Formel 1 in Bahrain

Schumacher schlägt Teamkollegen, Verstappen top

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Mick Schumacher
Fuhr im ersten Training in Bahrain noch hinterher: Mick Schumacher. Foto: Kamran Jebreili/AP/dpa © Kamran Jebreili
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Max Verstappen
Max Verstappen holte sich in beiden Trainings die Bestzeit. Foto: Hasan Bratic/dpa © Hasan Bratic

Sakhir (dpa) - Hochbetrieb auf dem Asphalt mit einem möglichen Vorgeschmack auf einen heißen WM-Kampf und ein Stallduell mit Mick Schumacher: In der Wüste von Sakhir hat die Formel 1 auf Anhieb mächtig Fahrt aufgenommen.

In neuerdings nur zwei einstündigen Trainingseinheiten hatte Neuling Schumacher seinen Teamkollegen fest im Griff, musste sich aber wie zu erwarten mit den hintersten Rängen begnügen: 19 und 18. «Ich habe mich wohlgefühlt im Auto, was ein gutes Zeichen ist», sagte Mick Schumacher. «Ich weiß aber auch, dass es von seiner Seite noch einiges zu verbessern gibt.»

Vorne machte vor allem einer Tempo, und der hieß nicht Lewis Hamilton, sondern Max Verstappen. Ob am Nachmittag bei 35 Grad und Sonnenschein oder zur Qualifikations- und Rennzeit am frühen Abend: Der Niederlander, der die vergangene Saison mit einem Sieg in Abu Dhabi beendet hatte, war nicht zu schlagen im Red Bull. Schon gar nicht von Sebastian Vettel.

Sein neuer Aston Martin mit Bondgirl-Spitznamen Honey Ryder brachte ihm nur Ränge in der zweiten Tabellenhälfte ein: 12. und 14. «Wo auf jeden Fall noch Steigerungspotenzial ist, ist die Konstanz», sagte Vettel: «Ich probiere und manchmal klappt's, manchmal nicht.» Immerhin konnte der 33 Jahre alte viermalige Weltmeister im Gegensatz zu den Testfahrten ohne Probleme Kilometer machen. «Es ist nach wie vor so, dass mir jede Runde gut tut», kommentierte Vettel.

Wie viel die Plätze und Zeiten wert sind, muss sich im Ernstfall Qualifikation an diesem Samstag zeigen. Dass die Verkürzung der Trainingszeiten von zweimal anderthalb auf zweimal eine Stunde zu deutlich mehr Action führt, war offensichtlich. Genauso wie die ersten Andeutungen spannender Duelle.

Vorn bestätigte Verstappen seine Testleistungen zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle. «Ich bin ziemlich happy, wie das Wochenende begonnen hat», sagte er nach dem Training: «Sehen wir mal, ob wir es auch in der Qualifikation schaffen, wenn es drauf ankommt.»

Nach sieben Jahren Titeldominanz der Silberpfeile, die auch in diesem Jahr wieder in Schwarz lackiert sind, giert Verstappens Red-Bull-Team nach dem WM-Triumph und bestärkte diejenigen, die Vettels einstigen Arbeitgeber in diesem Jahr zunächst sogar in der Favoritenrollen wähnen.

Dahinter kämpften in der windigen Wüste von Sakhir zum Auftakt neben Hamilton und Valtteri Bottas zum Beispiel auch Lando Norris oder Ferrari-Neuzugang Carlos Sainz in der um weit über eine Sekunde schnelleren zweiten Einheit um eine Position in den Top-Vier. Es werde aber so sein wie sonst, meinte Norris schon: «Vor uns werden die vier Autos sein.» Gemeint sind die beiden Mercedes und die beiden Red Bull. «Dahinter ist es sehr eng.»

Selbst Debütant Yuki Tsunoda lag im Alpha Tauri auf Rang sieben unter einer halben Sekunde hinter Verstappen. Vettel konnte da nicht mithalten. Die Abstände von über anderthalb und knapp einer Sekunde auf die Spitze waren beachtlich.

Achtbar beendete Mick Schumacher den ersten Trainingsarbeitstag als Formel-1-Pilot. Beide Male kontrollierte der 22 Jahre alte Formel-2-Champion der vergangenen Saison seinen russischen Stallrivalen Nikita Masepin. Der ebenfalls 22-Jährige wurde in beiden Trainingseinheiten Letzter im unterlegenen Wagen des amerikanischen Haas-Teams.

Ganz vorn bleibt offen, wie stark nun der neue Mercedes ist. «Es sieht besser aus, es ist aber nicht perfekt», sagte Hamilton, der auf Platz vier im ersten und Rang drei im zweiten Training fuhr: «Wir haben noch einen Hügel zu erklimmen.» Bottas kam auf die Ränge zwei und fünf. Das Wagen sei mitunter «unfahrbar» gewesen, urteilte der Finne. Der Mindestrückstand auf den Red Bull betrug bei Mercedes über zwei Zehntelsekunden auf dem 5,412 Kilometer langen Kurs vor dem Rennen am Sonntag (17.00 Uhr MESZ/Sky). Dass auch noch mehr Wind aufziehen soll, «ist nicht so klasse für uns», meinte Hamilton.

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