TVB Stuttgart

Der TVB setzt Zeichen im Abstiegskampf

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Auf Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter (links Can Celebi, rechts Dominik Weiß) war wieder einmal Verlass. Auch dank seiner zahlreichen Glanztaten hatte der TVB wenig Mühe mit Coburg. © Ralph Steinemann Pressefoto

Stuttgart.
Mit dem immens wichtigen und souverän herausgespielten 26:20-Sieg über das Schlusslicht HSC Coburg in der mit 6211 Fans ausverkauften Porsche-Arena haben die Handballer des TVB 1898 Stuttgart ein weiteres Zeichen im Abstiegskampf der 1. Bundesliga gesetzt. Die Konkurrenz ist unter Druck: Verliert Lemgo am Mittwoch in Hannover, bleibt der TVB sicher in der Liga.

„Es war für uns ein Muss-Spiel“

Trainer Markus Baur spart nach dem gewonnenen Heimspiel gegen die bereits abgestiegenen Coburger nicht mit Lob für seine Mannschaft: „Ich bin sehr zufrieden, auch mit der Einstellung. Die Jungs waren bereit, immer was draufzulegen.“ Dabei sei die Aufgabe sehr schwierig gewesen. „Es war für uns ein Muss-Spiel.“ Doch der TVB hielt dem Druck stand, auch wenn dem Team in Hälfte zwei die Strapazen der englischen Wochen anzumerken waren.

Nicht wenige Beobachter hatten nach dem verletzungsbedingten Saisonaus von Mimi Kraus sechs Spieltage vor Schluss in Lemgo geunkt, das sei es wohl gewesen für den TVB mit dem Klassenverbleib. Doch das Team zeigte Kampfgeist und war in den wichtigen Partien zur Stelle.

Andere übernahmen jetzt Verantwortung

Trotz des Schocks nach dem Kraus-Ausfall kamen die Gäste in Lemgo noch zu einem 24:24-Remis. „Das war für mich das ausschlaggebende Spiel“, sagt Baur. Das Vertrauen in den eigenen Kader wuchs, andere übernahmen jetzt Verantwortung. So holte der TVB die dringend benötigten Siege gegen die direkten Konkurrenten TSV Minden (auswärts, 26:24) und jetzt gegen Coburg.

Verlassen konnte sich der TVB am Samstag im letzten Heimspiel wieder einmal auf seinen Keeper. Johannes Bitter hielt vor allem in den ersten 30 Minuten überragend und wurde von den Fans mit „Jogi-Jogi“-Rufen gefeiert. „Er ist sensationell ins Spiel gekommen und hat uns Sicherheit gegeben“, sagt Baur.

Orlowski glänzte in der Anfangsphase

Und noch einer glänzte in der Anfangsphase: Marian Orlowski erzielte die ersten drei Treffer für die Hausherren und sorgte mit dem letzten seiner insgesamt fünf Tore für die 8:3-Führung (16.).

Dass die Coburger nach dem 4:8 durch Stefan Lex (17.) acht Minuten lang ohne Torerfolg blieben, lag nicht nur an Bitter, sondern auch an der sehr aufmerksam agierenden TVB-Abwehr. Obendrein spielte der ebenfalls ersatzgeschwächte HSC viel zu statisch. Bis zur Halbzeit gelangen den Gästen gerade einmal sechs Törchen, beim 13:6 für den TVB ging’s in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte ziehen die Gastgeber auf 20:9 davon

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein recht entspannter Abend für die Bittenfelder Fans. Unter anderem Dominik Weiß und Finn Kretschmer trugen sich nun in die Torschützenliste ein. Der TVB nutzte eine doppelte Überzahl, um weiter davonzuziehen, beim 20:9 durch Simon Baumgarten (42.) war die höchste Führung in der Partie erreicht.

Danach schwanden bei den Gastgebern die Kräfte. Nach dem 21:11 durch Weiß (46.) gelang dem TVB fünf Minuten lang kein Treffer mehr. Coburg kam noch einmal heran, doch der Vorsprung der Gastgeber schrumpfte nicht weiter als auf vier Tore (22:18, 54.). Der wichtige Treffer von Teo Coric zum 23:18 gab wieder Sicherheit, der vom Siebenmeterstrich und aus dem Feld heraus nervenstarke Bobby Schagen erzielte für sein Team die letzten Tore zum 26:20-Erfolg.

Gästetrainer Jan Gorr zollt dem TVB Respekt

Nach der Partie zollte auch Gästetrainer Jan Gorr dem Gegner Respekt. Coburg sei zwar nicht schlecht gestartet, „aber dann hat Stuttgart das gemacht, was man machen muss, basierend auf einer guten Abwehr und einem sehr guten Torwart“.

Während Coburg am Samstag gegen Minden seine Abschiedsvorstellung geben wird, könnte der TVB den Klassenverbleib schon vor dem letzten Spiel in Göppingen (Samstag, 16 Uhr) sicher haben. Nämlich dann, wenn der Drittletzte TBV Lemgo seine Partie am Mittwoch beim TSV Hannover-Burgdorf verlieren sollte. Darauf hofft auch Baur: „Bisher sind die wichtigen Spieltage immer gegen uns gelaufen. Vielleicht läuft es jetzt mal zu unseren Gunsten.“

An Pfingsten durfte sich das Team immerhin etwas freuen: Der Bergische HC unterlag mit 29:41 beim SC Magdeburg und rutschte in der Tabelle hinter den TVB zurück. Dafür aber punktete der VfL Gummersbach am Montag etwas überraschend gegen FA Göppingen (22:22) und bleibt vor den jetzt punktgleichen Bittenfeldern. Derweil steht mit der HBW Balingen-Weilstetten (24:26 gegen die SG Flensburg-Handewitt) der zweite von drei Absteigern fest.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Jerkovic; Lobedank (4), Weiß (3), Schagen (5/3), Schweikardt (1), Coric (1), Baumgarten (2), Fotache (2), Kretschmer (2), Orlowski (5), Celebi (1). HSC Coburg: Kulhanek, Krechel; Barsties, Hagelin (3), Wucherpfennig, Wolf (1), Kelm, Weber, Lex (3), Schramm, Coßbau (3), Billek (8/2), Riehn (2), Büdel.

Lemgo-Spiel live

  • Verliert der TBV Lemgo am Mittwoch beim TSV Hannover-Burgdorf (19 Uhr), hat der TVB 1898 Stuttgart den Klassenverbleib sicher. Die Partie wird von Sport 1 im Fernsehen übertragen. Im Vereinsheim des TV Bittenfeld in der Schulstraße können die Fans das Spiel gemeinsam mit der Mannschaft des TVB live verfolgen.