Formel 1

Sainz auf Pole am schweren Red-Bull-Tag nach Mateschitz-Tod

Carlos Sainz
Ferrari-Pilot Carlos Sainz startet beim Großen Preis der USA von der Pole Position ins Rennen. © Darron Cummings

Austin (dpa) - Max Verstappen wirkte mitgenommen. Knapp zwei Wochen nach dem Jubel in Suzuka über den zweiten WM-Triumph im Red Bull traf die Nachricht vom Tod des Unternehmensgründers Dietrich Mateschitz auch den 25 Jahre alten Niederländer hart - und das unmittelbar vor der Qualifikation zum Großen Preis der USA. «Das waren schlimme Nachrichten für alle», sagte Verstappen: «Ohne ihn würde ich jetzt hier nicht sitzen.» 

Für die Pole auf dem Circuit of the Americas in Austin reichte es für Verstappen nicht, für die erste Startreihe, aus der bisher alle Sieger auf dem Circuit of the Americas losgefahren sind, schon. «Das Ergebnis interessiert dich nicht wirklich», betonte Verstappen. Er schätzte sich vielmehr glücklich, vor ein paar Wochen noch Zeit mit Mateschitz verbracht zu haben, der am Samstag mit 78 starb. 

Verstappen profitiert in Texas von einer Strafe gegen Charles Leclerc. Der Monegasse kam hinter Teamkollege Carlos Sainz in der Qualifikation auf den zweiten Platz. Weil in seinem Ferrari aber ein neuer Verbrennungsmotor und ein neuer Turbolader eingebaut werden mussten, wird er zehn Plätze nach hinten versetzt. «Ich werde kein verrücktes Risiko eingehen, aber wenn es eine Gelegenheit gibt, werde ich da sein», kündigte Leclerc an. 

«Wir möchten ihn morgen stolz machen»

Dass Sergio Perez im zweiten Red Bull auf Platz vier kam, aber um fünf Positionen strafversetzt wird, macht den Kampf um die mögliche Titelentscheidung auch in der Konstrukteurswertung besonders spannend. Unter anderem mit einem Sieg von Verstappen wäre die Ära von Mercedes nach acht WM-Triumphen gestoppt und Red Bull erstmals seit 2013 wieder Team-Champion. Ferrari hätte dann in den noch ausstehenden drei Rennen keine Chance mehr, das österreichische Team abzufangen. 

«Wir möchten ihn morgen stolz machen», sagte Verstappen an einem Samstag in Texas, der bis zur Todesnachricht vor allem vom Zoff zwischen Red Bull und den Rivalen um die Überschreitung der Kostengrenze im vergangenen Jahr geprägt war. «Vor ein paar Stunden streiten wir noch über irgendwelche sportliche Themen, und dann so eine Nachricht», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der nach einer Abrechnung durch Red Bulls Teamchef Christian Horner seinerseits auch mit Spott reagiert hatte.

Das alles, wie auch die Platzierungen gerieten erstmal in den Hintergrund. Sebastian Vettel eilte nach seinem zwölften Rang im Aston Martin zu Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko. Sie kennen sich bestens aus Vettels Red-Bull-Zeit. «Ich bin noch ein bisschen geschockt», sagte Vettel, der Red Bull einst zum Seriensieger machte, als er mit dem Team 2010, 2011, 2012 und 2013 Weltmeister geworden war.   

Landsmann Mick Schumacher hatte indes vor allem mit sich und dem Wagen zu kämpfen. Der 23-Jährige schied nach einem Dreher gleich zu Beginn auf seiner schnellen Runde im ersten Zeitabschnitt aus, wurde nur 19. von 20 Fahrern. «Das ist natürlich schade. Die  erste Kurve will man heil überstehen», sagte er beim Sender Sky. «Sehr frustrierend.» Zumal er schwer unter Druck steht. Die Teambosse haben klargemacht, dass er für einen neuen Vertrag nach dieser Saison punkten muss im Saisonendspurt.