TVB Stuttgart

30 Gegentore reichen selten zu einem Sieg

HC Erlangen - TVB 1898 Stuttgart
Reichlich Diskussionsstoff lieferten die Schiedsrichter Ramesh Thiyagarajah und Suresh Thiyagarajah in der Nürnberger Arena. Michael Kraus (links), Tobias Schimmelbauer und der TVB wunderten sich nicht nur über den zurückgepfiffenen Siebenmeter. © Wolfgang Zink / MaWi

TVB 1898 Stuttgart. Etwas unter seinen Leistungen im Vergleich zu den Partien gegen den THW Kiel und den Bergischen HC ist der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart bei 26:30 in Erlangen geblieben. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, sagt der Trainer Markus Baur. „Und mit 30 Gegentoren werden wir nicht viele Spiele gewinnen.“ Auch nicht gegen einen Aufsteiger wie den HC Erlangen.

Es gibt Spiele, die wird ein Trainer so schnell nicht vergessen. „Ich bin jetzt 30 Jahre im Geschäft“, sagt der TVB-Coach Markus Baur. „Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Zehn Minuten vor dem Ende der Partie in der Nürnberger Arena führte der HC Erlangen mit 24:23, ehe die Schiedsrichter Ramesh Thiyagarajah und Suresh Thiyagarajah den Erlanger Pavel Horak für zwei Minuten auf die Strafbank schickten und auf Siebenmeter für den TVB 1898 Stuttgart entschieden. „Der Siebenmeter war klar, über die Zeitstrafe kann man streiten“, sagt Baur.

Die gut 3000 Fans des Aufsteigers jedoch waren von beiden Entscheidungen nicht besonders begeistert und pfiffen in der für ihr Team kritischen Phase, was die Finger hergaben. Der sichere TVB-Strafwurfschütze Bobby Schagen schnappte sich den Ball, trat an die Linie, täuschte an – und wurde vom Unparteiischen zurückgepfiffen. „Nach den Regeln wäre das in Ordnung gewesen, weil der Schütze den Ball nach der Freigabe nur drei Sekunden in der Hand behalten darf“, sagt Baur. Allerdings habe Schagen den Pfiff bei der ohrenbetäubenden Lärmkulisse schlichtweg nicht gehört. Der Schiedsrichter habe sechs, sieben Meter entfernt und zudem hinter dem Schützen gestanden, so Baur.

Die Erlanger nutzten die Verwirrung

Nicht nur Bobby Schagen war fassungslos, auch seine Mitspieler verstanden die Welt nicht mehr. „Drei meiner Spieler sind zum Schiedsrichter gerannt und haben angefangen zu diskutieren, das ist natürlich ein No-Go.“ Die Erlanger nutzten die Verwirrung, Michael Haaß erzielte das 25:23 – dabei war der TVB zu diesem Zeitpunkt mit zwei Spielern in Überzahl.

So sehr Baur sich über das Verhalten seiner Spieler ärgerte: Ein Stück weit Verständnis hatte er auch. „Ich weiß nicht, wie ich in dieser Situation als Spieler reagiert hätte.“ Jedenfalls sei diese Szene der „Genickbruch“ für sein Team gewesen. Michael Kraus brachte den TVB zwar beim 25:24 noch einmal heran, nach den Zeitstrafen Nummer sechs und sieben indes gegen die Gäste ließ sich der Neuling den zweiten Saisonsieg nicht mehr nehmen. Der TVB schaute in die Röhre.

„Wir hatten die Möglichkeit, in Erlangen zu gewinnen“, sagt Baur. „Aber es ist sicherlich nicht selbstverständlich. Mit dem einen oder anderen Spieler mehr im Kader wären die Chancen größer gewesen.“ Wobei auch diejenigen, die auf dem Feld standen, nicht ganz die Leistung abgerufen hätten wie in den ersten beiden Spielen.

Der nächste Gegner wird der TSV Hannover-Burgdorf

64 Prozent Wurfquote wies die Statistik bei den Erlangern aus, 52 Prozent beim TVB. Unter 50 Prozent blieb der Rückraum. Das ist nicht überragend, aber auch nicht schlecht. „Befriedigend“, sagt Baur. Dass der Gegner aus der Fernwurfzone nur zwei Tore erzielte und dafür umso häufiger aus sechs Metern, spricht laut Baur dafür, dass der Deckung die Stabilität fehlte. „Wir haben die Kreuzungen der Erlanger nicht gut gelöst.“ Zudem sei der Gegner im Überzahlspiel äußerst effektiv gewesen, insgesamt 14 Minuten war er numerisch im Vorteil.

Mit 2:4 Punkten und einem Spiel weniger steht der TVB auf dem zwölften Tabellenplatz. Die Chance, das Konto auszugleichen, hat das Baur-Team am kommenden Freitag: Um 19.45 Uhr gastiert der TSV Hannover-Burgdorf, der mit 6:2 Zählern in die Saison gestartet ist, in der Stuttgarter Scharrena.

Bei dieser Partie gibt’s nicht nur ein Wiedersehen mit dem ehemaligen TVB-Spieler und heutigen Hannoveraner Coach Jens Bürkle. Die „Recken“ haben auf die verletzungsbedingten Ausfälle der Rückraumspieler Csaba Szücs und Sven-Sören Christophersen reagiert und kurzfristigen Ersatz verpflichtet: Kasper Kisum, in der vergangenen Saison noch im Trikot des TVB, hat einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben.

@ Ausschnitte der Partie zwischen dem HC Erlangen und dem TVB gibt es zu sehen unter Sportvideos.

Karten im Vorverkauf gibt es bei Easy-Ticket, 0711/ 255 55 55 und auf der Geschäftsstelle des TVB 1898 Stuttgart, Schulstraße 29, 07146/ 2818 750, Fax: 07146/ 2818 755, E-Mail: moh@tvb1898.de.

Nach dem Hannover-Spiel geht’s für den TVB bereits am Mittwoch, 28. September, mit der Partie bei den Füchsen Berlin weiter. Zum Spiel in Coburg am Samstag, 1. Oktober, setzt der TVB wieder einen Fan-Bus ein. Anmeldungen: Patrick Rommel: pr@tvb1898.de.