TVB Stuttgart

Der TVB will gestresste Zebras ärgern

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Gut gelaunt zeigten sich der TVB-Trainer Markus Baur (links) und der ehemalige Nationalspieler Christian Zeitz im Rückspiel in der vergangenen Saison. Da mussten die Kieler beim 25:24-Sieg um die Punkte zittern. © Klahn

Spiele gegen den Rekordmeister sind immer etwas ganz Besonderes für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. Die Bilanz aus den vier Aufeinandertreffen spricht zwar klar für den THW Kiel, doch der TVB-Trainer gibt sich vor dem Duell an diesem Donnerstag in der Porsche-Arena kämpferisch. „Wir werden alles versuchen, die Kieler zu ärgern“, sagt Markus Baur.

Der vierte Saisonsieg am elften Spieltag beim direkten Konkurrenten TV Hüttenberg ist für den TVB 1898 Stuttgart von großer Bedeutung gewesen. Fünf Punkte liegt er nun vor den Abstiegsrängen und damit ganz gut im Plan.

Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen

Allerdings gibt es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Schließlich stehen in diesem Kalenderjahr noch acht Spiele auf dem Programm, die es in sich haben: Punkte gegen den THW Kiel, bei der MT Melsungen und beim Überraschungsteam TSV Hannover-Burgdorf hat der TVB nicht eingerechnet.

Auch nicht jene aus den beiden Partien gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen. Bei der HSG Wetzlar dagegen und in den Heimspielen gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke und den SC DHfK Leipzig stehen die Chancen deutlich besser.

Trainer Baur schaut "von Spiel zu Spiel"

Markus Baur denkt jedoch derzeit nicht so weit in die Ferne, er hält sich an die alte Regel: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.“ Und da bekommt der TVB als Nächstes einen Gegner vorgesetzt, der lediglich vier Punkte mehr gesammelt hat als sein Team. Ein Gegner also nahezu auf Augenhöhe? Da muss Baur schmunzeln. Sicher seien 13:9 Punkte nicht das, was sich Kiel erwartet habe. Schließlich sei die Qualität des nahezu identischen Kaders unvermindert hoch.

Der Titel war klar das Ziel der Zebras  

Die Zebras hatten vor der Saison, nach zwei enttäuschenden dritten Plätzen, klar den Titelgewinn als Ziel ausgegeben. Auf den 33:21-Auftaktsieg beim Aufsteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke folgte der 34:32-Erfolg gegen den SC Magdeburg – und bei der 29:31-Heimniederlage gegen Hannover der erste heftige Rückschlag.

Der sorgte offensichtlich für Verunsicherung bei den Zebras, die anschließend auch in Melsungen (25:29), Wetzlar (22:30) und bei den Löwen (28:30) Punkte liegenließen.

Das Team hat sich inzwischen berappelt

Mittlerweile jedoch scheint sich das Team von Trainer Alfred Gislason berappelt zu haben: Nach 7:1 Punkten in der Liga und dem jüngsten 25:24-Auswärtssieg in der Champions League gegen den weißrussischen Meister Meshkov Brest, dem zweiten internationalen Erfolg in dieser Saison, ist das Selbstvertrauen wieder da.

Kader ist gespickt mit Nationalspielern

Der THW-Kader ist durchweg mit Nationalspielern besetzt. Domagoj Duvnjak fehlt wegen einer Knieoperation im April zwar nach wie vor. Als Ersatz verpflichteten die Kieler mit Miha Zarabec einen gewieften Spielmacher von RK Celje. „Er kann den Unterschied ausmachen in einem Spiel“, sagt Baur. Zarabec sei „eine der slowenischen Spielmäuse“ und sehr flink auf den Beinen.

Im Rückraum hat Gislason die Qual der Wahl: Marko Vujin und Steffen Weinhold sind das vielleicht beste Duo im rechten Rückraum in der Liga, als Back-up steht hier Christian Zeitz parat. Auf der anderen Halbposition drängen sich Christian Dissinger und die beiden großen Talente Lukas Nilsson und Nikola Bilyk um Einsatzzeiten.

Kiel hat Ausnahmespieler am Kreis 

Ausnahmespieler hat Kiel am Kreis mit René Toft Hansen und Patrick Wienczek, auf Außen mit Ole Rahmel, Niclas Ekberg und Rune Dahmke und natürlich im Tor: Andreas Wolff und Niklas Landin gelten als das wohl beste Duo weltweit.

TVB will die Kieler ärgern

Baur glaubt nicht, dass sich das Kieler Mammut-Programm mit neun Spielen im November negativ auswirken wird. „Der THW wird in der Porsche-Arena Dampf machen. Aber auch wir werden alles daransetzen, die Kieler zu ärgern.“

In der vergangenen Spielzeit gelang dies zweimal: bei der 22:27-Niederlage zum Saisonauftakt in Stuttgart hielt der Außenseiter sehr gut dagegen. Im Rückspiel in der Sparkassen-Arena schrammte er bei der 24:25-Niederlage knapp an der Sensation vorbei.

Nationalspieler  Dahmke erwartet "ein enges Spiel" 

Einstellen muss sich der TVB auf eine veränderte Deckung der Kieler: In den vergangenen Jahren bevorzugten sie die 6:0- oder 5:1-Abwehr, neuerdings agieren sie auch mit der 3:2:1-Variante. Damit kam der TVB in Hüttenberg sehr gut zurecht, allerdings dürften sich die Zebras nicht so leicht ausmanövrieren lassen.

Respekt indes vor dem TVB scheinen die Zebras zu haben. „Ich erwarte ein enges Spiel“, ließ sich der Nationalmannschafts-Linksaußen Rune Dahmke auf der THW-Homepage zitieren.

Dem TVB fehlen nach wie vor wichtige Spieler 

Während sich die Kieler am Mittwoch – mit Ausnahme von Duvnjak – mit kompletter Besetzung auf den Weg nach Stuttgart machten, fehlen dem TVB nach wie vor wichtige Spieler. So wird sich der Kader im Vergleich zum Hüttenberg-Spiel nicht verändern.

Bis zur Auswärtspartie gegen Hannover in einer Woche sollen Simon Baumgarten und Tobias Schimmelbauer wieder einsatzbereit sein. Für Michael Kraus dagegen dürfte die Zeit knapp werden.

Es gibt noch rund 800 Tickets 

Für die Partie gegen den THW Kiel gibt es noch rund 800 Tickets. Die Abendkassen öffnen an diesem Donnerstag um 17.30 Uhr.