Fußball im Rems-Murr-Kreis

SG Schorndorf gewinnt Bezirkspokal

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Starke Schorndorfer: Matthias Morys (rechts) schoss die SG Schorndorf in der 89. Minute mit dem Treffer zum 3:2 zum Pokalsieg. Die SGOS, rund um Spielführer Marcel Friz (links), musste mit dem späten Tor die bittere Pille schlucken. © Ralph Steinemann Pressefoto

Spannung, Leidenschaft und ein Abseitstor in allerletzter Minute. Die SG Oppenweiler-Strümpfelbach und die SG Schorndorf haben sich im Bezirkspokalfinale einen Fußballkrimi par excellence geliefert.

Hitzige Gemüter, strittige Szenen, Fans auf dem Feld und Tröten, Fahnen, Trommeln und Geschrei: Nicht nur das Schiedsrichtergespann rund um Dominik Englmann wurde bestens auf die Probe gestellt, viel mehr die Nerven der Zuschauer in der Großaspacher Wir-machen-Druck-Arena. Denn am Ende des hitzigen Duells gab es nur einen Gewinner. Und der hieß nach dem 3:2-Sieg SG Schorndorf.

Siegtorjubel in der 89. Minute

Es ist Matthias Morys in der 89. Minute der seine Schorndorfer zum Sieg schießt. Und das mit der für die SG bewährten Methode über die beiden alten Hasen mit gemeinsamer Regionalliga-Erfahrung: Sokol Kacani flankte nach außen zu Matthias Morys und der machte mit einem langen, zielgerichteten Treffer den Sack zu. Unhaltbare Freude. „Für meine Jungs ist dieses Erlebnis etwas ganz Besonderes“, sagte Morys nach der Partie zwischen Bierduschen und Sektkorken. „Ich habe die Leidenschaft in der Kabine heute richtig gespürt.“ Eine Leidenschaft, welche die SG den Sieg brachte.

Schon vor Beginn war die Stimmung das, was der Ausdruck Pokalfinale hergibt. Fans in Vereinsfarben, Trubel, Vorfreude. Die Haupttribüne in rot und schwarz, die Gegengerade in grün-weißen Farben der beiden Bezirksligisten.

SGOS brauchte zu lange, um ins Spiel zu kommen

Die erste Halbzeit war in der Hand der SG Schorndorf. „Wir waren anfangs schon überwältigt von dieser Kulisse“, erklärte Spielertrainer Stephen Perri nach Abpfiff vor der grünen Wand, die sich da in Aspach formiert hatte. Doch der erste Treffer gehörte der SG Oppenweiler-Strümpfelbach. Nach 21 Minuten schoss Patrick Koch nach einer Flanke von Even Stoppel per Kopf zum 1:0. Und das, obwohl sich dieser Treffer nicht unbedingt abgezeichnet hatte. Denn mehr Torchancen, die gab es aus Schorndorfer Sicht. Bereits nach fünf Minuten hatte Matthias Morys die erste Chance, sein Fallrückzieher brachte nicht die erhoffte frühe Führung, Oppenweilers Torwart Tim Roger parierte - und das auch den Nachschuss.

Direkt nach dem Führungstreffer wollte Oppenweiler mehr: Luca Krämer setzte sich gegen die Schorndorfer Abwehr durch, doch sein Schuss ging am Tor vorbei.

Derweil versuchte es Schorndorf immer wieder über die Seiten, über Matthias Morys oder Manuel Rotärmel, die Sokol Kacani bedienen sollten, doch kam nicht recht zum Zug. Bis zur 43. Minute. Da war es wieder Morys, der Kacani im Strafraum bedient, der köpfte zum Ausgleich - 1:1. Altbewährt. Beide, Morys und Kacani, kennen sich lange, standen 2013 im Trikot der SG Sonnenhof Großaspach genau hier zusammen auf dem Platz. Dementsprechend besonders war auch nun dieses Spiel für die beiden. „Ich habe mit Sokol sein letztes Spiel hier vor seiner Verletzung gemacht“, erzählte Morys. Und weiter: „Heute habe ich ihm gesagt, wir genießen das noch einmal. Wir wissen nicht, wann so ein Moment wiederkehren wird.“

Mit Doppelpässen zum 2:1

Die SG Oppenweiler hat aus dem 1:1-Ausgleichstreffer nicht gelernt: Wieder gehörte die erste Torchance nach der Pause den Schorndorfern (49.), wieder war es Morys, der eine Flanke in den Strafraum zu Kacani schlägt. Dessen Schuss ging am rechten Pfosten vorbei.

In der 53. Minute wandte sich das Blatt: Führung für Oppenweiler. Mit einem feinen Doppelpassspiel ließen Stoppel und Krämer die Schorndorfer Abwehr alt aussehen, Torwart Simon Sochor ging Krämer entgegen und öffnete das Tor für Even Stoppel. Der schob unbehindert zum 2:1 ein. Und das gab Auftrieb, immer wieder schaffte es Oppenweiler zum Tor, setzte Schorndorf unter Druck, gelangte zu mehr Torchancen.

Morys bewies sich auch beim 2:2-Ausgleich als derjenige, der das richtige Näschen hat. Es ist in der 65. Minute eine Flanke von Morys von der linken Seite, Gewimmel und Gewühl im Strafraum und dann ist Gianluca Tosto der Glückliche, der den Ball reinschiebt.

Es entwickelte sich ein schnelles Umschaltspiel, in dem Oppenweiler eine sehr gute geschlossene Mannschaftsleistung abgibt und in dem Schorndorf seine erfahrenen Stürmer exzellent bedient.

Strittige Szenen 

Die schon angeheizte Stimmung wird zum Hexenkessel, als alle Augen nicht am strittigen Geschehen sind. Morys liegt am Boden, Rudelbildung, Schubserei. Nach Absprache mit dem Linienrichter zieht Schiedsrichter Dominik Englmann Gelb für Morys.

Nervenkitzel pur, als die letzten Minuten von der Uhr liefen. Freunde und Ekstase pur in der 89. Minute auf Schorndorfer Seite, Enttäuschung im Oppenweilerner Lager. Der Führungstreffer in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit. Vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt, hoffen und bangen. Auf der einen Seite, dass jetzt nichts mehr schiefgeht. Auf der anderen, dass man sich nun den Ausgleich wieder holt. Und das sah in der 95. Minute zuerst einmal so aus. Für einige Fans aus Oppenweiler gab es kein Halten mehr, sie stürmten das Feld. Die Jubelschreie aus Oppenweiler verstummten schnell, als die Fahne nach oben ging - Abseits.

Pokalfeier, Sektkorken, Bierdusche

Dann der erlösende Abpfiff. Und dann gab es kein Halten mehr. „Das war ein absolut spannendes Spiel. Anfangs taten wir uns schwer, hinten raus haben wir verdient gewonnen“, fasste Kacani später zusammen. Für große Analysen war nach Abpfiff keine Zeit, feiern stand im Fokus. Nur so viel brachte Kacani zufrieden grinsend noch raus: „Morys hätte schon zwei, drei Tore mehr machen müssen.“

SG Oppenweiler-Strümpfelbach: Roger – Kübler, Rosenke, Hassler, Koch – Stoppel, Friz, Wieland, Sacher (54. Müller) – Augustin (69. Liepold), Krämer.

SG Schorndorf: Sochor – Greco, Lednig, Selimi, Mosca – G. Tosto (90. Bürkle) , Selimi, L. Tosto (Reeves) - Rotärmel, Kacani (93. Roser), Morys.

Tore: 1:0 Koch (21.), 1:1 Kacani (43.), 2:1 Stoppel (53.), 2:2 G. Tosto (65.), 2:3 Morys (89.).

Spannung, Leidenschaft und ein Abseitstor in allerletzter Minute. Die SG Oppenweiler-Strümpfelbach und die SG Schorndorf haben sich im Bezirkspokalfinale einen Fußballkrimi par excellence geliefert.

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Hitzige Gemüter, strittige Szenen, Fans auf dem Feld und Tröten, Fahnen, Trommeln und Geschrei: Nicht nur das Schiedsrichtergespann rund um Dominik Englmann wurde bestens auf die Probe gestellt, viel mehr die Nerven der Zuschauer in der Großaspacher Wir-machen-Druck-Arena. Denn

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