TVB Stuttgart

Überragender Keeper Thulin reicht TVB Stuttgart nicht zum Sieg

Thulin
Es war ein bisschen zum Haare-Raufen für Tobias Thulin: In 43 Minuten parierte der schwedische Keeper des TVB Stuttgart 16 Würfe. Doch die waren am Ende zu wenig, um in Mannheim zu punkten. Das lag auch am starken Löwen Andy Schmid (hinten), der zehn Tore erzielte. © TOM WELLER

Aus der schönen Geschichte über dieses baden-württembergische Derby ist nichts geworden. Da zauberte der in dieser Saison mit nicht viel Vertrauen beschenkte Torhüter Tobias Thulin eine überragende Quote von 46 Prozent gehaltener Bälle aufs Feld der Mannheimer SAP-Arena – und der TVB Stuttgart war beim 23:28 (11:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen trotzdem chancenlos. Zwangsläufig, denn mit 24 Fehlwürfen und neun technischen Fehlern lässt sich kein Spiel in der ersten Handball-Bundesliga gewinnen. Es lief so einiges gegen die Bittenfelder im Duell mit den keineswegs überragenden Löwen vor 4024 Fans.

Das Auf und Ab geht weiter

Das Auf und Ab geht weiter beim TVB. Er schafft es einfach nicht, über mehrere Spiele eine gewisse Konstanz aufzubauen. Die Niederlage vom Donnerstag schmerzt nicht nur, weil die Balinger durch ihren Sieg gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke bis auf einen Punkt herangekommen sind an den TVB. Auch wenn die Stuttgarter auch gegen ersatzgeschwächte Löwen – unter anderem fehlten Uwe Gensheimer und Lukas Nilsson –, Außenseiter waren: Sie dürfen sich ärgern, denn mit einer halbwegs ordentlichen Angriffsleistung hätte der TVB den Favoriten nerven können.

Die Gäste kamen hinten wie vorne schlecht ins Spiel. Unkonzentrierte und unpräzise Abschlüsse wechselten sich ab mit Unzulänglichkeiten in der Defensive. Das Team um den überragenden Andy Schmid, der fachfremd auf Halblinks spielen musste, führte nach zehn Minuten mit 7:3. Die frühe Auszeit von TVB-Trainer Roi Sánchez zeigte wenig Wirkung: Zu durchsichtig spielten die Gäste ihre Angriffe, hinten brachte auch die 5:1-Deckung zunächst keine Besserung.

Appelgren und Thulin: Starke Keeper

Immer wieder scheiterten die Bittenfelder am überragenden Löwen-Keeper Mikael Appelgren. Dessen schwedischer Nationalmannschaftskollege Tobias Thulin ersetzte nach 13 Minuten den schwachen Ivan Pesic – und hätte zum Matchwinner werden könne. Thulin übertrumpfte „Appel“ mit einer ganzen Flut von Paraden. An der Dominanz der Löwen änderte die beste Leistung Thulins im TVB-Trikot aber nichts.

Über 10:5 (15.) und 13:7 (19.) setzte sich das Team von Trainer Ljubomir Vranjes zur Pause locker auf 16:11 ab. Über den Kreis ging beim TVB nichts. Der komplette Rückraum mit Dominik Weiß, Egon Hanusz, Max Häfner, Jerome Müller und Viggó Kristjánsson blieb weit unter seinen Möglichkeiten.

Rückraum ohne Durchschlagskraft

Das blieb auch im zweiten Spielabschnitt so – auch wenn sich die Deckung vor dem weiterhin bärenstarken Thulin wacher präsentierte. Mehrfach hatte der TVB die Gelegenheit, sich bis auf drei Tore an die Löwen heranzupirschen. Haarsträubende Fehler indes verhinderten dies – allerdings auch eine gehörige Portion Pech: Fast ein Dutzend Würfe landeten am Pfosten oder an der Latte der Löwen-Kastens. Und wenn’s nicht läuft, dann läuft’s nicht: Auch mit der einen oder anderen Entscheidung der Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz war der TVB nicht einverstanden. Spielentscheidend freilich war dies nicht.

Zehn Minuten vor dem Ende sorgte Schmid mit seinem dritten Strafwurftor – der TVB erhielt keinen einzigen Siebenmeter –, für das 23:17 und damit die Vorentscheidung. Die restliche Zeit spielten die Rhein-Neckar Löwen souverän bis zum 28:23-Endstand herunter.

Für den TVB Stuttgart geht’s am Sonntag, 1. Mai (16.05 Uhr), mit dem Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig weiter. Dann steht das Spiel beim Vorletzten Minden an.

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Katsigiannis; Schmid (10/3), Zacharias (3), Kirkelökke (6), Timmermeister, Patrail, Knorr, Blum, More (1), Abutovic, Lagergren (2), Groetzki (1), Horzen (1), Gislason, Kohlbacher (4).

TVB Stuttgart: Pesic, Thulin, Vujovoc; Häfner (3), Rúnarsson, Weiß (1), Hanusz (3), Schulze (1), Röthlisberger (1), Nicolaus, Augustinussen (2), Zieker (5), Müller (3), Pfattheicher (1), Peshevski (1), Kristjánsson (2).

Aus der schönen Geschichte über dieses baden-württembergische Derby ist nichts geworden. Da zauberte der in dieser Saison mit nicht viel Vertrauen beschenkte Torhüter Tobias Thulin eine überragende Quote von 46 Prozent gehaltener Bälle aufs Feld der Mannheimer SAP-Arena – und der TVB Stuttgart war beim 23:28 (11:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen trotzdem chancenlos. Zwangsläufig, denn mit 24 Fehlwürfen und neun technischen Fehlern lässt sich kein Spiel in der ersten Handball-Bundesliga

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