Rems-Murr-Sport

Rems-Murr-Württembergligisten vor dem Start: Eine Handball-Saison voller Corona-Untiefen

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Simon Baumgarten, der langjährige Kreisläufer des Erstligisten TVB Stuttgart, soll nun den VfL Waiblingen zum Erfolg führen. © Ralph Steinemann

Wird die Runde überhaupt zu Ende gespielt? Was passiert, wenn es Corona-Fälle in Mannschaften gibt? Geht Vereinen finanziell die Luft aus? Die Saison in den nun eingleisigen Württembergligen beginnt am Wochenende, eine normale wird es nicht. Zumindest sportlich gibt es keine Überraschungen: Bei den Frauen und Männern werden jene Teams, die zuletzt nur knapp den Aufstieg verpassten, wieder ganz hoch gehandelt. Hinzu kommen weitere Teams aus dem Rems-Murr-Kreis, die ein Wörtchen bei der Vergabe der Spitzenplätze mitreden können.

Männer

Die Mannschaft des VfL Waiblingen scharrt mit den Hufen. Mit viel Pech, weil nur aufgrund der nach der abgebrochenen Saison zur Anwendung gekommenen Quotientenregel, musste sie dem TSV Schmiden beim Aufstieg den Vortritt lassen. Umso mehr will es der VfL diesmal wissen.

Das zeigt ein Blick auf den Kader, es gibt zwei hochkarätige Neuzugänge: den langjährigen Leistungsträger des Erstligisten TVB Stuttgart Simon Baumgarten, der nun mit seinem Bruder Lukas, ebenfalls Kreisläufer, in einer Mannschaft spielt, sowie den vom Drittligisten Kornwestheim gekommenen Rückkehrer Axel Steffens (Rückraum).

Gut für VfL Waiblingen: Es gibt zwei direkte Aufsteiger

Auch das Regelwerk spielt dem Verein in die Karten. Laut HVW-Geschäftsstellenleiter Thomas Dieterich wird es aus der Württembergliga (gilt auch für die Frauen) jeweils zwei direkte Aufsteiger in die Baden-Württemberg-Oberliga geben. Alles klar also für die Waiblinger? Nein.

Denn zum einen gibt es ja dieses verflixte Corona. Die Infektionszahlen steigen wieder sprunghaft an, VfL-Trainer Tim Baumgart glaubt deshalb nicht, dass die Saison komplett durchgezogen werden kann. Und gibt es Corona-Fälle in Mannschaften, stehen Ausweichtermine eigentlich nur unter der Woche zur Verfügung.

120 Kilometer Anfahrt unter der Woche? Schwierig

Das ist kein Problem bei Fahrten etwa nach Schwaikheim. Doch in der eingleisigen Liga tummeln sich nun auch Vertreter der früheren Südstaffel. 120 Kilometer sind es von Waiblingen nach Laupheim – und die Spieler in der Liga sind keine Profis, die mittags ins Auto oder in den Bus springen können. Eine Anreise ist folglich erst nach der Arbeit möglich.

Zum anderen haben die Waiblinger noch Verletzungssorgen. Zwar habe Simon Baumgarten nach überstandenem Brustmuskelriss nahezu die komplette Vorbereitung mitgemacht, sagt der Coach. Sorgen macht ihm aber, dass Axel Steffens monatelang den Riss der Achillessehne auskurieren musste und erst seit vier Wochen wieder im Training ist. Das sei dem Spieler noch anzumerken.

Lukas Baumgarten: Muskelfaserriss in der Fußsohle

Für Alexej Prasolov komme der Einsatz zu Saisonbeginn nach seiner Kreuzbandverletzung noch zu früh. Ebenfalls nur eingeschränkt trainieren konnte Lukas Baumgarten, den ein Muskelfaserriss in der Fußsohle zurückgeworfen hatte.

Andererseits sind die Unwägbarkeiten für Baumgart kein Grund, tiefzustapeln: „Wir möchten den Aufstieg anpeilen.“ Weil alle Gegner bei einem Spiel gegen Favorit Waiblingen wohl noch zehn Prozent Leistung draufpacken würden, „ist für uns jedes Spiel ein Endspiel“. Planbar sei der Aufstieg in so einer Saison natürlich nicht. Baumgart hofft aber, dass dem VfL heuer auch das Glück hold ist.

Auch Alfdorf könnte ein Wörtchen mitreden

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der TSV Alfdorf/Lorch . Er wurde unter Trainer Almir Mekic zuletzt Dritter. Nun soll der Ex-Waiblinger Pascal Morgant, der für Göppingen in Liga eins spielte und als Coach die Frauen des TV Nellingen ins Oberhaus führte, Erfolge mit der Mannschaft feiern. Viel verspricht sich der TSV von Neuzugang Benjamin Röhrle, der für Weinsberg in der Oberliga aktiv war. Und Ex-Nationalspieler Adrian Pfahl hängt noch eine Saison dran.

Bei Schwaikheim darf sich kein Leistungsträger verletzen

Dritter Rems-Murr-Vertreter sind die SF Schwaikheim . Das eingespielte Team von Trainer Heiko Burmeister qualifizierte sich als Achter der Vorsaison gerade noch so für die eingleisige Württembergliga. Doch eine derart durchwachsene Runde ist diesmal nicht zu erwarten – sofern Leistungsträger wie Chris Hellerich nicht ausfallen.

VfL Waiblingen

Trainer: Tim Baumgart (37)

Zugänge: Simon Baumgarten (TV Bittenfeld II), Axel Steffens (Kornwestheim), Robin Stöhr (nach beendeter Ausbildung nun voll dabei)

Abgänge: Julian Linsenmaier (SG Weinstadt), Mirko Büchte, Robin Brugger (beide Karriereende)

Tor: Yannick Seeger (22), Ruben Keller (27), Marko Brecht (22)

Rückraum: Sascha Laurenz (27), Lukas Ader (22), Alexej Prasolov (28), Mark Leinhos (28), Axel Steffens (30), Robin Stöhr (21)

Außen: Joakim Schwarz (27), Leonhardt Gühne (21), Holger Mayer (35), Jan Hellmann (23)

Kreis: Simon Baumgarten (35), Luis Westner (22), Lukas Baumgarten (29), Philipp Rauscher (22)

Titelfavoriten: TV Neuhausen/Erms, TSV Alfdorf/Lorch, TSV Wolfschlugen

Saisonziel: ganz vorne mitmischen

TSV Alfdorf/Lorch

Trainer: Pascal Morgant (44)

Zugänge: Benjamin Röhrle (TSV Weinsberg), Dominik Sos (TSB Schwäbisch Gmünd), Simon Bareiß (TSV Alfdorf/Lorch II), Jonas Reu (FA Göppingen A-Jugend; Doppelspielrecht)

Abgänge: Robin Czapek (HC Oppenweiler/Backnang II), Jannik Bihler (HSG Bargau/Bettringen), Mathias Dreimann (legt Handballpause ein)

Tor: Dragan Jerkovi(´c) (44), Tom Plaschke (25)

Rückraum: Adrian Pfahl (38), Benjamin Röhrle (32), Lars Rauch (27), Besnik Salja (39), Dominik Sos (27), Jan Spindler (26); Armin Bauer (35)

Kreis: Sascha Röhrle (38), Robert Rinker (31), Jonas Reu (18)

Außen: Markus Bareiß (30), Simon Bareiß (32), Shane Lauber (21), Robin Schuster (28), Kevin Neumaier (22)

Titelfavoriten: VfL Waiblingen; TSV Wolfschlugen

Saisonziel: nicht in Abstiegsgefahr geraten und schauen, was nach vorne geht

SF Schwaikheim

Trainer: Heiko Burmeister (55)

Zugänge: Lars Schulz (SV Hohenacker-Neustadt), Kai Schweikhardt (SV Remshalden), Julian Würtele (SC Korb)

Abgänge: Robin Mack (TSV Schmiden), Dominik Starz, Christian Stefan (beide Karriereende)

Tor: Stefan Doll (46), Paul Ehmann (20), Dennis Kellner (27)

Rückraum: Denis Gabriel (30), Maik Gronwald (30), Lukas Klöpfer (20), Simon Lorenz (26), Matis Mühlpointner (20), Elias Müller (21), Lars Schulz (24), Kay Weber (27), Julian Würtele (29)

Kreis: Philip Eckstein (20), Chris Hellerich (31), Fabian Schindelbeck (23)

Außen: Moritz Karcher (21), Kai Schweikhardt (21), Julian Slangen (19), Marcel Wied (32)

Titelfavoriten: VfL Waiblingen, TSV Alfdorf/Lorch, TSV Wolfschlugen

Saisonziel: Klassenverbleib

Frauen

Die SV Hohenacker-Neustadt ist verdient in die Oberliga geklettert. Das macht die zweitplatzierten SF Schwaikheim heuer automatisch zum Mitfavoriten auf den Aufstieg. Eine Rolle, die Manuel Schmidt trotz des jung besetzten Kaders und des für ihn leistungsstärkeren Konkurrenten VfL Waiblingen II gerne annimmt.

Denn die Vorbereitung lief laut Coach hervorragend, von Dezember an sind wohl auch die langzweitverletzten Linksausen Anja Itterheim (Kreuzbandriss) und Sara Ettingshausen (Meniskus) wieder einsatzbereit. „Mega zufrieden“ ist Schmidt mit den neuen Torhüterinnen Jasmin Baars (vom Drittliga-Aufsteiger TSV Heiningen) und Ann-Katrin Beck (aufgerückt aus der zweiten Mannschaft). „Das ist ein Topduo.“

Natürlich seien alle Mannschaften in dieser Saison von Corona ferngesteuert. Doch Manuel Schmidt ist ein Optimist. Anders als der Waiblinger Männer-Trainer Tim Baumgart glaubt er daran, dass sämtliche Saisonspiele ausgetragen werden. Gefragt sei von allen Beteiligten, also Vereinen, Handball-Verband Württemberg, Schiedsrichtern und Kommunen, größtmögliche Flexibilität.

Schwaikheimer Frauen-Trainer für Ausweichtermine unter der Woche 

Es sei davon auszugehen, dass einige Partien unter der Woche ausgetragen werden müssen. Von der zweiten Möglichkeit, nämlich die Verlängerung der Runde bis in den späten Juni hinein, hält Schmidt nichts. Denn dann hätten die Mannschaften ja nur ein paar Wochen Pause bis zur nächsten Saisonvorbereitung.

An den ersten beiden Wochenenden haben die Schwaikheimerinnen noch frei. Für Schmidt ist das einerseits ein Vorteil, weil die Konkurrenten vorlegen müssen. Es sei aber auch ein Nachteil, denn sein Team stehe schon jetzt „voll im Saft“.

VfL Waiblingen II mit ehemaliger Zweitliga-Torhüterin

Gleich von mehreren Vereinen als Ligafavorit benannt ist der VfL Waiblingen II. Es hat einen Trainerwechsel gegeben, auf Ralph König folgte der frühere österreichische Nationalspieler Harald Beilschmied. Der Kader ist vor allem mit Talenten, darunter Beilschmieds Tochter Lara, geschickt ergänzt worden.

Rückhalt geben soll der Mannschaft Mandy Hoogenboom, die zuvor beim Waiblinger Zweitligateam das Tor hütete. Eine Verstärkung wird aufgrund ihrer Erfahrung auch Rückkehrerin Carolin Lösch sein. Sie spielte für den VfL bereits in der 3. Liga und war mit Nellingen in Liga eins aufgestiegen.

Der Abgang der Spielmacherin tut SV Remshalden weh

Eine schwere Saison wird es aufgrund der zu erwartenden Latte an Absteigern für die SV Remshalden. Als Siebter der Nordstaffel hatte es die Mannschaft von Trainerin Silke Zindorf eben noch in die eingleisige Württembergliga geschafft. Der Abgang von Spielmacherin Katja Lehner (Karriereende) tut weh, die Neuzugänge stammen überwiegend aus der eigenen Jugend.

SF Schwaikheim

Trainer: Manuel Schmidt (25)

Zugänge: Jasmin Baars (TSV Heiningen), Anja Itterheim, Ann-Katrin Beck (beide zweite Mannschaft)

Abgänge: Julia Schmid, Michelle Pohlen (beide Karriereende), Friederike Müller (HSG Leinfelden-Echterdingen)

Tor: Jasmin Baars (28), Ann-Katrin Beck (23)

Rückraum: Janina Eggstein (20), Eileen Eggstein (20), Selina Eggstein (23), Annika Luckert (24), Nathalie Lenz (22), Lara Gerstberger (20)

Kreis: Romi Gruber (20), Lisa-Marie Häuser (26)

Außen: Anja Itterheim (29), Friederike Zaiß (20), Sara Ettingshausen (22), Susanne Kreißig (33)

Titelfavoriten: VfL Waiblingen

Saisonziel: Aufstieg

VfL Waiblingen II

Trainer: Harald Beilschmied (51)

Zugänge: Lara Kuhn (Biberach), Luana Klopfer (SG Bietigheim), Lara Beilschmied (FA Göppingen), Carolin Lösch (Babypause), Evita Merlin (SG Bietigheim), Mandy Hoogenboom (Frauen 1)

Abgänge: Vanessa König (Ludwigsburg), Laura Pavic (Karriereende)

Tor: Evita Merlin (21) , Mandy Hoogenboom (24), Bianca Ionita (28)

Rückraum: Anica Müller (22), Lara Kuhn (19), Sarah Hagen (21), Lara Beilschmied (19), Julia Schraml (23), Ariane Wanke (18)

Kreis: Lisa Kristmann (23), JoJo Wenta (28)

Außen: Luana Klopfer (19), Claudia Marcynski (30), Carolin Lösch (32), Melanie Weiss (27), Sara Illi (19)

Saisonziel: Platz drei bis fünf

Titelfavorit: SF Schwaikheim

SV Remshalden

Trainerin: Silke Zindorf (50)

Zugänge: Janina Schandl (SG Weinstadt), Jule Wahler (FA Göppingen), Kiara Nagler, Leonie Nagler, Sina Rossmann, Laura Sattler (alle eigene A-Jugend)

Abgänge: Lena Autenrieth, Jasmin Eckstein, Anna Kästle, Katja Lehner (Karriereende)

Tor: Caro Jäger (22), Svenja Melzer (25), Jule Wahler (19)

Rückraum: Jule Auracher (22), Fabienne Fischer (25), Ellen Görke (23), Luisa Kasper (28), Maike Medinger (21), Kiara Nagler (19), Leonie Nagler (18), Janina Schandl (24)

Kreis: Catherina Koltermann (21), Laura Sattler (18), Janina Xander (24)

Außen: Julia Knoblauch (24), Denise Körner (25), Sina Rossmann (19), Julia Vollmer (24)

Titelfavoriten: TV Denkendorf, VfL Waiblingen II

Saisonziel: gesichertes Mittelfeld

Wird die Runde überhaupt zu Ende gespielt? Was passiert, wenn es Corona-Fälle in Mannschaften gibt? Geht Vereinen finanziell die Luft aus? Die Saison in den nun eingleisigen Württembergligen beginnt am Wochenende, eine normale wird es nicht. Zumindest sportlich gibt es keine Überraschungen: Bei den Frauen und Männern werden jene Teams, die zuletzt nur knapp den Aufstieg verpassten, wieder ganz hoch gehandelt. Hinzu kommen weitere Teams aus dem Rems-Murr-Kreis, die ein Wörtchen bei der

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