TVB Stuttgart

Ärger weicht der Zuversicht

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Es war hin und wieder zum Heulen für Johannes Bitter in Berlin: Der Torhüter machte ein gutes Spiel gegen die Füchse, allerdings fand ein halbes Dutzend Würfe unter unglücklichen Umständen den Weg ins Tor der Bittenfelder. © Lächler

Zwei Tage haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart nur Zeit, die 24:26-Niederlage bei den Füchsen Berlin zu analysieren. Am Sonntag nimmt der TVB im Derby bei FA Göppingen den nächsten Anlauf auf den ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Mit der Leistung aus Berlin stehen die Chancen so schlecht nicht.

Nicht viele hatten den Bittenfeldern zugetraut, die Berliner im eigenen Fuchsbau derart in die Enge zu treiben, dass die Füchse gar um die Punkte zittern müssen. Wie erleichtert der Favorit am Ende war, unterstrichen die Worte des Managers kurz nach dem Spiel. „Ich bin unfassbar zufrieden“, sagte Bob Hanning. Zufrieden, weil die äußeren Umstände mit vier verletzten Spielern schwierig waren für die Hauptstädter. Die personellen Voraussetzungen indes waren, wie der TVB-Geschäftsführer bei der Pressekonferenz nach dem Spiel bemerkte, für die Gäste nicht viel besser. „Auch wir haben Verletzungsprobleme“, sagte Jürgen Schweikardt. Von den drei etatmäßigen rechten Rückraumspielern fielen zweieinhalb aus: Djibril M’Bengue und Felix Lobedank sowieso, und in der Halbzeit meldete sich auch Stefan Salger ab: Der Youngster kränkelte. Zudem fehlte auf der anderen Rückraumposition Marian Orlowski.

TVB macht es den Berlinern lange Zeit schwer

Trotzdem machte der TVB den Berlinern das Leben lange Zeit schwer, am Ende nahm die Partie jedoch – zur Enttäuschung der Bittenfelder – den erwarteten Ausgang. „Uns fehlten die einfachen Tore aus dem Rückraum, wir haben viel arbeiten müssen für unsere Treffer“, sagt Markus Baur. Der TVB-Trainer hofft, dass Salger am Sonntag wieder bei Kräften sein wird. Vielleicht ist auch wieder Dominik Weiß eine Rückraum-Alternative. Nach seiner Verletzungspause wurde „der Lange“ bei seinem Comeback lediglich in der Deckung eingesetzt.

Göppingen hat nach vier Spielen 4:4 Punkte

Die Göppinger scheinen in dieser Saison dort weiterzumachen, wo sie in der vergangenen aufgehört hatten: Nach dem enttäuschenden zehnten Platz, der immerhin mit dem Europapokalsieg versüßt wurde, ist Frischauf noch nicht in Tritt. Die Optimisten träumten angesichts des machbaren Saisonstarts gegen die Eulen Ludwigshafen, VfL Gummersbach, TSV GWD Minden, TBV Lemgo und TV Hüttenberg von 12:0 Punkten. Nach vier Spielen stehen allerdings gerade einmal 4:4 Punkte zu Buche.

Auf den 32:25-Sieg bei den Eulen folgte die 27:28-Niederlage in Gummersbach, das 26:26 in Minden und jetzt am Donnerstag das 27:27 im ersten Heimspiel gegen den TBV Lemgo. Nach einer 10:4-Führung kassierten die Göppinger mit dem Schlusspfiff per Strafwurf den Ausgleich.

Zwei neue Kreisspieler und ein spielintelligenter Regisseur

Entsprechend sauer äußerte sich der Sportliche Leiter von Frischauf nach dem Spiel gegenüber der Südwest Presse. „Wir sind nicht im Soll“, sagte Christian Schöne.

Dabei möchten sich die Göppinger in dieser Saison wieder in Richtung Europapokalplätze orientieren. Mit ihren Neuverpflichtungen sollte vor allem die zuletzt wacklige Defensive stabilisiert werden. Die beiden Kreisspieler Jacob Bagersted (vom SC Magdeburg) und Kresimir Kozina (Füchse Berlin) wurden auch aufgrund ihrer Abwehrqualitäten verpflichtet. Für Ideen im Angriff soll der dänische Nationalspieler Allan Damgaard sorgen. „Er hat große individuelle Klasse“, sagt Markus Baur. „Vom Kader her gehört Göppingen für mich unter die ersten fünf.“ Jede Position sei doppelt besetzt. Die linke Außenbahn teilen sich Marcel Schiller und der derzeit stark auftrumpfende Joshua Ritterbach (vom ASV Hamm). Die ideale Ergänzung zu Damgaard in der Spielmacherrolle ist der wuchtige, zweikampfstarke Tim Kneule. Im linken Rückraum kann der Trainer Magnus Andersson zwischen Zarko Sesum, Daniel Fontaine und dem großen Talent Sebastian Heymann wählen, rechts zwischen Adrian Pfahl und Jens Schöngarth. Einzig auf Rechtsaußen ist die Personaldecke dünn. Frischauf reagierte aber auf die Verletzungen von Marco Rentschler und Anton Halen und holte vom ThSV Eisenach den slowakischen Nationalspieler Tomas Urban.

Hartes Auftaktprogramm für den TVB

„Wir haben jetzt im sechsten Spiel die fünfte Mannschaft, die sich zumindest einen Platz in der ersten Tabellenhälfte zum Ziel gesetzt hat“, sagt Markus Baur. „So gesehen haben wir schon ein hartes Auftaktprogramm.“ Auftritte wie jener in Berlin stimmen den Coach aber zuversichtlich, beispielsweise in Göppingen zu punkten.

Wie’s geht, zeigte der TVB in der vergangenen Saison beim 26:26-Unentschieden.