TVB Stuttgart

Das Aufgebot des TVB für die EM

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Johannes Bitter wird bei der EM zusammen mit Andreas Wolff das Torhütergespann der DHB-Auswahl bilden. Deutschland trifft in seiner Gruppe auf die Niederlande, Spanien und Lettland. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Patrick Zieker (hinten der Kieler Magnus Landin) ist auf linksaußen als zweiter Mann hinter dem deutschen Kapitän Uwe Gensheimer eingeplant.
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David Schmidt (mit Ball, gegen die Nordhorner Lutz Heiny, Luca de Boer und Toon Leenders) rückt für den erkrankten Franz Semper in den Kader und füllt zusammen mit Kai Häfner die Position im rechten Rückraum aus. Foto: Steinemann
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RNL vs.TVBS
Samuel Röthlisberger (links, gegen Ilija Abutovic) spielt im Mittelblock der Schweizer Nationalmannschaft eine wichtige Rolle. Foto: Binder © AS Sportfoto/ Binder
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Der TVB-Kreisläufer Zarko Pesevski (gegen die Magdeburger Christian O’Sullivan und Erik Schmidt) spielt für Mazedonien. Foto: Voigt © FOTO LÄCHLER (Heiko Voigt)

Die endgültigen Kader stehen zwar noch nicht für die Handball-Europameisterschaften in Österreich, Schweden und Norwegen vom 9. bis 26. Januar. Die Chancen, dass der Erstligist TVB Stuttgart gleich mit fünf Spielern vertreten sein wird, stehen jedoch sehr gut. Ein Überblick:

Johannes Bitter

Andreas Wolff, der zur aktuellen Saison vom THW Kiel zum polnischen Top-Club Kielce gewechselt war, ist beim Bundestrainer gesetzt. Etwas überraschend indes entschied sich Christian Prokop für Johannes Bitter als zweiten Mann. Der Berliner Silvio Heinevetter und Dario Quenstedt (THW Kiel) hatten das Nachsehen.

Mit 37 Jahren ist Bitter, der 2011 sein letztes Turnier für Deutschland bestritt, der älteste Spieler im Kader. Der TVB-Keeper zeigte sich selbst überrascht von seiner Nominierung, sieht sich aber keinesfalls als klare Nummer zwei. „Natürlich spielt Andi seit Jahren in einer der besten Nationalmannschaften überragend“, sagte Bitter in der Sendung „Kreis ab – der Podcast“. Er gehe jedoch davon aus, dass auch er seine Spielanteile bekommen werde.

„Wenn jemand gut performed, soll er so viel wie möglich spielen, weil er damit der Mannschaft hilft. Wer von uns beiden das ist, ist total egal.“ Große Sorgen, dass ihm nach der langen Pause die internationale Wettkampfpraxis fehlt, hat Bitter nicht. Er bereite sich gut vor. „Am Ende geht es darum, Bälle zu erkennen, zu wissen, wo sie hinfliegen, und sie dann zu halten. Es ist also eigentlich ganz einfach.“

Patrick Zieker

Auch mit der Nominierung von Patrick Zieker (26) war angesichts der großen Konkurrenz auf linksaußen nicht zu rechnen. Der Stuttgarter bekam den Vorzug vor Matthias Musche (SC Magdeburg), der in der vergangenen Saison immerhin Bundesliga-Torschützenkönig war, und Rune Dahmke (THW Kiel).

Am Ende stach Zieker mit dem Göppinger Marcel Schiller auch den letzten Konkurrenten aus und soll nun das Backup bilden für den deutschen Kapitän Uwe Gensheimer. Zieker ist der einzige Debütant im DHB-Kader, ein bisschen internationale Erfahrung bringt er aber mit: 2011 wurde er mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft in Griechenland Weltmeister. Mit 109 Toren ist Zieker derzeit Siebter der Bundesliga-Torschützenliste.

David Schmidt

Schmidt ist mit 71 Treffern der zweitbeste Schütze des TVB Stuttgart. Er wurde zunächst erwartungsgemäß aus dem vorläufigen 28-Mann-Kader gestrichen – und rückte an Silvester kurzfristig doch noch in den endgültigen Kader. Der Linkshänder profitierte von der Absage des Leipzigers Franz Semper, bei dem Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung besteht.

Schmidt (26) teilt sich im rechten Rückraum die Aufgaben mit dem Ex-Bittenfelder Kai Häfner. „In erster Linie tut es mir leid für Franz“, sagt Schmidt. „Ich wünsche ihm auf diesem Weg eine schnelle Genesung. Für mich ist es eine große Ehre, für Deutschland spielen zu dürfen.“ Er werde sich „voll reinhängen“, um der Mannschaft helfen zu können.

Samuel Röthlisberger

Leiden musste der „Mister Zuverlässig“ im TVB-Trikot: Im finalen Bundesligaspiel der vergangenen Saison verletzte sich Samuel Röthlisberger und verpasste die letzten beiden Qualifikationsspiele der Schweizer Nationalmannschaft. „Es war sehr schlimm, der Mannschaft nicht helfen zu können“, sagt der 23-jährige Abwehrspezialist.

Die Schweizer schafften den Sprung zur EM auch ohne Röthlisberger und sind erstmals seit 2006 wieder dabei. Damals war die Schweizer allerdings als Gastgeber gesetzt.

Mit Schweden, Polen und Slowenien bekommen sie harte Brocken vorgesetzt. „Wir freuen uns riesig und möchten die Großen ein wenig ärgern“, sagt Röthlisberger. „Wir wollen zeigen, dass wir zu Recht dabei sind.“ An einem guten Tag könne die Schweiz jeden Gegner schlagen, vor allem gegen Polen rechnet er sich was aus. „Für mich geht mit der EM ein Kindheitstraum in Erfüllung. Das ist schon extrem cool.“

Zarko Pesevski

Der bullige Kreisläufer des TVB trifft mit Mazedonien auf die Ukraine, Tschechien und Österreich. Angeführt wird das Team von Superstar Kiril Lazarov. Die Mazedonier spielten eine überzeugende Qualifikation, schlugen unter anderem Island und Tschechien. „Wir haben drei starke Gruppengegner“, sagt Pesevski.

Ziel sei es dennoch, in die nächste Runde einzuziehen. „Da gehören wir unter normalen Umständen auch hin“, sagt der 28-Jährige, der bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr 24 Tore erzielte. Einen klaren Titelfavoriten sieht Pesevski nicht. „Wenn ich mich aber für jemanden entscheiden müsste, dann für Deutschland – wegen Jogi und Patrick, versteht sich (lacht).“

Mit Lukas von Deschwanden (Schweiz) und Bobby Schagen (Niederlande) sind zwei ehemalige TVB-Spieler bei der Europameisterschaft dabei.