TVB Stuttgart

Baur sieht noch genügend Baustellen

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Simon Baumgarten steckt fest in der Groß-Bieberauer Zange (hinten Till Buschmann): Für den TVB-Trainer Markus Baur bleibt noch genügend Arbeit bis zum Saisonstart am Sonntag gegen den THW Kiel. © Steinemann

Das Aus im DHB-Pokal gegen den Zweitligisten SG BBM Bietigheim hat es gezeigt: Die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart sind noch ein gutes Stück entfernt von ihrer Bestform. Der neue Trainer sieht „genügend Baustellen“, die es zu schließen gelte. Die knifflige Personalsituation alleine sei dabei keine Entschuldigung, sagt Markus Baur. „Das wäre zu einfach.“

Mit artigem Applaus verabschiedeten sich die TVB-Spieler von den wenigen Fans, dann entschwanden sie zügig in den Katakomben der Sporthalle am Viadukt. Pleiten gegen den Nachbarn SG BBM Bietigheim schmerzen immer. Insbesondere indes in einem Pflichtspiel wie am Sonntag in der ersten Pokalrunde. „Die Niederlage ist schnell erklärt“, sagte der TVB-Linksaußen Tobias Schimmelbauer nach dem 22:23. „Wir haben aus dem Rückraum über 60 Minuten hinweg zu wenig Torgefahr kreiert.“ Hier fehlten derzeit schlichtweg die Alternativen, fügte er zerknirscht hinzu.

Sorge um die Offensivabteilung

Der Pflichtspielauftakt der Bittenfelder ging mit dem Pokal-Aus also gründlich daneben. Da dürfte es ein schwacher Trost sein, dass die Ligakonkurrenten TBV Lemgo (24:27 gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke) und VfL Gummersbach (31:32 gegen die TSG Friesenheim) ebenfalls gegen Zweitligisten den Kürzeren zogen. „Es ist einfach schade und ärgerlich“, sagt der TVB-Coach Markus Baur. „23 Gegentore hätten eigentlich zum Sieg reichen müssen.“ Dabei hat sich die Abwehr längst nicht so präsentiert, wie es sich Baur vorstellt. „Für uns muss die Defensive die Basis sein.“ Vor allem im ersten Halbfinalspiel am Samstag gegen Groß-Bieberau (31:23) gab’s reichlich Lücken.

Mehr Sorgen indes machte die Offensivabteilung – wobei diese personell aus dem letzten Loch pfiff. Mit Djibril M’Bengue, Felix Lobedank und Michael Kraus fehlten von vorneherein drei wichtige Spieler. Ein vierter gesellte sich Mitte des ersten Spielabschnitts hinzu: Der Neuzugang Marian Orlowski zog sich eine Stauchung der Fußwurzel zu. Ob und wie lange er pausieren muss, ist noch nicht sicher. Markus Baur ist jedenfalls froh, dass ein langfristiger Ausfall ausgeschlossen werden kann.

Verletzte und andere Sorgen

Weil auch der Spielmacher Michael Schweikardt im ersten Spiel nach seinem Muskelfaserriss logischerweise nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, musste der TVB im Rückraum kräftig improvisieren. „Wir waren eigentlich immer damit beschäftigt, irgendwelche Feuer zu löschen“, sagt Baur. So musste der Abwehrspezialist Vio Fotache im Angriff ran, und die beiden gelernten Rechtsaußen Bobby Schagen und Finn Kretzschmer versuchten sich abwechselnd auf der Halbposition. In Dominik Weiß hatte der TVB lediglich noch einen Werfer – und der erwischte kein besonders gutes Wochenende.

„Es soll keine Entschuldigung sein“, sagt Baur. „Aber in dieser Besetzung ist es natürlich schwer, über 60 Minuten hinweg konstant zu spielen.“ Und um gegen einen guten Zweitligisten zu gewinnen, müsse alles passen. „Das hat es nicht.“ So fehlte dem Trainer bisweilen die Überzeugung in den Aktionen, zudem hätten die Absprachen nicht gepasst.