TVB Stuttgart

23:36-Pleite zum Auftakt: TVB macht’s den Zebras nicht allzu schwer

HANDBALL 2022/23, Bundesliga: THW Kiel - TVB Stuttgart
Egon Hanusz (Mitte, gegen Eric Johansson und Petter Överby) mühte sich nach Kräften. Der Spielmacher und der TVB Stuttgart hatten beim THW Kiel aber nichts zu bestellen. © Sascha Klahn

In der vergangenen Saison hatte der Handball-Erstligist TVB Stuttgart in der Kieler Wunderino-Arena eine Dreiviertelstunde von einer Überraschung träumen dürfen. Zum Saisonauftakt am Sonntag war das – dieses Mal ungleiche – Duell beim 11:17-Rückstand zur Pause bereits entschieden. Vor 9746 Fans war der TVB gegen den Titelkandidaten THW Kiel bei der 23:36-Schlappe in allen Bereichen unterlegen.

Mit dem Supercup-Sieg gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg hatten die Kieler unter der Woche bereits demonstriert, in welch guter Verfassung sie zum Saisonstart sind. So machte auch der Sky-Experte Pascal Hens den Stuttgartern vor dem Spiel nicht allzu viel Hoffnung auf eine Überraschung. „Es muss alles passen für den TVB – auch die Torhüterleistung.“

Eines vorneweg: Der Bittenfelder Hoffnungsträger Silvio Heinevetter zeigte zumindest 20 Minuten lang, wie wichtig er für sein Team werden kann. Indes: Am Ende verlor der Außenseiter wieder einmal das Torhüterduell. Silvio Heinevetter und Miljan Vujovic brachten es zusammen auf elf Paraden. Der Kieler Tomas Mrkva, eigentlich zweiter Mann hinter Niklas Landin, hatte 16 Paraden in der Statistik.

Die Ausfälle von Müller und Sliskovic schmerzen

Die Torhüter waren allerdings nicht die größte Baustelle des TVB. Dabei waren die Gäste sehr gut ins Spiel gekommen, auch Heinevetter. Die Kieler hatten Mühe, eine Lücke zu finden gegen den Mittelblock mit Oscar Bergendahl und Samuel Röthlisberger. Nach zehn Minuten führte der Außenseiter mit 5:3, nach 16 Minuten stand’s 7:7. Der TVB stellte eine bewegliche Defensive und schien eine harte Nuss zu werden für die Zebras.

Die aber kamen immer besser ins Spiel. Drei Fehler des TVB nutzte der THW eiskalt zur 10:7-Führung (20.). Stuttgart fand keine Lösungen mehr im Angriff. Egon Hanusz und Max Häfner rackerten zwar. Ihre Nebenleute auf den Halbpositionen, Adam Lönn und Jan Forstbauer, agierten aber glücklos. Die Alternativen waren überschaubar, denn nach Jerome Müller fiel mit Ivan Sliskovic (Zerrung) ein weiterer wichtiger Spieler aus.

Reihenweise scheiterte der TVB an Mrkva, am Ende standen 22 Fehlwürfe auf dem Zettel. Logisch, dass mit einer solch schlechten Quote nichts zu holen ist beim Rekordmeister. Mit einem 7:1-Lauf binnen neun Minuten setzte sich Kiel zum 14:8 ab (25.). Symptomatisch für den glücklosen und fahrigen Auftritt war das letzte Tor zum 17:11-Halbzeitstand: Der überragende Eric Johansson versenkte einen direkten Freiwurf – zum Entsetzen von Heinevetter, der stinksauer in die Kabine stapfte.

Die Hoffnung der Stuttgarter, dass die Kieler eventuell die Tür noch einmal öffnen könnten, zerschlug sich nach der Pause rasch. Binnen fünf Minuten zog der THW zum 20:11 davon. Der TVB suchte anschließend im Sieben gegen sechs nach Lücken, Vujovic ersetzte Heinevetter, Sánchez ließ mit der 5:1-Abwehr agieren. Der Erfolg war allerdings überschaubar, nur hin und wieder ließen die Gäste ihre spielerischen Qualitäten aufblitzen.

Der TVB muss sich früh um Schadensbegrenzung bemühen

Großartig ins Schwitzen gerieten die Kieler aber nicht – im Gegenteil: Sie fanden immer mehr Spaß am Spiel, der TVB musste sich um Schadensbegrenzung bemühen. Das gelang nicht wirklich, denn mit 23:36 fiel die Niederlage ziemlich deftig aus.

Auch wenn der Auftaktgegner ein übermächtiger und kein Maßstab war: Der TVB muss sich deutlich steigern, wenn er am kommenden Donnerstag (19.05 Uhr) in der Porsche-Arena gegen den HC Erlangen die ersten Punkte einsammeln will.

THW Kiel: Niklas Landin, Mrkva (1), Ehrig (2), Duvnjak (1), Reinkind (1), Magnus Landin, Överby (4), Weinhold (2), Wiencek (5), Ekberg (2/2), Johansson (6), Dahmke (1), Zarabec (4), Schwormstede, Wallinius (4), Bilyk (3).

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner (4), Serrano (2), Fernandez (1), Hanusz (3), Schöttle (1), Lönn (1), Wissmann, Röthlisberger, Nicolaus (1), Forstbauer (2), Zieker (4/2), Pfattheicher (2), Bergendahl (2).

Info

Karten für das Heimspiel des TVB an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) in der Porsche-Arena gegen Erlangen gibt es unter www.easyticket.de

In der vergangenen Saison hatte der Handball-Erstligist TVB Stuttgart in der Kieler Wunderino-Arena eine Dreiviertelstunde von einer Überraschung träumen dürfen. Zum Saisonauftakt am Sonntag war das – dieses Mal ungleiche – Duell beim 11:17-Rückstand zur Pause bereits entschieden. Vor 9746 Fans war der TVB gegen den Titelkandidaten THW Kiel bei der 23:36-Schlappe in allen Bereichen unterlegen.

Mit dem Supercup-Sieg gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg hatten die Kieler unter der

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