TVB Stuttgart

Der Saisonabbruch kommt näher - und dann?

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Stuttgart.
Ein Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga (HBL) rückt immer näher. Vor der nächsten Videokonferenz mit den 36 Clubchefs der 1. und 2. Liga geben sich die Verantwortlichen der HBL keinen Illusionen mehr hin. Auch ein erfahrener Profi wie Nationaltorhüter Johannes Bitter glaubt mit Blick auf die möglicherweise entscheidende Schalte am Dienstagmorgen (21.04./11 Uhr) nicht mehr an eine Fortsetzung der Spielzeit. „Es gibt keine sinnvollere Variante als einen Abbruch. In leeren Hallen können wir uns eine Fortsetzung des Spielbetriebs nicht erlauben, das macht keinen Sinn“, sagte Torhüter des TVB Stuttgart der dpa. „Ich glaube, wir kommen nicht drumherum, das zu tun.“ Ähnlich ist die Stimmung in der Coronavirus-Krise bei den meisten Vereinsbossen. Dennoch ist nicht sicher, was am Dienstag tatsächlich passieren wird.

Wie läuft die Abstimmung?

Denn die Entscheidung über einen Abbruch kann nur fallen, wenn genügend Clubs rechtzeitig darüber abgestimmt haben. Die HBL hatte am vergangenen Freitag eine entsprechende Mail an die Vereine geschickt, ein Abbruch liegt also in ihrer Hand. Mindestens eine Dreiviertelmehrheit müsste dafür sein. Es war allerdings nicht verpflichtend, dass sie bis zum Dienstag votieren. Theoretisch haben sie bis zum nächsten Freitag Zeit. Eine deutlich frühere Entscheidung wurde aber bis zuletzt erwartet. So sagte TVB-Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Die Entscheidung der HBL muss bald fallen.“ 

Warum hat die HBL so lange gezögert?

Das zuvor lange Zögern der HBL lässt sich auch damit erklären, dass ein Abbruch juristisch heikel ist. Er war nicht mal in den Statuten vorgesehen. Bis zuletzt hatte es geheißen, dass die Saison nach Möglichkeit spätestens ab 16. Mai fortgesetzt werden soll, um sie bis Ende Juni abzuschließen. Nach eingehender Prüfung folgte dann die Abstimmung unter den Clubs.

Abbruch - und dann?

Sollte es tatsächlich dazu kommen, gilt eine Wertung der Abschlusstabelle nach der sogenannten Quotientenregelung als wahrscheinlich. Dabei würden die Pluspunkte eines Teams durch die absolvierten Spiele geteilt und dann mit 100 multipliziert. So wäre der THW Kiel deutscher Meister und der TVB Stuttgart würde in der Endabrechnung den 12. Tabellenplatz belegen. Absteiger soll es keine geben, aber aus der 2. Liga würden wohl zwei Teams aufsteigen, so dass die neue Saison mit 20 Mannschaften ausgetragen würde. Eine Annullierung der Saison hatte HBL-Präsident Uwe Schwenker ausgeschlossen.