Ringen im Rems-Murr-Kreis

SC Korb: Charakterstärke brachte den Oberliga-Erfolg

ASV Schorndorf
Mit diesem Kampf startete die Oberligasaison des SC Korb: Enrico Baumgärtner (rechts) gewann in der „Löwenarena“ mit 6:0 gegen Cornel Predoiu vom KSV Musberg. © Markus Reyser

Das war eine Saison, sehr viel besser hätte sie nicht laufen können. Die Ringer des SC Korb landeten nach 16 Kämpfen auf Rang vier der Oberligatabelle – und das als Aufsteiger. Neun Siege, drei Unentschieden und nur vier Niederlagen sammelte die Mannschaft von Trainer Matthias Krohlas.

„Wir haben uns den Klassenerhalt zum Sieg gesetzt“, sagt Patrick Künzer. Lange schon engagiert er sich beim SC Korb, früher war er dritter Abteilungsleiter, heute schreibt er Kampfberichte und ist das Bindeglied zur Presse. „Uns war im Vorfeld klar, dass wir unser Ziel schaffen können.“

Der Aufstieg war nicht unser Ziel und ist es auch nächste Saison nicht.“

Den Kader, mit den drei Neuzugängen Catalin Vitel, Johannes Kessel und Stefan Ivanov zusätzlich stark besetzt, hätten Experten als nicht zu schlagen eingeordnet. „Aber der Aufstieg war nicht unser Ziel und ist es auch nicht fürs nächste Jahr.“

In dieser ersten Oberligasaison habe alles gepasst – bis auf die Verletzungen. Leistungsträger wie Roman Schatz, Enrico Baumgärtner und Fabian Fritz sind für längere Zeit ausgefallen. Da musste der SC Korb Punkte hergeben. „Trotzdem sind wir mächtig stolz auf die Mannschaft, die ihre Leistung abgerufen hat“, so Künzer. Einzelne Sportler seien über sich hinausgewachsen, wie Felix Rohrwasser, der im Kampf gegen Ebersbach mit einem Schultersieg seinen Gegner überraschte. Und solche Kämpfe sind es, die am Ende entscheiden können.

Das Wichtige, das bei den Korbern in dieser Saison einer der Schlüssel war, war der Teamcharakter. „Es hat wirklich alles gestimmt“, betont Künzer mehrmals. Und das nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern in der gesamten Abteilung. „Die Mannschaft gibt vor, unter welchen Bedingungen sie kämpfen will und viele freiwillige Helfer gestalten die Heimkämpfe dementsprechend.“ Das werde von den Sportlern eben auch mit guten Leistungen zurückgezahlt. „Es kann keinen sportlichen Erfolg geben, wenn der Charakter in der Mannschaft nicht stimmt“, sagt Künzer.

Stefan Ivanov kam zur Jahresauftaktfeier aus Bulgarien angereist

Alle ziehen an einem Strang, das merken auch die Sportler. Die scheuen sich nicht, mit anzupacken, wenn’s um Auf- oder Abbau der Jahresauftaktfeier ging. Es ist eine Bindung zum Verein, die auch die ausländischen Sportler erleben und mitleben. Extra aus Bulgarien angereist kam Stefan Ivanov, der als Neuzugang Anfang der Saison nach Korb kam.

Mit den Neuzugängen haben die Korber ein glückliches Händchen bewiesen, findet Patrick Künzer. Über Stefan Ivanov hat er ausschließlich Positives zu sagen: „Er gibt immer Vollgas. Und entschuldigt sich bei Uwe Schaal, wenn er mal keine Punkte holt.“ Auch wenn sich Catalin-Andrei Vitel anfangs etwas schwertat, blühte er Woche um Woche mehr auf. „Er hat sich immer besser zurechtgefunden, je länger die Saison ging.“ Er habe sich mehr und mehr ins Zeug gelegt, für einen Kampf ganze vier Kilogramm abgenommen. „Er hat Gas gegeben.“ Dritter Neuzugang war Johannes Kessel, der vom KSC Graben-Neudorf kam. „Mit den ersten Kämpfen waren wir nicht so glücklich.“ Lange Zeit war Kessel krank, fand dann besser in die Saison und galt am Schluss als Punktegarant.

Aufstieg soll auch nächste Saison kein Thema sein

Nach dem Aufstieg legte der SC Korb also eine sehr gute erste Saison in der Oberliga hin. Doch im Verein hält man die Füße still und weiß, dass sich eine Saison auch ganz schnell anders entwickeln kann. Deshalb steht auch für die nächste Saison der Aufstieg nicht auf dem Plan. Unsportlich soll’s aber nicht werden, die Korber würden immer alles geben und nicht mit Absicht schwächer besetzen. Denn anders als in anderen Sportarten ist beim Ringen der Aufstieg Pflicht. Zurückziehen und nachrücken gibt es nicht. Wer aufsteigt, muss aufsteigen. „Sollte es jedoch so kommen, nehmen wir es natürlich an“, so der Pressewart. Und der SC Korb fühlt sich wohl in der Liga. Hat mit den 127 Kilometern zum AV Sulgen die weiteste Anfahrt.

Nach einer solchen Saison gibt es bislang keine Wechsel zu verkünden. Künzer ist stolz, dass die Ringer beim SC Korb bleiben wollen. „Das ist ein starkes Zeichen.“ Die Verbindung zum Verein sei da. Auch bei den Ringern, die aus dem Ausland kommen.

Mit einem 14:14 startete das Team von Krohlas in die Saison, der zusammen mit Co-Trainer Udo Müller für die nächste Saison bereits zugesagt hat. Zu Hause in der Löwenarena, wie sie von den Korbern genannt wird, bot der SC dem KSV Musberg die Stirn.

Im Derby gegen den Rems-Murr-Rivalen ließ der SC Korb den SV Fellbach zweimal alt aussehen. Im Hinkampf stand es am Ende 24:1 für die Korber, den Rückkampf entschieden sie zwar weniger deutlich, aber sicher mit 21:12 für sich. „Wir gehen in jeden Kampf, mit dem Willen zu gewinnen.“ Im Hinkampf habe alles gestimmt, im Rückkampf hätte schon ein Einzelergebnis die Korber etwas mehr unter Druck bringen können.

Der AC Röhlingen hatte zweimal keine Chance, genauso wie der AV Sulgen und der SV Ebersbach in Hin- und Rückrunde den Kürzeren gegen Korb zogen. „Es hat sich recht schnell herauskristallisiert, dass wir unser Saisonziel, den Klassenerhalt, erreichen werden.“

Künzer kommt ins Schwärmen, wenn er die Saison Revue passieren lässt und von der sportlichen Leistung der Athleten spricht. Von Leistungsträgern, die funktionieren, zu den jüngeren Sportlern, die lernen und vom Umgang miteinander. Von Fabian Fritz, Felix Rohrwasser, Robin Zentgraf, Nicolas Ertolisch und dem kompletten Team: „Da pusht einer den anderen. Sie helfen sich gegenseitig.“ Es gebe keinen, der sein Ego in den Vordergrund stellt. „Da betreibt man als Abteilung den Aufwand gut und gerne.“ Erst will Künzer es nicht so nennen, dann sagt er es doch: „Es ist eine Ringerfamilie, in der es passt, in der man sich wohlfühlt und unterstützt.“

Angefangen bei den Abteilungsleitern Uwe Schaal und Marc Schubert, die sich für ihre Sportler ins Zeug legen. Weiter bei Jan Hoffmann, dem Mannschaftsführer und „Masterplaner“, wie sie ihn nennen. Einer, der für den Kader immer noch ein Ass im Ärmel hat. Wie im Oktober 2022, als er für den verletzten Schwergewichtler Roman Schatz den Ungarn Zsolt Török aus dem Hut zauberte. Und den Helfern, die sich bei Heimkämpfen um Auf- und Abbau, Technik, Bewirtung und ein gutes Umfeld kümmern. Das sind die Macher, die Gestalter, diejenigen, die den Verein, die Abteilung am Laufen halten.

Das war eine Saison, sehr viel besser hätte sie nicht laufen können. Die Ringer des SC Korb landeten nach 16 Kämpfen auf Rang vier der Oberligatabelle – und das als Aufsteiger. Neun Siege, drei Unentschieden und nur vier Niederlagen sammelte die Mannschaft von Trainer Matthias Krohlas.

{element}

„Wir haben uns den Klassenerhalt zum Sieg gesetzt“, sagt Patrick Künzer. Lange schon engagiert er sich beim SC Korb, früher war er dritter Abteilungsleiter, heute schreibt er Kampfberichte und

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper