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Rutter-Wechsel perfekt: Hoffenheim macht wieder Kasse

Georginio Rutter
Hoffenheims Georginio Rutter in Aktion. © Tom Weller

Zuzenhausen (dpa) - Eine Woche vor dem Bundesliga-Start 2023 hat die TSG 1899 Hoffenheim das Riesengeschäft mit Georginio Rutter perfekt gemacht und zum bereits dritten Mal einen Stürmer für mindestens 40 Millionen Euro in die englische Premier League verkauft. Der 20 Jahre alte französische Fußballprofi wechselt zu Leeds United, wie die Kraichgauer am Samstagabend mitteilten. «Angesichts des dritthöchsten Transfervolumens in der Clubhistorie sowie des klar kommunizierten Wechselwunsches, hätte es keinen Sinn ergeben, einem jungen Spieler wie Georgi diesen von ihm verfolgten Weg zu verbauen», sagte Sportchef Alexander Rosen. «Er wird sicher nicht nur mir fehlen.»

Die TSG hatte Rutter 2021 von Stade Rennes für gerade einmal 750.000 Euro verpflichtet. Nach «Kicker»-Informationen sollen die Hoffenheimer nun bis zu 40 Millionen Euro für den Offensivspieler erhalten. Für den Transfer von Joelinton 2019 zu Newcastle United 2019 hatte Hoffenheim 45 Millionen Euro kassiert, zuvor schon für dessen brasilianischen Landsmann Roberto Firmino (2015 zum FC Liverpool) 41 Millionen. Alle drei werden von Spielerberater Roger Wittmann betreut, dem ein besonders enges Verhältnis zu Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp nachgesagt wird.  

Leeds spricht - ohne eine Ablösesumme zu nennen - von einem Clubrekord und stattete Rutter an der Elland Road gleich mit einem Fünfeinhalbjahres-Vertrag bis 2028 aus. Sein Debüt für das Team des früheren Leipziger Chefcoach Jesse Marsch könnte er am kommenden Sonntag gegen den FC Brentford geben.  

«Georginio ist ein guter Charakter und hat enormes Talent. Solch einen Spieler verliert kein Trainer der Welt gerne. Aber natürlich wünsche ich ihm für seine Zukunft alles Gute», sagte Hoffenheims Trainer Cheftrainer André Breitenreiter. Rutter gelangen in 64 Pflichtspielen für die TSG elf Tore und elf Assists, ursprünglich besaß er noch einen Vertrag bis 2026.   

Der spektakuläre Wechsel hatte sich schon länger abgezeichnet, da Rutter zuletzt vom Training befreit war. «Transfers wie dieser, so schmerzlich sie im Augenblick auch sein mögen, schärfen unser Profil und unsere Attraktivität für nationale und internationale Top-Talente. Sie kommen gerne, aber eben nicht, um für immer zu bleiben», erklärte Rosen mit Blick auf die Politik der Transfererlöse und das Stadion in Sinsheim als Sprungbrett. 

Erst im vergangenen Sommer hatte Hoffenheim Nationalspieler David Raum für 26 Millionen Euro zu RB Leipzig verkauft. Der Flügelspieler war ein Jahr zuvor ablösefrei von der SpVgg Fürth in den Kraichgau gekommen.   

Wirbelwind Rutter war wegen seiner quirligen Spielweise und seiner positiven Art bei den Fans besonders beliebt. Die TSG hat zwar mit dem dänischen WM-Teilnehmer Kasper Dolberg gleich zu Jahresbeginn einen weiteren Angreifer verpflichtet, er ist als klassischer Mittelstürmer jedoch ein ganz anderer Spielertyp. Der Verein bedauert «natürlich den vorzeitigen Abgang dieses hoch veranlagten Spielers, der nicht nur ein großartiger Typ ist, sondern auch die Fähigkeit besitzt, für spektakuläre Momente auf dem Platz zu sorgen», so Rosen. Für den Direktor Profifußball ist der Handel mit Leeds aber ein weiterer dicker Pluspunkt in seiner erfolgreichen Managerkarriere.