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Rundsporthalle wird Impfzentrum, VfL Waiblingen muss raus

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Der Auftritt der Waiblinger Zweitliga-Handballerinnen des VfL gegen Solingen war für einige Monate wohl der letzte, den Vorstandsmitglied Peter Müller in der Rundsporthalle gesehen hat. © Ralph Steinemann

Die Waiblinger Rundsporthalle ist einer von 50 dezentralen Standorten, die das Land Baden-Württemberg als Impfzentren benannt hat. Immunisierungen gegen das Coronavirus sollen dort von 15. Januar an möglich sein. Den Handball-Verein VfL Waiblingen trifft die Entscheidung hart.

Die Partie des Zweitligisten gegen den HSV Solingen-Gräfrath am Samstag, die Gastgeberinnen feierten einen überraschenden 38:24-Kantersieg, war wohl die vorerst letzte, die Peter Müller, VfL-Vorstandsmitglied und Sportlicher Leiter, in der Heimspielstätte Rundsporthalle zu sehen bekommen hat.

Denn er weiß: Ein Impfzentrum einzurichten bedeutet mehr, als ein paar Stühle und einen Sack Spritzen bereitzustellen. „Es sind eine Menge Vorarbeiten zu leisten“, bestätigt Vorstandskollege Rolf Klingler. Bereits das nächste Heimspiel am Freitag, 8. Januar, gegen die TG Nürtingen, muss deshalb wohl woanders ausgetragen werden. Aber wo?

Gesucht wird Halle außerhalb Waiblingens

Mit Schrecken denken die Waiblinger an die Saison 2017/18 zurück. Weil die Rundsporthalle saniert wurde, musste der VfL in die kleine Stauferhalle ausweichen, kein würdiger Spielort für den damaligen Drittligisten. Nun könnte man sagen: Diesmal wär's wurst, weil ohnehin unklar ist, wann wieder Zuschauer zugelassen sind. Doch gerade deshalb scheidet die Halle für den VfL diesmal aus.

Um Fans und Sponsoren bei der Stange zu halten, werden Heimspiele online live übertragen. „Aber das ist in der Stauferhalle nicht möglich, weil man von oben die ersten drei Meter des Felds nicht sieht“, erläutert Klingler. „Außerdem braucht man für die Übertragung eine Halle, in der man eine vernünftige Lichtstärke hat.“

Der VfL sucht deshalb nach einer Ausweichmöglichkeit außerhalb Waiblingens. Die Hallenmiete bedeutet Mehrkosten für den Verein. „Aber OB Hesky hat signalisiert, dass die Stadt da mit dabei wäre.“

Wo sollen die anderen Mannschaften des VfL trainieren?

Klingler ist zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Ein größeres Problem sieht er in der möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs unterhalb der Bundesligen. „Dann müssen wir nach Trainingsmöglichkeiten für unsere anderen Mannschaften schauen.“


In der Rundsporthalle sei es möglich, etwa Minis und E-Jugend optimal aufzuteilen. In einer kleineren Halle könne das kaum bewerkstelligt werden. „Man muss aber gucken, dass man der Jugend was bietet“, warnt Klingler. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Club nach steigenden Zahlen wieder Mitglieder verliert.

Angesichts der Corona-Lage ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass bald wieder trainiert und gespielt wird. So kann sich der VfL vorläufig auf seinen Zweitligisten konzentrieren.

Das Spiel in Harrislee ist verlegt worden

Der hat nun eine Sorge weniger: Die auf den 2. Januar angesetzte Partie in Harrislee an der dänischen Grenze, die weiteste Anfahrt für Waiblingen, ist auf den 30. Januar verlegt worden. Der Ursprungstermin hätte laut Müller nicht funktioniert: Von 1. Januar an herrscht Corona-Testpflicht für die Teams, doch an Silvester und Neujahr „kriegt man sehr wahrscheinlich kein Ergebnis der Schnelltests“.

Zum Jahresabschluss in der 2. Liga zieht Peter Müller eine sehr durchwachsene Zwischenbilanz. Dank des Erfolgs über Solingen geht das Team des neuen Trainers Thomas Zeitz mit 8:8 Punkten als Tabellenachter in die Winterpause. Zu wenig für Müller: „Am Anfang der Saison bin ich eher von 12:4 Punkten ausgegangen.“


Doch dann sei zum einen wegen Corona kein Spielrhythmus möglich gewesen. Und zum anderen habe das Team Punkte leichtfertig verschenkt, allen voran in Herrenberg (23:25). „Da hätten wir gewinnen müssen. Wir haben das Spiel 50 Minuten lang im Griff gehabt.“ Ebenfalls nicht noch mal erleben will Müller eine so grausige Leistung wie im ersten Heimspiel gegen Leipzig (21:27).

Der Trainer steht nicht zur Debatte, sagt Müller

Trotz aller Kritik stehe er aber nach wie vor voll und ganz hinter dem Trainer. Zumal es dem Sportlichen Leiter imponiert hat, wie die Waiblingerinnen jüngst den Favoriten Solingen zerlegten.

Und das ohne Torhüterin Branka Zec (mit Slowenien bei der EM) sowie die Rückraumspielerinnen Vanessa Nagler (arbeitsbedingt in Quarantäne) und Altina Berisha (Nackenprobleme). „Doch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie unbedingt will“, lobt Müller. „Besonders freut es mich für Celina Meißner im Tor. Sie hat wirklich super gehalten.“

Diese Form gilt es nun zu konservieren bis zum Heimspiel am 8. Januar gegen Nürtingen. Peter Müller wünscht sich einen Sieg – egal in welcher Halle.

Die Waiblinger Rundsporthalle ist einer von 50 dezentralen Standorten, die das Land Baden-Württemberg als Impfzentren benannt hat. Immunisierungen gegen das Coronavirus sollen dort von 15. Januar an möglich sein. Den Handball-Verein VfL Waiblingen trifft die Entscheidung hart.

Die Partie des Zweitligisten gegen den HSV Solingen-Gräfrath am Samstag, die Gastgeberinnen feierten einen überraschenden 38:24-Kantersieg, war wohl die vorerst letzte, die Peter Müller, VfL-Vorstandsmitglied

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