TVB Stuttgart

Der TVB Stuttgart feiert trotz Pleite den Ligaverbleib

LoennA79
Adam Lönn, hier gegen Peter Strosack, Florian Baumgärtner (am Boden) und Torhüter Aljosa Rezar, gehörte bei seinem Comeback noch zu den Besseren in einer schwachen TVB-Mannschaft, die mit 29:31 gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke unterlag. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die beste Nachricht aus Sicht des TVB Stuttgart kam am Donnerstagabend um 20.45 Uhr aus Magdeburg: Der Tabellenführer quälte sich gegen den Zweitletzten HBW Balingen-Weilstetten mit dem 31:26-Sieg zur vorzeitigen Meisterschaft – und sicherte dem TVB am drittletzten Spieltag damit den Ligaverbleib. Das Team von Trainer Roi Sánchez war auf fremde Hilfe angewiesen. Es blamierte sich bei der 29:31-Niederlage (12:15) gegen den Tabellenletzen und designierten Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke bis auf die Knochen.

Es geht nicht mit halber Kraft

Seit Donnerstag ist der TVB um eine Erkenntnis reicher: Mit halber Kraft reicht es auch gegen ein Team nicht zu Punkten, das mit 17 Niederlagen in Serie nach Stuttgart angereist war. Am 9. Dezember 2021 hatten die Nettelstedter ihren letzten Sieg gefeiert – beim 27:23 gegen den TVB Stuttgart. Damals indes war das Team von Trainer Emir Kurtagic personell ordentlich aufgestellt. Im Rückspiel spielte der TuS quasi mit acht Mann durch, die halbe Mannschaft musste verletzungsbedingt passen.

Bei TVB fehlte nur der am Sprunggelenk verletzte Spielmacher Egon Hanusz – allerdings an allen Ecken und Enden. Weder Max Häfner, noch Andri Már Rúnarsson oder Viggó Kristjánsson konnten ihn halbwegs ersetzen. Das indes war bei weitem nicht das einzige Problem des TVB, der phlegmatisch in die Partie startete. Die Gäste wehrten sich mit ihren verbliebenen, bescheidenen Mitteln nach Kräften – und das reichte an diesem Abend, um das Spiel über fast die gesamte Spielzeit zu kontrollieren.

Ihr sei einfach nicht da

Der starke Gäste-Linksaußen Tom Skroblien brachte sein Team nach acht Minuten mit 5:2 in Führung. Mit dem Comeback von Adam Lönn kam etwas mehr Zug ins Spiel des TVB, der sich jedoch in der Defensive mit einfachen Spielzügen immer wieder übertölpeln ließ. Entsprechend sauer reagierte der TVB-Trainer in der Auszeit nach einer Viertelstunde beim 5:8: „Ihr seid einfach nicht da“, sagte Roi Sánchez.

Und das änderte sich zunächst auch nicht. Überhastet und planlos blieben die Abschlüsse, elf Fehlwürfe und ein halbes Dutzend technische Fehler standen nach 30 Minuten zu Buche. Auch die Leistung der Torhüter war überschaubar. Ivan Pesic hielt einen Siebenmeter – mehr nicht. Der nach 22 Minuten eingewechselte Miljan Vujovic bekam gerade einmal zwei Würfe zu fassen. Nach Skrobliens sechstem Treffer zum 15:11 verkürzte Sascha Pfattheicher zum 12:15-Pausenstand aus Sicht des TVB.

Die enttäuschten 3215 Fans hofften auf Besserung im zweiten Spielabschnitt. Doch der TVB knüpfte dort an, wo er vor der Pause aufgehört hatte: Er agierte konfus und verunsichert. Beim 18:13 (33.) führte das Schlusslicht erstmals mit fünf Toren Differenz. Sánchez schickte nach 40 Minuten, beim 19:22, mit Tobias Thulin seinen dritten Torhüter aufs Feld. Der Schwede spielte besser, doch der TuS fand immer wieder die entscheidende Lücke. Zehn Minuten vor dem Ende erzielte Peter Strohsack gegen die weiterhin fahrigen Stuttgarter das 27:23. Und den Fans, die nebenbei den Ticker aus Magdeburg verfolgten, trat der Angstschweiß auf die Stirn: Die Balinger hielten hervorragend dagegen, zum selben Zeitpunkt stand’s dort 24:24.

Ein Dank nach Magdeburg

Florian Baumgärtner sorgte fünf Minuten vor dem Ende mit dem 28:24 für die Vorentscheidung. Ein bisschen wackelten die müde werdenden Gäste am Ende, hatten Mühe gegen die 5:1-Deckung des TVB. Nach Lönns Treffer zum 28:29 schnupperte das Heimteam an einem Punkt. Noch zweimal kam es auf einen Treffer heran, doch der TuS hatte stets die passende Antwort. Am Ende feierten die Gäste beim 31:29 den verdienten zweiten Auswärtssieg in dieser Saison.

Zum Feiern war dem TVB angesichts dieses sehr schwachen Auftritts nicht zumute. Auch wenn er zwei Spieltage vor Schluss den Ligaverbleib endlich sicher hat.

TVB Stuttgart: Pesic, Vujovic, Thulin; Häfner, Rúnarsson, Weiß (7), Lönn (4), Schulze (3), Röthlisberger (1), Nicolaus (1), Augustinussen, Zieker (5/1), Müller, Pfattheicher (6), Peshevski (2), Kristjánsson.

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Asheim, Rezar; Tokuda (1), Finn-Jannes, Baumgärtner (7), Petreikis (2), Strosack (4), Mundus, Dräger (4), Nissen (5), Petrovsky, Skroblien (8/1).

Die beste Nachricht aus Sicht des TVB Stuttgart kam am Donnerstagabend um 20.45 Uhr aus Magdeburg: Der Tabellenführer quälte sich gegen den Zweitletzten HBW Balingen-Weilstetten mit dem 31:26-Sieg zur vorzeitigen Meisterschaft – und sicherte dem TVB am drittletzten Spieltag damit den Ligaverbleib. Das Team von Trainer Roi Sánchez war auf fremde Hilfe angewiesen. Es blamierte sich bei der 29:31-Niederlage (12:15) gegen den Tabellenletzen und designierten Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke bis

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