Europa League

Stürmerstreiche im September: Union feiert Abteilung Attacke

1. FC Union Berlin - Maccabi Haifa
Berlins Taiwo Awoniyi (l) jubelt nach seinem 3:0 Treffer mit Teamkollegen Grischa Prömel. Foto: Andreas Gora/dpa © Andreas Gora

Berlin (dpa) - Kevin Behrens war noch recht zurückhaltend. «Wir haben das ganz gut gemacht», meinte Union Berlins Mr. Europacup nach dem 3:0-Sieg gegen Maccabi Haifa in der Conference League.

Sturmpartner Andreas Voglsammer wurde schon deutlicher. «Wir haben eiskalt die Dinger gemacht», sagte der Angreifer.

Behrens, Voglsammer und der diesmal als Joker erfolgreiche Taiwo Awoniyi sorgten mit ihren Toren am Donnerstagabend im Olympiastadion nicht nur für den ersten Erfolg der Eisernen in der Gruppenphase des neuen Europapokals. Sie untermauerten mit ihren Treffern auch einen beachtlichen Trend beim Fußball-Bundesligisten: Stürmertore sind schwer in Mode in Berlin-Köpenick.

Alle sieben Union-Treffer im September wurden von Stürmern erzielt. Von den insgesamt 17 Pflichtspiel-Toren in dieser Saison gingen 15 auf das Konto von Angreifern. Nur Linksverteidiger Niko Gießelmann war zudem noch zweimal erfolgreich. Bei dieser Ausbeute fällt auch kaum ins Gewicht, dass Max Kruse als Toptorschütze der Vorsaison bislang als vierter Offensivmann neben Awoniyi (7 Tore), Behrens (3) und Voglsammer (3) nur zweimal traf.

Für Trainer Urs Fischer ist das alles kein Zufall. «Es ist kein Geheimnis. Es ist die Arbeit unter der Woche. Immer wieder üben, das gibt eine gewisse Selbstverständlichkeit. Heute waren wir doch sehr effizient», sagte der Union-Coach. Ein Ende des Stürmer-Aufschwungs ist für den Schweizer auch noch nicht erreicht. «Ich glaube auch, dass sie eine Entwicklung gemacht haben. Sie müssen nach wie vor Schritte machen», forderte der 55-Jährige von seiner Abteilung Attacke. «Ich bin wirklich hoch zufrieden, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen», sagte der frühere Abwehrspieler Fischer.

Im nächsten Bundesliga-Spiel am Sonntag beim FSV Mainz 05 werden wohl wieder Kruse und Awoniyi in der Startelf stehen. Die hätten dann einen Vorteil im Wettkampf um ein besonderes Union-Jubiläum. Die Berliner stehen bei bislang 99 Bundesliga-Toren. Wer den goldenen Treffer macht? «Das ist mir eigentlich egal, muss ich sagen», meinte Fischer bei der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen Haifa. Der neben ihm sitzende Kevin Möhwald grinste und fügte leise an: «Ich mach's». Möhwald spielt im Mittelfeld.

© dpa-infocom, dpa:211001-99-436437/2