TVB Stuttgart

29:42 gegen Kiel: Völlig missratener Auftakt des TVB Stuttgart

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Vor allem in den ersten 30 Minuten hatten Zarko Peshevski und der TVB (hier gegen Rune Dahmke und Domagoj Duvnjak, hinten Max Häfner und Viggó Kristjánsson) große Probleme im Angriff. Die größere Baustelle gegen den THW Kiel war aber – wie so oft – die Defensive. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat im neuen Jahr da weitergemacht, wo er 2021 aufgehört hatte: Die sechste Niederlage in Folge war zwar eingeplant gegen den Rekordmeister THW Kiel. Die Leistung indes beim 29:42 (11:22) vor rund 2411 erstaunlich gefassten Fans in der Porsche-Arena war über weite Strecken allen voran der Defensive desolat und nicht erstligareif. Es stellt sich die große Frage: Sind die Bittenfelder bereit für den Abstiegskampf? Nach dem lendenlahmen Auftritt am Donnerstagabend braucht’s dazu jedenfalls eine gehörige Portion Vorstellungskraft.

Kiel spielt Katz und Maus mit dem TVB

Sechs Wochen hatten die Verantwortlichen des TVB Zeit, an der großen Schwäche der Hinrunde zu arbeiten. Die Abwehr indes verdiente gegen die Kieler ihren Namen nur selten: Eine Körpertäuschung hier, eine Rochade da genügten den Zebras, um die vor allem in den ersten 30 Minuten nahezu körperlos verteidigenden Stuttgarter wie eine Schülermannschaft aussehen zu lassen. Die Kieler spielten ungemein sicher und leisteten sich kaum Fehler. Andererseits wurden sie dazu auch nicht verleitet – wobei der Ausfall von Abwehrchef Samuel Röthlisberger die TVB-Defensive zusätzlich verunsichert haben dürfte. Vor allem über den Mittelblock fanden die Kieler um den überragenden Kreisläufer Patrick Wiencek immer wieder Lösungen.

Nach einer Viertelstunde ist das Spiel bereits entschieden

Nach sieben Minuten, beim 1:6, sah sich der TVB-Coach Roi Sánchez bereits zur ersten Auszeit gezwungen – und nach einer Viertelstunde zur zweiten. Zu diesem Zeitpunkt war das ungleiche Duell allerdings schon entschieden: Beim 12:3 durfte die Zebras so langsam in den Siesta-Modus schalten.

Auch im Angriff ließen die Stuttgarter zunächst jeglichen Esprit vermissen, sie leisteten sich knapp ein Dutzend technische Fehler. Bei den Kielern machte sich das Fehlen der in Corona-Quarantäne befindlichen Niklas Landin und Hendrik Pekeler nicht bemerkbar. Und Anweisungen des ebenfalls positiv getesteten Trainers Filip Jicha brauchte es angesichts der haushohen Überlegenheit nicht. Sánchez appellierte nach einem Viertel der Spielzeit an die Ehre seiner Spieler und ordnete das 7:6 an.

Ordentliches Debüt von Vujovic

Schon nach zehn Minuten war der neue Torhüter Miljan Vujovic für den schwachen Ivan Pesic in die Partie gekommen – und der 21-Jährige deutete zumindest sein Talent an. Das Duell mit dem Kieler Dario Quenstedt hielt er ausgeglichen. Die Kräfteverhältnisse auf dem Spielfeld blieben unverändert: Die Kieler nutzten ihre Freiräume weiterhin gnadenlos aus, beim 17:7 (13.) war der erste zweistellige Vorsprung hergestellt. Der TVB ließ weiterhin jegliche Körpersprache vermissen, wirkte wie gelähmt.

Nach dem 11:22-Halbzeitrückstand gab’s für den zweiten Durchgang lediglich ein Ziel für den TVB: Schadensbegrenzung. Sánchez versuchte es mit diversen Abwehrsystemen, die Kieler ließen sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Der starke Steffen Weinhold sorgte nach erst 35 Minuten für den 27. Treffer der Gäste, Wiencek beförderte den Ball mit der schwachen Hand zum 29:15 (38.) ins Netz. Der TVB steuerte einem Debakel entgegen – und durfte sich glücklich schätzen, dass die Zebras fortan auch mal Fünfe gerade sein ließen. Ein paarmal ließen die Stuttgarter ihre Angriffsstärke aus der Hinrunde aufblitzen, erfreulich hierbei war das Comeback von Spielmacher Max Häfner.

15 Treffer war der höchste Rückstand (15:30/16:31), mehr als auf zehn (26:36) kam der TVB Stuttgart nicht heran. Am Ende stand die ernüchternde 29:42-Pleite. Nur zwei Tage bleiben dem TVB nun Zeit, die Sinne zu schärfen: Am Sonntag geht’s zum TBV Lemgo. Mit der Einstellung vom Donnerstag wird dort sicher nichts zu holen sein.

TVB Stuttgart: Pesic, Vujovic; Rúnarsson (1), Weiß (1), Häfner (2), Hanusz (2), Lönn (4), Schulze (3), Augustinussen, Zieker (2), Müller (5), Pfattheicher (4), Peshevski (4), Kristjánsson (1/1).

THW Kiel: Quenstedt, Saggau; Ehrig (5), Duvnjak (1), Sagosen, Reinkind (2), Landin, Weinhold (5), Wiencek (8), Ekberg (4/4), Ciudad Benitez (3), Dahmke (8), Zarabec, Horak, Bilyk (5).

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat im neuen Jahr da weitergemacht, wo er 2021 aufgehört hatte: Die sechste Niederlage in Folge war zwar eingeplant gegen den Rekordmeister THW Kiel. Die Leistung indes beim 29:42 (11:22) vor rund 2411 erstaunlich gefassten Fans in der Porsche-Arena war über weite Strecken allen voran der Defensive desolat und nicht erstligareif. Es stellt sich die große Frage: Sind die Bittenfelder bereit für den Abstiegskampf? Nach dem lendenlahmen Auftritt am

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