Bundesliga

«Stop the count»: Union genießt Tabellenführung mit Ironie

Urs Fischer
Der Schweizer Urs Fischer steht mit dem 1. FC Union Berlin an der Tabellenspitze der Bundesliga. © Federico Gambarini

Köln (dpa) - Andras Schäfer forderte nach dem historischen Sprung an die Tabellenspitze mit einem Zitat von Donald Trump ironisch den Abbruch der Saison. «Stop the count», twitterte der Mittelfeldspieler von Union Berlin.

Ansonsten werden sich die Tabelle vom 6. Spieltag in Köpenick einige einrahmen, doch wegen der ersten Woche als Bundesliga-Spitzenreiter in der Geschichte des Vereins hebt nun niemand ab.

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Mittelfeldspieler Rani Khedira kommentierte die «Spitzenreiter»-Gesänge der Fans und das «Deutscher Meister wird nur der FCU» nach dem 1:0-Sieg beim 1. FC Köln mit einem breiten Grinsen. «Die Fans meinen das ironisch», sagte der Bruder von Ex-Weltmeister Sami Khedira: «Und wir wissen das auch schon gut einzuschätzen.»

Khedira ließ durchblicken, dass sie bei den Eisernen selbst über den starken Saisonstart überrascht sind. «Natürlich ist es schwierig, wenn du jedes Jahr 10 bis 15 neue Spieler bekommst und immer wieder einen Umbruch hast», sagte der 28-Jährige: «Da macht sich jeder ein bisschen seine Gedanken und vielleicht auch die ein oder andere Sorge. Aber wir haben die sechs Wochen Vorbereitung sehr intensiv genutzt.»

Trainer Fischer freut sich über «Punktepolster»

Trainer Urs Fischer kommentierte den Sprung an die Tabellenspitze wie ein x-beliebiges Spiel. Nüchtern, sachlich, ohne den Anflug von Euphorie oder Überschwang. Beim Blick auf die Tabelle freuten ihn aber die 14 Punkte, sagte der Schweizer. Weil sie ein gutes Polster sind für die stressigen Wochen, die folgen. «Die beiden Englischen Wochen waren jetzt ein Vorgeschmack auf das, was uns begleiten wird», sagte Fischer mit Blick auf das Europa-League-Spiel am Donnerstag in Braga nach dem missglückten Start mit dem 0:1 gegen Saint-Gilloise: «Da wird es sicherlich auch mal Phasen geben, die nicht so gut laufen.»

Ähnlich sieht es Torhüter Lennart Grill, der nach seinem Leih-Wechsel aus Leverkusen im Sommer wegen der Verletzung von Frederik Rönnow ein starkes Debüt gab. «Die Belastung wird hoch wie nie», sagte er: «Jeden Punkt, den wir schon haben, nehmen wir gerne mit. Aber wenn wir so verteidigen, wird das schon.» Mit vier Gegentreffern stellt Union die beste Defensive der Liga.

Grills Leistung war die nächste Bestätigung dafür, dass die Eisernen inzwischen einen breiten Kader haben, der Ausfälle und Rotation quasi ohne Qualitätsverlust wegsteckt. «Seine Leistung war wirklich sehr gut», sagte Fischer. Auch hier war er der Übertreibung unverdächtig.