TVB Stuttgart

Der TVB Stuttgart macht im Kampf um den Klassenverbleib fast alles klar

Jubel
Gruppenbild mit Fans: Die zwölfstündige Zugfahrt hat sich gelohnt für die kleine Gruppe der TVB-Anhänger, die ihr Team beim auf dem Weg zum Klassenverbleib womöglich entscheidenden 26:25-Sieg nach Minden begleitet hat. © Tom Weller

Hat das Zittern um den Verbleib in der ersten Handball-Bundesliga für den TVB Stuttgart seit Sonntag ein Ende? Rechnerisch kann der TVB zwar nach dem 26:25-Sieg (10:8) beim Tabellenvorletzten GWD Minden noch absteigen. Fünf Spiele stehen noch aus, bei sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge müsste für das Team von Trainer Roi Sánchez allerdings fast alles schieflaufen. Die Erleichterung nach einem dramatischen Spiel war riesig bei den Beteiligten. Und die kleine Fan-Gruppe, die sich zwischen die 1300 Zuschauer in der Kampa-Halle gemischt hatte, dürfte eine fröhliche Heimfahrt gehabt haben.

Herztropfen für die TVB-Fans

Die Herztropfen haben die Fans während der überaus nervenaufreibenden 60 Minuten mehrfach aus der Hosentasche kramen müssen, bis ihr Team die Punkte eingetütet hatte. Es war ein zähes, hartes und äußerst umkämpftes Spiel mit vielen Wendungen. Zwischendurch gab’s auch einige Aktionen, in denen der TVB sein großes spielerisches Potenzial aufblitzen ließ. Beispielsweise 31 Sekunden vor dem Ende. 25:25 stand’s, in der finalen Auszeit wurde besprochen, auf welche Art und Weise der Ball siegbringend ins Mindener Tor befördert werden sollte. Der überragende Spielmacher und fünffache Torschütze Egon Hanusz bediente den einlaufenden Patrick Zieker maßgerecht, der Kapitän behielt die Nerven – 26:25. Zum Spiel passte, dass der erneut starke TVB-Keeper Ivan Pesic in den Schlusssekunden den Mindener Ausgleich verhinderte.

Heiße Duelle: Semisch gegen Pesic, Darmoul gegen Hanusz

Einige interessante Duelle gab’s zu sehen im Top-Spiel der Handball-Bundesliga. In den ersten 30 Minuten Duell der beiden zuletzt formstarken Torhüter Ivan Pesic und Malte Semisch. Unentschieden stand’s bei diesem Vergleich zur Pause. Jeder hatte sieben Paraden auf dem Zettel in einem typischen Abstiegsspiel, das von den Defensivreihen bestimmt wurde.

Beim TVB stand Adam Lönn nach vierwöchiger Verletzungspause zwar wieder im Kader, zum Einsatz indes kam der Schwede nicht. Die Durchschlagskraft des besten Torschützen hätte dem TVB gutgetan. Den Angriffen fehlten zunächst das Tempo und die Ideen, Probleme hatten die Stuttgarter auch mit der bisweilen harten Gangart der Mindener. Der Vorletzte leistete sich eine ganze Reihe von leichten technischen Fehlern, auch provoziert von der sehr beweglichen und aufmerksamen TVB-Deckung um Samuel Röthlisberger, Dominik Weiß, Sebastian Augustinussen und Fynn Nicolaus. 5:3 führte der TVB nach der torarmen ersten Viertelstunde, nutzte dabei die Unzulänglichkeiten des Gegners zu wenig aus und stellte sich im Angriff auch nicht immer allzu geschickt an.

Zaubertor von Nicolaus

So kam GWD Minden nach und nach besser in Fahrt, ging nach einem 4:0-Lauf mit 7:5 in Führung (22.) – angeführt vom flinken Spielmacher Mohamed Amine Darmoul. Der Ägypter gehörte, wie auf Seiten des TVB Egon Hanusz, zu den Besten seines Teams. Immer wieder in Szene setzte sich beim Heimteam Niclas Pieczkowski mit Eins-gegen-eins-Aktionen. Der erneut vorne wie hinten starke Bittenfelder Youngster Fynn Nicolaus glich mit einem Doppelschlag zum 7:7 aus (15.), zweimal Viggó Kristjánsson und Sascha Pfattheicher legten nach zum 10:7. Mit der 10:8-Führung ging der TVB in die Halbzeit.

Von deutlich mehr Tempo und Spielwitz geprägt waren die zweiten 30 Minuten – wobei der TVB den besseren Start erwischte und sich nach 33 Minuten den komfortablen 14:9-Vorteil erspielte. Die Gäste fanden nun auch spielerische Lösungen gegen die Mindener Defensive, so beförderte Nicolaus den Ball nach einem Rückhandanspiel von Kristjánsson spektakulär mit der schwachen Hand in den Torwinkel zum 18:13 (43.).

So leicht jedoch wollte sich der Vorletzte nicht seinem Schicksal ergeben. Immer wieder fand Darmoul nun die Lücken im Abwehrzentrum des TVB, binnen sieben Minuten schaffte Minden beim 18:18 den Ausgleich und fasste neuen Mut. In der heißen Schlussphase legte der TVB meist ein Tor oder zwei Tore vor. Nach dem ersten Treffer von Weiß zum 25:23 gut zwei Minuten vor dem Ende schienen die Bittenfelder den Sieg eingetütet zu haben. Minden glich noch einmal aus – dann hatte Hanusz die gewinnbringende Idee.

Für den TVB geht’s am Sonntag, 15. Mai, beim TVB Lemgo weiter. Wenn’s perfekt läuft, können die Stuttgarter am viertletzten Spieltag den Ligaverbleib endgültig klarmachen.

GWD Minden: Semisch, Lichtlein; Meister (1), Kranzmann (1), Richtzenhain, Zeitz, Korte (2), Thiele, Pieczkowski (7), Schluroff, Jukic (4), Staar, Vignjevic, Urban (4/1),Grebenc (1), Darmoul (5).

TVB Stuttgart: Pesic, Thulin; Häfner (1), Rúnarsson, Weiß (1), Hanusz (5), Lönn, Schulze, Röthlisberger, Nicolaus (3), Augustinussen, Zieker (5), Müller (2), Pfattheicher (4), Peshevski, Kristjánsson (5/2).

Hat das Zittern um den Verbleib in der ersten Handball-Bundesliga für den TVB Stuttgart seit Sonntag ein Ende? Rechnerisch kann der TVB zwar nach dem 26:25-Sieg (10:8) beim Tabellenvorletzten GWD Minden noch absteigen. Fünf Spiele stehen noch aus, bei sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge müsste für das Team von Trainer Roi Sánchez allerdings fast alles schieflaufen. Die Erleichterung nach einem dramatischen Spiel war riesig bei den Beteiligten. Und die kleine Fan-Gruppe, die sich

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