Handball im Rems-Murr-Kreis

Schwaikheimer Handball-Trainer erklärt den Begriff "Welle"

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Trainer Heiko Burmeister in Aktion. Foto: Steinemann © Ralph Steinemann

Handball-Regeln sind komplex, auch Fachbegriffe nicht immer auf Anhieb zu verstehen. In unserer neuen Serie sorgen Experten für Klarheit. Den Anfang macht Heiko Burmeister, Männer-Coach der Sportfreunde Schwaikheim in der Württembergliga. Die Fragen stellte Sportredakteur Mathias Schwardt.

Herr Burmeister, im Handball wird sehr oft von der „Welle“ gesprochen. Was bedeutet der Begriff, und was ist der Unterschied zwischen erster, zweiter und dritter Welle?

Zunächst einmal bedeutet Welle ein schnelles Spielen des Balles aus der Abwehr heraus in den Angriff, um damit zu einfachen Toren zu gelangen. Bei der ersten Welle erfolgt meist ein langer Pass von hinten auf einen schnell nach vorne laufenden Spieler, meist über die Außenspieler. Bei der zweiten Welle wird der Ball über mehrere Stationen schnell nach vorne gespielt und ein schneller Abschluss gesucht. Die dritte Welle gibt es dann, wenn die erste und zweite nicht zum Erfolg geführt haben. Das Tempo ist erst mal kurz raus, aber die angreifende Mannschaft zieht es schnell wieder an und schafft somit ein Überraschungsmoment.

Jede Sportart entwickelt sich weiter, früher ging es im Handball deutlich gemächlicher zu. Ist die Welle ein eher neues Phänomen oder haben Trainer darauf schon immer viel Wert gelegt, ohne dass es die Bezeichnung gab? Und wie sehen Trainingsformen aus?

Die Welle ist kein neues Phänomen. Sie wurde schon immer gespielt, doch nicht mit so vielen Varianten wie in der heutigen Zeit. Vor allem das Umschalten von Abwehr auf Angriff ist deutlich besser geworden. Es gibt weniger Diskussionen, wer an einem Gegentor schuld ist. Der Ball muss sofort nach vorne gespielt werden. Früher haben Torhüter den Ball erst einmal langsam aus dem Tor geholt, sich zu lange über einen Treffer geärgert, wenn möglich noch vor Wut in den Ball gebissen. Heute spielen sie sogar im Sitzen den Ball nach vorne. Auch die Trainingsformen haben sich verändert. Früher wurde meist nur die erste Welle trainiert. Also Ball vom Torwart zum nach vorne sprintenden Außenspieler. Heute läuft dies viel komplexer ab. Mehrere Spieler und auch die Abwehr sind eingebunden. Passwege sind durchdachter, und oft werden gleich Konzeptionen gespielt. Spielertypen, die kreativ sind und eine sehr gute Wahrnehmung haben, sind für jeden Trainer eine Bereicherung.

Die Mannschaft, die erfolgreicher mit der ersten, zweiten und dritten Welle ist, gewinnt das Spiel. Ist es so einfach?

Ja, eigentlich kann man es schon fast so auf den Punkt bringen. Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. Ich muss natürlich den Ball auch im Tor unterbringen. Es nützt ja nichts, wenn ein schneller Angriff nach dem anderen gespielt, doch kein Tor erzielt wird. Zudem hat sich in den letzten Jahren vor allem das Rückzugsverhalten geändert. Mannschaften, die eine erste, zweite oder dritte Welle erfolgreich unterbinden können, so dass der Gegner kein Tor erzielt, gewinnen auch die Spiele. Vor nicht einmal drei, vier, fünf Jahren hatten wir Ergebnisse von 40:40 oder 45:30 und so weiter. Heute fallen wieder deutlich weniger Treffer, da die Mannschaften erkannt haben, dass Treffer zu verhindern der bessere Weg zum Erfolg ist.

Handball-Regeln sind komplex, auch Fachbegriffe nicht immer auf Anhieb zu verstehen. In unserer neuen Serie sorgen Experten für Klarheit. Den Anfang macht Heiko Burmeister, Männer-Coach der Sportfreunde Schwaikheim in der Württembergliga. Die Fragen stellte Sportredakteur Mathias Schwardt.

Herr Burmeister, im Handball wird sehr oft von der „Welle“ gesprochen. Was bedeutet der Begriff, und was ist der Unterschied zwischen erster, zweiter und dritter

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