TVB Stuttgart

Der TVB scheitert an Thulin und Damgaard

Der TVB scheitert an Thulin und Damgaard_0
Michael Damgaard (mit Ball) bereitete der TVB-Abwehr erhebliche Probleme. Zusammen mit dem Torhüter Tobias Thulin war der Däne Matchwinner des SC Magdeburg beim 33:28-Sieg gegen den TVB (von links Zeljko Musa, Samuel Röthlisberger, Manuel Späth, Adam Lönn und Johannes Bitter). © Voigt

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat auch den neunten Vergleich mit dem SC Magdeburg verloren. Bei der 28:33-Niederlage vor 6278 Fans in der Getec-Arena hielt der TVB aber lange Zeit sehr gut dagegen. Er scheiterte an der individuellen Klasse des Gegners. Herausragend spielten der Torhüter Tobias Thulin und der neunfache Torschütze Michael Damgaard.

Will der TVB einem Großen der Liga ein Bein stellen, muss alles stimmen. Am Donnerstag war vieles gut, die eine oder andere Schwächephase indes verhinderte die Überraschung. Zudem haderten die Stuttgarter mit den Schiedsrichtern Nils Blümel und Jörg Loppaschewski, die schon bessere Tage hatten. Nicht einverstanden war der TVB vor allem mit der Verteilung der Zeitstrafen: Nach 60 Minuten standen sieben Zwei-Minuten-Strafen und eine Rote Karte in der Gäste-Statistik, die Magdeburger dagegen kassierten lediglich drei Strafen.

Überraschend gestaltete sich die erste Viertelstunde in Magdeburg. Das Heimteam wirkte nach zuletzt nicht immer überzeugenden Leistungen verunsichert und nervös, der TVB dagegen startete konzentriert und abgezockt. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt, angeführt zum ersten Mal von Rudolf Faluvégi auf der Spielmacher-Position, leistete sich kaum Fehler. Der SCM bekam David Schmidt nicht in den Griff, bei der 8:3-Führung des TVB hatte der Linkshänder bereits viermal getroffen. Faluvégi legte zum 9:3 nach (14.). Die Magdeburger schienen konsterniert, scheiterten unter anderem zweimal per Strafwurf an Johannes Bitter.

Der SCM-Trainer Bennet Wiegert brachte im Tor den jungen Tobias Thulin für den glücklosen Jannick Green – ein Wechsel, der Gold wert war. Dank der Paraden des Schweden und unter gütiger Mithilfe der Schiedsrichter, die TVB-Spieler reihenweise auf die Strafbank schickten, kam der Favorit zurück ins Spiel. Zudem schlichen sich bei Stuttgart nun leichte Fehler ein, die den konterstarken Magdeburgern in die Karten spielten. Binnen zehn Minuten hatten sie sich mit einem 8:1-Lauf beim 11:10 die erste Führung im Spiel erkämpft (24.). Der TVB blieb aber standhaft und ging mit dem 14:13-Vorteil in die Halbzeit.

Aus der kam er, anders als zuletzt gegen Lemgo, hellwach. Manuel Späth und Patrick Zieker trafen zum 16:14 (32.), dann scheiterte Zieker beim Gegenstoß an Thulin und vergab damit die Drei-Tore-Führung. Der TVB hielt dennoch zunächst seinen knappen Vorsprung, ehe Michael Damgaard auf Touren kam. Der dänische Nationalspieler bereitete der TVB-Defensive größte Schwierigkeiten. Für den 20:20-Ausgleich sorgte Daniel Pettersson (40.).

Die Fehlerquote bei den Stuttgartern stieg nun wieder in einer ausgeglichenen, aber zerfahrenen Partie. Sechs Fehlwürfe des TVB in Folge nutzte Magdeburg in Person von Zeljko Musa zum 21:20 (43.), der erst zweiten Führung. Der SCM legte mit fünf Toren in Serie nach zum 23:20 (45.). Doch auch von dieser weiteren Schwächeperiode ließ sich der Gast nicht unterkriegen, Schmidt verkürzte zum 22:23 (47.).

Der TVB hatte aber längst Probleme im Positionsangriff. Die Magdeburger hatten sich vor allem auf Schmidt besser eingestellt, der hin und wieder überhastet den Abschluss suchte. Mit seinem siebten und achten Tor lenkte Damgaard die Partie in die erwartete Richtung, neun Minuten vor dem Ende war die Entscheidung beim 27:22 scheinbar gefallen.

In einer Auszeit forderte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt sein Team auf, sich bis zur Schlusssirene zu wehren. Das tat es auch – und durfte bis dreieinhalb Minuten vor dem Ende (29:27) von der Überraschung träumen. Die Hoffnungen zunichte machten die Referees: Nachdem sie zuerst Samuel Röthlisberger zum dritten Mal vom Spielfeld geschickt hatten, hielten sie Faluvégi direkt die Rote Karte unter die Nase. Pettersson machte mit dem 31:27 alles klar. Am Ende stand’s 33:28 für den Favoriten, der sich jedoch mächtig strecken musste.



 

SC Magdeburg: Thulin, Green; Musa (1), Chrapkowski, Musche, Steinert, Pettersson (6/3), Hornke (2), Kuzmanovski (1), Schmidt (1), Mertens (5), Lagergren (2), O’Sullivan (4), Bezjak, Damgaard (9), Preuss (2).

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner, Asgeirrsson (1), Weiß, Faluvegi (2), Späth (3), Lönn (4), Markotic, Röthlisberger, Zieker (6/2), Pesevski (3), Schmidt (7), Wieling (2).

Die restlichen Spiele:

  • Hannover-Burgdorf – R-N Löwen 29:29
  • SG Flensburg – Ludwigshafen 29:26
  • MT Melsungen – HC Erlangen 28:27
  • SC DHfK Leipzig – TBV Lemgo 34:32
  • HSG Wetzlar – THW Kiel 26:30