben, sagt Valon Selimi, finde man seine Brüder auch wieder nur auf einem Sportplatz beim Fußballspielen.

Der Fußball steht ganz klar im Mittelpunkt. Und wenn’s schiefgeht? Wenn’s nicht klappt mit dem Sprung zum Profi? Dann greife Plan B: eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich. Die aber sollte dann auf jeden Fall parallel laufen – parallel zum Fußball.